Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei: Unterschied zwischen den Versionen

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Das ehemalige Textilunternehmen '''Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei''', kurz als ''Nordwolle'' bezeichnet, hatte seinen Sitz in Delmenhorst. Es war ein bedeutendes Unternehmen für die Verarbeitung von Wolle und Kammgarn. 1907 übernahm die Firma die „Berlin-Neuendorfer Aktienspinnerei“ im damaligen [[Nowawes]]. Seit 2016 entsteht auf dem ehemaligen Werksgelände Eigentumswohnungen in der so bezeichneten Wohnanlage „Jute“.
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Das ehemalige Textilunternehmen '''Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei''', kurz als ''Nordwolle'' bezeichnet, hatte seinen Sitz in Delmenhorst. Es war ein bedeutendes Unternehmen für die Verarbeitung von Wolle und Kammgarn. 1907 übernahm die Firma die „Berlin-Neuendorfer Aktienspinnerei“ im damaligen [[Nowawes]]. Seit 2016 entstehen in der alten Fabrikanlage [[Friedrich-List-Straße 8]] und auf dem ehemaligen Werksgelände in Neubauten Eigentumswohnungen in der so bezeichneten Wohnanlage „Jute“.
  
 
== Geschichte ==
 
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Im Jahr 1907 wurde die Aktienspinnerei von der „Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei“ (NW&K) übernommen. Sie wurde daher kurz als „Nordwolle“ bezeichnet. Die Nordwolle entwickelte sich im Laufe der Jahre zum europäischen Marktführer und war in den 1920er Jahren das weltweit größte Textilunternehmen. Durch permanenten Ausbau der Fabrikanlagen und Ankauf weiterer Flächen wurde die Nordwolle zu eines der größten Unternehmen auf dem heutigen Gebiet von [[Babelsberg]]. Das Betriebsgelände umfasste eine Fläche von über 43.000 Quadratmeter, auf dem rund 23.000 Menschen arbeiteten.  
 
Im Jahr 1907 wurde die Aktienspinnerei von der „Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei“ (NW&K) übernommen. Sie wurde daher kurz als „Nordwolle“ bezeichnet. Die Nordwolle entwickelte sich im Laufe der Jahre zum europäischen Marktführer und war in den 1920er Jahren das weltweit größte Textilunternehmen. Durch permanenten Ausbau der Fabrikanlagen und Ankauf weiterer Flächen wurde die Nordwolle zu eines der größten Unternehmen auf dem heutigen Gebiet von [[Babelsberg]]. Das Betriebsgelände umfasste eine Fläche von über 43.000 Quadratmeter, auf dem rund 23.000 Menschen arbeiteten.  
  
Ende der 1920er Jahre stellte der Nowaweser Betrieb seine Produktion ein. Das Gelände und seine Gebäude wurden fortan von Kleinbetrieben als Produktionshallen und Lager genutzt. In der [[Nacht von Potsdam]], der Bombardierung der Stadt am 14. April 1945, wurde ein Großteil der Gebäude zerstört. Das Spinnereigebäude diente während der DDR-Zeit als Lager und ein Teil des Betriebsgeländes wurde mit Wohnhäusern bebaut.
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Ende der 1920er Jahre stellte der Nowaweser Betrieb seine Produktion ein. Das Gelände und seine Gebäude wurden fortan von Kleinbetrieben als Produktionshallen und Lager genutzt. In der [[Nacht von Potsdam]], der Bombardierung der Stadt am 14. April 1945, wurde ein Großteil der Gebäude zerstört. Das Spinnereigebäude diente während der DDR-Zeit als Lager für "Waren des täglichen Bedarfs" und ein Teil des Betriebsgeländes wurde mit Wohnhäusern bebaut.
  
2006 wurden alle baulichen Überreste auf dem verbliebenen Werksgelände beseitigt. Erhalten blieben nur das denkmalgeschützte Fabrikgebäude von 1863, die Fabrikantenvilla und das Gästehaus. Zudem wurde die südliche Grenze des Geländes, die ehemalige [[Babelsberger Straße]] durch die neue Friedrich-List-Straße überbaut. Auf dem Gelände und in der einstigen Fabrikhalle entsteht momentan (2017) die Wohnanlage „Jute“.
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2006 wurden alle baulichen Überreste auf dem verbliebenen Werksgelände beseitigt. Erhalten blieben nur das denkmalgeschützte Fabrikgebäude von 1863, die Fabrikantenvilla und das Gästehaus. Zudem wurde die südliche Grenze des Geländes, die ehemalige [[Babelsberger Straße]] durch die neue Friedrich-List-Straße überbaut. Auf dem Gelände und in der einstigen Fabrikhalle entsteht momentan (2017) die Wohnanlage „Jute“.  
  
