Otto Nagel

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Otto Nagel, im Jahr 1959

Otto Nagel (* 27.9.1894, in Berlin-Wedding; † 12.6.1967, in Berlin-Biesdorf) war einer der großen deutschen Maler des 20. Jahrhunderts und Ehrenbürger von Potsdam. Nach ihm wurde die Otto-Nagel-Straße, in der Berliner Vorstadt, und die Otto-Nagel-Schule, in Bergholz-Rehbrücke, benannt. Er zählt zu den Opfern des Faschismus

Geschichte

Otto Nagel wurde am 27. September 1894 in Berlin-Wedding als Sohn eines Tischlers geboren. Nach seiner Schulzeit erlernte er den Beruf eines Glasmalers. Im Jahr 1915 wurde er Mitglied der SPD. Zwei Jahre später wechselte er zur Unabhänigen Sozialdemokratischen Partei (USPD) über. Im selben Jahr trat Nagel der Spartakusgruppe bei und wurde mit der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschland (KPD) Mitglied dieser Partei. Während des Ersten Weltkrieges (1917/18) war er Soldat und wurde wegen Kriegsdienstverweigerung im Straflager Wahn (bei Köln) interniert.

Nach dem Krieg arbeitete Otto Nagel als Transportarbeiter und bildete sich als Autodidakt künstlerisch weiter. Dann, als freischaffender Maler, wandte er sich hauptsächlich sozialkritischen Themen zu. Bereits 1921 wurden seine Werke das erste Mal ausgestellt. Ein Jahr später gehörte Nagel zu den Mitbegründern der Künstlerhilfe in der Internationalen Roten Hilfe. Gemeinsam mit gleichgesinnten Künstlern gründete Nagel im Jahr 1928 die Assoziation Revolutionärer Bildener Künstler Deutschlands, zu deren Vorstand er bis 1933 gehörte.

Im Jahr 1933 wurde er zum Vorsitzenden des Reichsverbandes der Bildenden Künstler Deutschlands gewählt. Einen Tag nach der Wahl annulierten die Nationalsozialisten das Ergebnis. Ab 1934 hatte Nagel malverbot, wurde inhaftiert und seine Bilder als „entartet“ bezeichnet und teilweise vernichtet. In den Jahren 1936 und 1937 war Nagel im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert.

Otto Nagel gehörte zu den Mitbegründern des Kulturbundes und war in den Jahren von 1946 bis 1950 als Mitglied der KPD/SED Abgeordneter des brandenburgischen Landtages, sowie der Volkskammer der DDR (bis 1954). Nagel, der 1948 den Professorentitel erhielt war mehre Jahre Vizepräsident und von 1956 bis 1962 Präsident der Akademie der Künste der DDR.

In den Jahren von 1945 bis 1952 lebte der Künstler in Bergholz-Rehbrücke.

Im Jahr 1960 wurde er Ehrenbürger von Potsdam.

Am 12. Juli 1967 starb Otto Nagel in Berlin-Biesdorf.

Weblinks

Quellen

  • Deutsche Kommunisten: Biographisches Handbuch 1918 bis 1945 – Autoren: Hermann Weber und Andreas Herbst; Karl Dietz Verlag Berlin, 2004; ISBN 3-320-02044-7