Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei

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Die Maschinenhalle der 'Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei ist heute eine Eigentumswohnanlage. Die bis 2017 sanierte Denkmalimmobilie dem alten Fabrikgelände wird von der Friedrich-List-Straße im Osten, der Lotte-Pulewka-Straße im Süden, der Edisonallee im Westen und der Abfahrt von der Nuthe-Schnellstraße im Norden eingerahmt. Sie bildet den Mittelpunkt eines im Bau befindlichen Wohnparks mit insgesamt 400 neuen Wohnungen.

Die Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei ist nicht zu verwechseln mit der Deutsche Jutespinnerei und Weberei AG Meißen, die sich direkt südlich an der Nordwolle anschloß.

Geschichte

Das ehemalige Textilunternehmen kurz als Nordwolle bezeichnet und mit NW&K abgekürzt, hatte seinen Sitz in Delmenhorst. Es war ein bedeutendes Unternehmen für die Verarbeitung von Wolle und Kammgarn. 1907 übernahm die Firma die „Berlin-Neuendorfer Aktienspinnerei“ im damaligen Neuendorf.

1862 gründeten die Brüder Julius und L. Robert Arntz sowie Carl Mathias und Carl Otto Busch die erste Industriespinnerei. Für den Standort war die Anbindung an die Nuthe als Transportweg und Wasserreservoire für die Dampfmaschinen entscheidened. Im Jahr 1865 wurde in der Neuendorfer Wilhelmstraße 10 bis 18 die „Berlin-Neuendorfer Aktienspinnerei“ gegründet. In dem sich schnell wachsenden Unternehmen arbeiteten Spinnerei-, Zwirnerei-, Kämmerei- und Webmaschinen. 1907 wurde die Spinnerei von der Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei übernommen, die bereits seit 1899 eine Aktienmehrheit des Unternehmens besaß. Für den Betrieb, der nach der Vereinigung beider Gemeinden nun zu [Nowawes]] gehörte, wurde der Kurzname Nordwolle von der Bevölkerung vom Mutterkonzern mit übernommen. Es folgten weitere Aus- und Neubauten, sodaß die Betriebsfläche auf über 43.000 Quadratmeter anwuchs. Unter anderem wurden Färbereien errichtet, wodurch Garne mit vielfältigen Farben hergestellt werden konten. Die NWK entwickelte sich zum Marktführer seiner Branche und war in den 1920er Jahren eines der größten Textilunternehmen der Welt. Das Unternehmen trug maßgeblich zum Erhalt des Textilstandorts Nowawes bei, indem es Industriearbeitsplätze anstelle der nicht mehr konkurrenzfähigen Heimarbeit schaffte.

Ende der 1920er Jahre stellte der Nowaweser Betrieb seine Produktion ein. Das Gelände und seine Gebäude wurden fortan von Kleinbetrieben als Produktionshallen und Lager genutzt. In der Nacht von Potsdam, der Bombardierung der Stadt am 14. April 1945, wurde ein Großteil der Gebäude zerstört. Nach dem Krieg wurden lediglich die Trümmer und Reste einzelner Gebäude beseitigt. Die Maschinenhalle wurde als Lager für Waren des täglichen Bedarfs genutzt. Das Gelände blieb eine Brache. Ende der 1970er Jahre durchquerte die Nuthe-Schnellstraße das einstige Werksgelände. Auf dem westlich Teil des nun geteilten Areals baute nach der Wende die Firma E-Plus (heute vertreten durch das Callcenter SNT) einige Neubauten. Im östliche Dreick steht ein kleines Wäldchen.

Die Magdeburger Getec-Gruppe kaufte im Jahr 2013 die Maschinenhalle und Teile des Werkgelände von der Treuhandfirma TLG Immobilien.


Weblinks

Quellen

  • „Neuendorf-Nowawes-Babelsberg – Stationen eines Stadtteils“ – Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000; ISBN 3-89570-653-1
  • „Spuren Suche in Babelsberg“, Heft 11; Die Industriestadt Nowawes; Herausgeber: Förderkreis Böhmisches Dorf Nowawes und Neuendorf e. V.; Babelsberg April 2000