 
== Weitere Bilder ==
 
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* „Neuendorf-Nowawes-Babelsberg – Stationen eines Stadtteils“ – Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000; ISBN 3-89570-653-1
 
* „Neuendorf-Nowawes-Babelsberg – Stationen eines Stadtteils“ – Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000; ISBN 3-89570-653-1
 
* „Spuren Suche in Babelsberg“, Heft 11; Die Industriestadt Nowawes; Herausgeber: [[Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf]] e. V.; Babelsberg April 2000
 
* „Spuren Suche in Babelsberg“, Heft 11; Die Industriestadt Nowawes; Herausgeber: [[Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf]] e. V.; Babelsberg April 2000
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* Das zweite Leben der Jutespinnerei in: MAZ vom 8. Februar 2017
  
 
[[Kategorie:Industriegebäude]]
 
[[Kategorie:Industriegebäude]]
 
[[Kategorie:Nowawes]]
 
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[[Kategorie:Babelsberg]]
 
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Version vom 9. Februar 2017, 21:44 Uhr

Das ehemalige Textilunternehmen Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei, kurz als Nordwolle bezeichnet, hatte seinen Sitz in Delmenhorst. Es war ein bedeutendes Unternehmen für die Verarbeitung von Wolle und Kammgarn. 1907 übernahm die Firma die „Berlin-Neuendorfer Aktienspinnerei“ im damaligen Nowawes. Seit 2016 entstehen in der alten Fabrikanlage Friedrich-List-Straße 8 und auf dem ehemaligen Werksgelände in Neubauten Eigentumswohnungen in der so bezeichneten Wohnanlage „Jute“.

Geschichte

Im Jahr 1863 wurde in der Nowaweser Wilhelmstraße 10, am Ufer der Nuthe, von den Brüdern Julius und L. Robert Arntz die erste industrielle Spinnerei auf dem heutigen Gebiet von Potsdam gegründet. Durch den Bau von Werkhalle, Anlegestelle und Sozialbauten dehnte sich das Werksgelände aus und umfaßte schließlich das Gebiet westlich der Straße Alt Nowawes, zwischen der Verlängerung der Rudolf-Breitscheid-Straße (Zu- und Abfahrt der Nuthe-Schnellstraße), der Lotte-Pulewka-Straße und nach späterem Ausbau sogar bis zur heutigen Friedrich-List-Straße. Darüber hinaus wurde in der Friedrich-List-Straße 8 das Wohnhaus der Fabrikbesitzer errichtet. 1865 wurde aus dem Betrieg die „Berlin-Neuendorfer Aktienspinnerei“. Nach einem Großbrand übernahm im Jahr 1881 die Deutsche Jutespinnerei und Weberei AG Meißen die Firma. Durch weiteren Ausbau wurde der Betrieb 1887 zur zweitgrößten Jutespinnerei des Deutschen Reiches.


Im Jahr 1907 wurde die Aktienspinnerei von der „Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei“ (NW&K) übernommen. Sie wurde daher kurz als „Nordwolle“ bezeichnet. Die Nordwolle entwickelte sich im Laufe der Jahre zum europäischen Marktführer und war in den 1920er Jahren das weltweit größte Textilunternehmen. Durch permanenten Ausbau der Fabrikanlagen und Ankauf weiterer Flächen wurde die Nordwolle zu eines der größten Unternehmen auf dem heutigen Gebiet von Babelsberg. Das Betriebsgelände umfasste eine Fläche von über 43.000 Quadratmeter, auf dem rund 23.000 Menschen arbeiteten.

Ende der 1920er Jahre stellte der Nowaweser Betrieb seine Produktion ein. Das Gelände und seine Gebäude wurden fortan von Kleinbetrieben als Produktionshallen und Lager genutzt. In der Nacht von Potsdam, der Bombardierung der Stadt am 14. April 1945, wurde ein Großteil der Gebäude zerstört. Das Spinnereigebäude diente während der DDR-Zeit als Lager für "Waren des täglichen Bedarfs" und ein Teil des Betriebsgeländes wurde mit Wohnhäusern bebaut.

2006 wurden alle baulichen Überreste auf dem verbliebenen Werksgelände beseitigt. Erhalten blieben nur das denkmalgeschützte Fabrikgebäude von 1863, die Fabrikantenvilla und das Gästehaus. Zudem wurde die südliche Grenze des Geländes, die ehemalige Babelsberger Straße durch die neue Friedrich-List-Straße überbaut. Auf dem Gelände und in der einstigen Fabrikhalle entsteht momentan (2017) die Wohnanlage „Jute“.

Weitere Bilder

Weblinks

Quellen

  • „Neuendorf-Nowawes-Babelsberg – Stationen eines Stadtteils“ – Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000; ISBN 3-89570-653-1
  • „Spuren Suche in Babelsberg“, Heft 11; Die Industriestadt Nowawes; Herausgeber: Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e. V.; Babelsberg April 2000
  • Das zweite Leben der Jutespinnerei in: MAZ vom 8. Februar 2017