Ludwig Sello

Aus PotsdamWiki
Wechseln zu:Navigation, Suche
Ludwig Sello, 1868

Ludwig Sello, auch Louis Sello genannt, vollständiger Name Christian Ludwig Samuel Sello, (* 21. Februar 1775 in Potsdam; † 8. März 1837 in Potsdam) war ein preußischer Hofgärtner in Caputh und im Park Sanssouci. Er gehörte zur Hofgärtnerfamilie Sello.

Geschichte

Ludwig Sello war ein Sohn des Königlichen Hofgärtners Johann Samuel Sello. Er wurde, wie sein Stiefbruder Carl Sello, im Gärtnerhaus unterhalb des Schlosses Sanssouci in der Straße Am Grünen Gitter geboren.

Wie sein Stiefbruder Carl blieb auch Ludwig der Familientradition treu und erlernte den Beruf eines Gärtners. Nach seiner Lehrzeit ging er auf Wanderschaft. Diese führte ihn im Dezember 1794 an den bayrischen kurfürstlichen Hof nach Nymphenburg. Hier arbeitete und vervollkommnete Sello sein erlerntes Wissen unter dem Hofgärtner Johann Jacob Effner, im „Großen Hofküchengarten“.

Als 1796 Sellos Stiefbruder starb, kehrte er nach Potsdam zurück, da Carl als Nachfolger des Vaters den Küchengarten übernehmen sollte. Entgegen seinen Erwartungen wurde jedoch nicht Ludwig in das Amt eigesetzt, sondern der Baumschulgärtner Joachim Heinrich Voß aus Caputh. Stattdessen übernahm Sello die Hofgärtnerstelle in Caputh. Erst 1810 kam er in den Park von Sanssouci. Er übernahm das Terrassenrevier von dem verstorbenen Hofgärtner Johann Zacharias Saltzmann (1777–1810). Nun war Sello verantwortlich für das Spalierobst und die Weinreben, welche an den Wänden und in den verglasten Nischen der sechs Weinbergterrassen des Schlosses Sanssouci wuchsen sowie für die 84 Orangenbäume, die während der Sommermonate in Kübeln zwischen den Taxuspyramiden standen. Als 1817 der Hofgärtner der Orangerie starb, müßte Sello aus sparsamkeitsgründen dessen Arbeit zusätzlich übernehmen.


Sello heiratete 1799 Johanna Anger (1780–1858). Aus der Ehe gingen insgesamt elf Kinder hervor, von denen zwei, Hermann Sello und Emil Sello ebenfalls Hofgärtner wurden. Die 1803 geborene Albertina heiratete den Hofgärtner von Paretz und Niederschönhausen Theodor I. Nietner. Die fünf Jahre jüngere Pauline ehelichte den Architekten Ludwig Persius.


Ludwig Sello starb 8. März 1837 in Potsdam. Er wurde auf der Erbbegräbnisstätte der Familie auf dem Bornstedter Friedhof beigesetzt.

Weblinks

Quellen

  • „Preußisch Grün. Hofgärtner in Brandenburg-Preußen“, Herausgeber: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Henschel, Potsdam 2004, ISBN 3-89487-489-9, S. 332
  • „Potsdam und Sans-Souci. Forschungen und Quellen zur Geschichte von Burg, Stadt und Park“ von Georg Sello; Breslau, 1888, S. X.
  • „Hofgärtner in Bayern“ von Rainer Herzog, in: „Preußisch Grün“, Herausgeber: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, S. 36.
  • „Die Früchte der Hofgärtner“ von Gerd Schurig, in „Nichts gedeiht ohne Pflege. Die Potsdamer Parklandschaft und ihre Gärtner“, Herausgeber: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Potsdam, 2001, S. 291.