Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei: Unterschied zwischen den Versionen

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Das ehemalige Textilunternehmen '''Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei''', kurz als ''Nordwolle'' bezeichnet, hatte seinen Sitz in Delmenhorst. Es war ein bedeutendes Unternehmen für die Verarbeitung von Wolle und Kammgarn. 1907 übernahm die Firma die „Berlin-Neuendorfer Aktienspinnerei“ im damaligen [[Nowawes]]. Seit 2016 entstehen in der alten Fabrikanlage sowie auf dem ehemaligen Werksgelände zwischen der [[Friedrich-List-Straße]], der Lotte-Pulewka-Straße und der Wiesenstraße in Neubauten Eigentumswohnungen als so genannte Wohnanlage „Jute“.
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Das ehemalige Textilunternehmen '''Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei''', kurz als ''Nordwolle'' bezeichnet und mit NW&K abgekürzt, hatte seinen Sitz in Delmenhorst. Es war ein bedeutendes Unternehmen für die Verarbeitung von Wolle und Kammgarn. 1907 übernahm die Firma die „Berlin-Neuendorfer Aktienspinnerei“ im damaligen [[Neuendorf]]. Auf dem alten Fabrikgeländedas heute von der [[Friedrich-List-Straße]] im Osten, der Lotte-Pulewka-Straße im Süden, der Edisonallee im Westen und der Abfahrt von der [[Nuthe-Schnellstraße]] im Norden eingerahmt wird befinden sich Neubauten der Firma E-Plus und ein Wäldchen, die durch die Nutheschnellstraße getrennt werden.
  
 
== Geschichte ==
 
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[[Bild:Nordwolle_Wilhelmstr._10-18_(südl._der_Breitscheidstr)_1865.jpg|miniatur|Das Firmengelände, im Jahr 1865]]
 
[[Bild:Nordwolle_Wilhelmstr._10-18_(südl._der_Breitscheidstr)_1865.jpg|miniatur|Das Firmengelände, im Jahr 1865]]
  
Im Jahr 1863 wurde in der [[Nowawes]]er [[Wilhelmstraße]] 10, am Ufer der [[Nuthe]], von den Brüdern Julius und L. Robert Arntz die erste industrielle Spinnerei auf dem heutigen Gebiet von [[Potsdam]] gegründet. Durch den Bau von Werkhalle, Anlegestelle und Sozialbauten dehnte sich das Werksgelände aus und umfaßte schließlich das Gebiet westlich der Straße [[Alt Nowawes]], zwischen der Verlängerung der [[Rudolf-Breitscheid-Straße]] (Zu- und Abfahrt der [[Nuthe-Schnellstraße]]), der Lotte-Pulewka-Straße und nach späterem Ausbau sogar bis zur heutigen [[Friedrich-List-Straße]]. Darüber hinaus wurde in der Friedrich-List-Straße 8 das Wohnhaus der Fabrikbesitzer errichtet. 1865 wurde aus dem Betrieg die „Berlin-Neuendorfer Aktienspinnerei“. Nach einem Großbrand übernahm im Jahr 1881 die ''Deutsche Jutespinnerei und Weberei AG Meißen'' die Firma. Durch weiteren Ausbau wurde der Betrieb 1887 zur zweitgrößten Jutespinnerei des Deutschen Reiches.
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Im Jahr 1865 wurde in der [[Neuendorf]]er [[Wilhelmstraße]] 10 bis 18 die „Berlin-Neuendorfer Aktienspinnerei“ gegründet. In dem sich schnell wachsenden Unternehmen arbeiteten Spinnerei-, Zwirnerei-, Kämmerei- und Webmaschinen. 1907 wurde die Spinnerei von der Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei übernommen, die bereits seit 1899 eine Aktienmehrheit des Unternehmens besaß. Für den Betrieb, der nach der Vereinigung beider Gemeinden nun zu [Nowawes]] gehörte, wurde der Kurzname ''Nordwolle'' von der Bevölkerung vom Mutterkonzern mit übernommen. Es folgten weitere Aus- und Neubauten, sodaß die Betriebsfläche auf über 43.000 Quadratmeter anwuchs. Unter anderem wurden Färbereien errichtet, wodurch Garne mit vielfältigen Farben hergestellt werden konten. Die NWK entwickelte sich zum Marktführer seiner Branche und war in den 1920er Jahren eines der größten Textilunternehmen der Welt.
  
  
Im Jahr 1907 wurde die Aktienspinnerei von der „Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei“ (NW&K) übernommen. Sie wurde daher kurz als „Nordwolle“ bezeichnet. Die Nordwolle entwickelte sich im Laufe der Jahre zum europäischen Marktführer und war in den 1920er Jahren das weltweit größte Textilunternehmen. Durch permanenten Ausbau der Fabrikanlagen und Ankauf weiterer Flächen wurde die Nordwolle zu eines der größten Unternehmen auf dem heutigen Gebiet von [[Babelsberg]]. Das Betriebsgelände umfasste eine Fläche von über 43.000 Quadratmeter, auf dem rund 23.000 Menschen arbeiteten.  
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Ende der 1920er Jahre stellte der [[Nowawes]]er Betrieb seine Produktion ein. Das Gelände und seine Gebäude wurden fortan von Kleinbetrieben als Produktionshallen und Lager genutzt. In der [[Nacht von Potsdam]], der Bombardierung der Stadt am 14. April 1945, wurde ein Großteil der Gebäude zerstört. Nach dem Krieg wurden lediglich die Trümmer und Resteder Gebäude beseitigt. Das Gelände blieb eine Brache. Ende der 1970er Jahre durchquerte die [[Nuthe-Schnellstraße]] das einstige Werksgelände. Auf dem westlich Teil des nun geteilten Areals baute nach der Wende die Firma E-Plus einige Neubauten. Im östliche Dreick steht ein kleines Wäldchen.
  
