Lotte Pulewka

Aus PotsdamWiki
Wechseln zu:Navigation, Suche

Lotte Pulewka (* 16. Juli 1893 in Elbing, Ostpreußen; † 6. November 1966 in Potsdam) war eine deutsche Sozialistin.

Geschichte

Lotte Pulewka wurde am 16. Juli 1893 in Elbing (E1b1ag) im ehemaligen Ostpreußen als Tochter eines Apothekers geboren. Sie begann im Jahr 1911 eine Lehrerausbildung in Königsberg, die sie ein Jahr später in Potsdam weiterführte. In dieser Zeit bekam sie erste Kontakte zu einem marxistischen Studentenzirkel der Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD), der sie 1912 beitrat. Im Jahr 1914 begann sie ihre Arbeit als Gewerbelehrerin an einer städtischen Fortbildungsschule. Dort lernte sie Hermann Duncker und dessen Frau Käte Duncker kennen. Im selben Jahr trat sie aus der SPD aus, da ihre rechten Führer mit ihrer „Burgfriedenpolitik“ nicht gegen den 1. Weltkrieg auftraten. Lotte Pulewka schloß sich Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg und deren Spartakusgruppe an und kämpfte für die Beendigung des Krieges. Während der Novemberrevolution 1918 kämpfte sie aktiv mit. So verhalf sie Wilhelm Pieck, dem späteren Präsidenten der DDR, unmittelbar nach seiner Verhaftung zur Flucht. Durch ihre Aktivitäten war sie selbst gezwungen, in die Illegalität zu gehen.

Auf Beschluß der Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), der sie seit ihrer Gründung (Jahreswechsel 1918/1919) angehörte, emigrierte sie 1921 in die Sowjetunion. Dort arbeitete sie in der Internationalen Arbeiterhilfe und half beim Aufbau einer Kinderkolonie. Von 1932 bis 1936 arbeitete sie an der Hochschule der Gewerkschaften in Moskau und von 1937 bis 1941 an einer Mittelschule. Als Folge des Zweiten Weltkriegs wurde sie 1941 von Moskau nach Kasachstan evakuiert und durfte erst 1946 von dort nach Deutschland zurückkehren.

Nach ihrer Rückkehr arbeitete Lotte Pulewka zunächst als Übersetzerin beim Provinzialverband der KPD Brandenburg sowie in der SED-Landesleitung. Später war sie als Bibliothekarin in der SED-Bezirksleitung Potsdam tätig.

Lotte Pulewka starb am 6. November 1966 in Potsdam. Ihre Urne wurde auf dem Ehrenhain des Neuen Friedhofs in der Heinrich-Mann-Allee beigesetzt. In Babelsberg wurde eine Schule und eine Straße nach ihr benannt.

Quelle

  • „Besonders jetzt tu deine Pflicht!“ – Kurze biografische Darstellungen über antifaschistische Widerstandskämpfer, die in der Stadt und im Kreis Potsdam lebten und wirkten; Herausgeber: Kreiskomitee Potsdam der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR, 1988; S. 72