Neptungrotte

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Neptungrotte während der Instandsetzung im Frühjahr 2012

Die Neptungrotte befindet sich im Park Sanssouci, zwischen dem Obeliskportal in der Schopenhauerstraße und den Neuen Kammern. Benannt ist die Grotte nach Neptun, dem römischen Gott des Meeres.

Geschichte

Die Neptungrotte entstand auf der Ostseite vom Park Sanssouci im Zuge der Planung zahlreicher Wasserspiele. Im Auftrag von Friedrich II. fertigte Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff den Entwurf, der in den Jahren 1751 bis 1757 zur Ausführung kam. Die Grottierarbeiten und den Skulpturenschmuck übernahm ab dem Jahr 1754 der Bildhauer Johann Peter Benkert.

Die aus weißem und rosafarbenem schlesischem Marmor errichtete Gartenarchitektur wurde mit Neptun – dem römischen Gott des Meeres – zwei Najaden und zwei Tritonen bekrönt. Die im Jahr 1760 von Benckert vollendete Marmorskulptur des Neptun entstand vermutlich nach einem Modell des Bildhauers Georg Franz Ebenhech, der ursprünglich mit der Anfertigung beauftragt war, den Auftrag aus gesundheitlichen Gründen jedoch nicht ausführen konnte. An beiden Seiten der Grotte wurden kaskadenförmig angeordnete Muschelschalen angebracht, über die Havelwasser herabfließen sollte. Aus technischer Unkenntnis funktionierten die Versuche jedoch nicht und gelangten erst knapp einhundert Jahre später zur Zeit von Friedrich Wilhelm IV. nach dem Bau des Dampfmaschinenhauses als Pumpanlage.

Den Grottenraum schmückte Benckert mit Bergkristalldrusen aus dem Harz und Schlesien sowie Korallen und Muscheln aus Holland. Diese Ausschmückung wurde in den Jahren 1840 bis 1842 im Zuge einer Restaurierung durch bunte Muscheln und Festons aus Porzellanblumen verändert und der Eingang mit einem Eisengitter versehen. Eine Venus von Medici im Grottenraum und zwei Tritonen seitlich vor der Grotte sind nicht mehr erhalten. Die Venus wurde um das Jahr 1850 bei erneuten Restaurierungsarbeiten durch die Gruppe Der erfindungsreiche Jubal lehrt die Kinder Flöten schnitzen, aus der Werkstatt des Potsdamer Bildhauers und Terrakottafabrikanten Wilhelm Koch (1815–1889), ersetzt. Nach einer vergoldeten Venus – welche in der Grotte in den Jahren von 1907 bis nach 1945 nachweisbar ist – wurde eine der ehemals vier großen Marmormuscheln aufgestellt, welche von der, in den Jahren von 1751/52 bis 1762 nach Entwürfen von Knobelsdorff errichteten und bereits im Jahr 1797 wegen Baufälligkeit abgebrochenen, Marmorkolonnade des „Rehgartens“ der Parkanlage Sanssouci stammt, die ebenfalls zum Programm der Wasserspiele, aus der Zeit von Friedrich dem Zweiten, gehörte.

Weblinks

Literatur

  • Stiftung Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci (Hrsg.): Potsdamer Schlösser und Gärten. Bau- und Gartenkunst vom 17. bis 20. Jahrhundert. Potsdamer Verlagsbuchhandlung, Potsdam 1993, S. 113 f ISBN 3-910196-14-4