Lustgarten

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Der Lustgarten befindet sich in der Innenstadt von Potsdam am Hotel Mercure, nahe dem Alten Markt. Hier befand sich in den Jahren von (etwa) 1945 bis 2001 das Ernst-Thälmann-Stadion, welches durch einen neu errichteten Lustgarten ersetzt wurde.

Geschichte

Neptuns Triumph, Foto um 1930

Der Lustgarten ist Potsdams älteste Gartenanlage. Schon seit Jarhunderten wurde das sandige, aber versumpfte Landstück an der Havel als Gartenanlage genutzt. Aus der Zeit um 1600 ist eine Planzzeichnung überliefert, die einen dreieckigen Grundriss zeigt.

Mit der Entwicklung zur Residenzstadt wandelte der Lustgarten seinen Charakter. Blumen- und Kräuterbeete wurden entlang der Havel angelegt, denen sich westlich ein Obstgarten anschloss. Es war die Zeit der raschen Entwicklung Brandenburgs, zu der die französischen Hugenotten beitrugen. Sie kultivierten in der Mark Kartoffeln, Spargel, Blumen- und Rosenkohl, aber auch Tabak. Die Funktion des Nutzgartens wurde durch die des Zier- und Erholungsgartens ergänzt.

Der Exerzierplatz, im Jahr 1860

An der Breiten Straße war ab 1714 ein mit Sand bestreuter Exerzierplatz. Um ihn anzulegen ließ der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. einen locker bepflanzten Baumsteifen abholzen. Dadurch war das Stadtschloss schon von Weitem zu sehen. Außerdem konnte der König vom Fenster aus den Drill der Soldaten beobachten. Im Zentrum des Lustgartens befand (und befindet sich heute wieder) ein kleiner Teich mit der Figurengruppe „Neptuns Triumph“. Dieser wird als Neptunbassin bezeichnet.

Der Lustgarten wurde nach Überschwemmungen in den Jahren 1830 und 1890 neu angelegt. Peter Joseph Lenné überplante die alte Anlage. Dabei ließ er den Exerzierplatz wie er war. Ein streng gegliederter Baumhain und drei zur Havel führende Alleen wurden durch geschwungene Wege und spielerisch angeodnete Baum- und Strauchgruppen eindrucksvoll kontrastiert.

1864 wurde der südliche Teil des Lustgartens von der Trasse der Magdeburger Eisenbahn durchschnitten. Übrigens: gegen den Willen von König Friedrich Wilhelm IV., der in zähen Verhandlungen klein beigeben musste, weil eine andere Trassenführung noch viel teurer geworden wäre.

Die Ruine vom Stadtschloss und rechts dahinter das Ernst-Thälmann-Stadion, Ende der 1950er Jahre

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus den Trümmern des historischen Potsdams im hinteren Bereich des Lustgartens ein Stadion gebaut, das den Namen des von den Faschisten ermordeten KPD-Führers Ernst Thälmann erhielt. Der Schutt und die Trümmerteile des in der Nacht von Potsdam durch Bomben zerstörten Stadtschlosses wurden dabei zur Aufschüttung der Stadionwälle verwendet.

Zur Bundesgartenschau 2001 wurde das Stadion zurückgebaut und der alte Lustgarten in seiner historischen Gliederung wieder hergestellt. Wo früher ein Exerzierplatz war, befindet sich heute ein mit beigefarbenen Betonplatten belegter Platz, der für Märkte und Veranstaltungen aller Art genutzt wird. Im hinteren Bereich befinden sich Grünanlagen, Sitzbänke und Plätze für den Freizeitsport.

Weblinks