Maximilian Negwer

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Ohropax-Blechschachtel, 1950er Jahre

Maximilian Negwer (* 4. Februar 1872 in Hemmersdorf Kreis Frankenstein in Niederschlesien; † 27.01.1943 in Potsdam) war Apotheker, Drogist und Fabrikbesitzer. Er erfand unter anderem die Lärmschutzkapsel Ohropax.


Maximilian Negwer eröffnete im Jahr 1901 eine Drogerie in Berlin. Hier verkaufte er das selbst entwickelte Fleckenwasser "Helgalin" und Hustenbonbons, die in Eigenproduktion entstanden. Fünf Jahre später gründete er seine "Fabrik pharmazeutischer und kosmetischer Spezialitäten Max Negwer". Das Unternehmen produzierte und vertrieb damals übliche Drogerie-Artikel. Inspiriert von Homers Erzählung über die Irrfahrten des Odysseus, konkret dem Schutz Odysseus vor dem betörenden aber tödlichen Gesang der Sirenen, experementierte Negwer an einem Gehörschutz. Erste Versuch mit Watte und Bienenwachs oder Schaftalg schlugen fehl, da das Wachs zu Hautreizungen führte und der Schaftalg schnell ranzig wurde. Eine Mischung aus Vaseline und Parafin, in der Baumwollwatte getränkt wurde, brachte den Erfolg. Die im Jahr 1907 zum Patent angemeldete Erfindung kam aber erst im Herbst 1908 auf den Markt. Der werbewirksame Name OHROPAX, aus dem deutschen Wort Ohr und dem lateinischen Wort pax für Frieden, ist bis heute der Inbegriff für Gehörschutz. Der zunehmende Großstadtlärm von Berlin brachte dem Ohrstöpsel schellen Erfolg. Die Verkaufszahlen explodierten dann mit dem Ersten Weltkrieg. Die deutsche Armee orderte Negwers Produkt zum Schutz seiner Soldaten vor dem Kriegslärm.


Im Jahr 1924 verlegte Negwer seine Fabrik nach Potsdam, in die Jägerstraße. In dieser Fabrik wurde jedoch nur der Grundstoff für Ohropax hergestellt. Die Gehörschutzkügelchen wurden in mühsamer Handarbeit von arbeitslosen Hausfrauen gedreht. Im Jahr 1929 zog auch Negwer mit seiner Familie nach Potsdam. Er kaufte eine Villa in der heutigen Gregor-Mendel-Straße 34.

Am 27.01.1943 starb Maximilian Negwer in Potsdam und wurde auf dem Friedhof Bornstedt bestattet.

Quellen

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