Ende der 1920er Jahre stellte der Nowaweser Betrieb seine Produktion ein. Das Gelände und seine Gebäude wurden fortan von Kleinbetrieben als Produktionshallen und Lager genutzt. In der [[Nacht von Potsdam]], der Bombardierung der Stadt am 14. April 1945, wurde ein Großteil der Gebäude zerstört. Das Spinnereigebäude diente während der DDR-Zeit als Lager für "Waren des täglichen Bedarfs" und ein Teil des Betriebsgeländes wurde mit Wohnhäusern bebaut.
 
 
2006 wurden alle baulichen Überreste auf dem verbliebenen Werksgelände beseitigt. Erhalten blieben nur das denkmalgeschützte Fabrikgebäude von 1863, die Fabrikantenvilla und das Gästehaus. Zudem wurde die südliche Grenze des Geländes, die ehemalige [[Babelsberger Straße]] durch die neue Friedrich-List-Straße überbaut. Auf dem Gelände und in der einstigen Fabrikhalle entsteht momentan (2017) die Wohnanlage „Jute“. 
 
 
== Weitere Bilder ==
 
 
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Bild:Das_Gelände_der_Nordwolle_2007.jpg|Ein ehemaliges Werksgebäude, im Sommer&nbsp;2007
 
Bild:Nordwolle_3;_2008.jpg|Ein ehemaliges Werksgebäude, im Sommer&nbsp;2008
 
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== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
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* „Neuendorf-Nowawes-Babelsberg – Stationen eines Stadtteils“ – Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000; ISBN 3-89570-653-1
 
* „Neuendorf-Nowawes-Babelsberg – Stationen eines Stadtteils“ – Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000; ISBN 3-89570-653-1
 
* „Spuren Suche in Babelsberg“, Heft 11; Die Industriestadt Nowawes; Herausgeber: [[Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf]] e. V.; Babelsberg April 2000
 
* „Spuren Suche in Babelsberg“, Heft 11; Die Industriestadt Nowawes; Herausgeber: [[Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf]] e. V.; Babelsberg April 2000
* Das zweite Leben der Jutespinnerei in: MAZ vom 8. Februar 2017
 
 
 
[[Kategorie:Industriegebäude]]
 
[[Kategorie:Industriegebäude]]
 
[[Kategorie:Nowawes]]
 
[[Kategorie:Nowawes]]
 
[[Kategorie:Babelsberg]]
 
[[Kategorie:Babelsberg]]

Version vom 15. Februar 2017, 17:39 Uhr

Das ehemalige Textilunternehmen Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei, kurz als Nordwolle bezeichnet und mit NW&K abgekürzt, hatte seinen Sitz in Delmenhorst. Es war ein bedeutendes Unternehmen für die Verarbeitung von Wolle und Kammgarn. 1907 übernahm die Firma die „Berlin-Neuendorfer Aktienspinnerei“ im damaligen Neuendorf. Auf dem alten Fabrikgeländedas heute von der Friedrich-List-Straße im Osten, der Lotte-Pulewka-Straße im Süden, der Edisonallee im Westen und der Abfahrt von der Nuthe-Schnellstraße im Norden eingerahmt wird befinden sich Neubauten der Firma E-Plus und ein Wäldchen, die durch die Nutheschnellstraße getrennt werden.

Geschichte

Im Jahr 1865 wurde in der Neuendorfer Wilhelmstraße 10 bis 18 die „Berlin-Neuendorfer Aktienspinnerei“ gegründet. In dem sich schnell wachsenden Unternehmen arbeiteten Spinnerei-, Zwirnerei-, Kämmerei- und Webmaschinen. 1907 wurde die Spinnerei von der Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei übernommen, die bereits seit 1899 eine Aktienmehrheit des Unternehmens besaß. Für den Betrieb, der nach der Vereinigung beider Gemeinden nun zu [Nowawes]] gehörte, wurde der Kurzname Nordwolle von der Bevölkerung vom Mutterkonzern mit übernommen. Es folgten weitere Aus- und Neubauten, sodaß die Betriebsfläche auf über 43.000 Quadratmeter anwuchs. Unter anderem wurden Färbereien errichtet, wodurch Garne mit vielfältigen Farben hergestellt werden konten. Die NWK entwickelte sich zum Marktführer seiner Branche und war in den 1920er Jahren eines der größten Textilunternehmen der Welt.


Ende der 1920er Jahre stellte der Nowaweser Betrieb seine Produktion ein. Das Gelände und seine Gebäude wurden fortan von Kleinbetrieben als Produktionshallen und Lager genutzt. In der Nacht von Potsdam, der Bombardierung der Stadt am 14. April 1945, wurde ein Großteil der Gebäude zerstört. Nach dem Krieg wurden lediglich die Trümmer und Resteder Gebäude beseitigt. Das Gelände blieb eine Brache. Ende der 1970er Jahre durchquerte die Nuthe-Schnellstraße das einstige Werksgelände. Auf dem westlich Teil des nun geteilten Areals baute nach der Wende die Firma E-Plus einige Neubauten. Im östliche Dreick steht ein kleines Wäldchen.


Weblinks

Quellen

  • „Neuendorf-Nowawes-Babelsberg – Stationen eines Stadtteils“ – Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000; ISBN 3-89570-653-1
  • „Spuren Suche in Babelsberg“, Heft 11; Die Industriestadt Nowawes; Herausgeber: Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e. V.; Babelsberg April 2000