Palais Barberini: Unterschied zwischen den Versionen

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Das barocke Palais Barberini wurde 1771-72 nach Plänen der Architekten [[Carl von Gontard]] und [[Georg Christian Unger]] errichtet. Das Gebäude gehörte neben dem [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]], dem [[Palast-Hotel]], der [[Sankt-Nikolai-Kirche]] und dem [[Stadtschloß]] zu den schönsten Gebäuden um den [[Alter Markt|Alten Markt]]. Vorbild war der Palazzo Barberini in Rom, der sich auf dem Quirinalshügel befindet und die Macht der aus der Toskana stammenden Familie Barberini verkörperte (heute Antiken-Museum). Das Palais Barberini befand sich an der Südseite des Platzes, in der [[Humboldtstraße]]  5 und 6. Vorbild bildete der gleichnamige Platz in Rom. Es ist Legende, dass [[Friedrich II. von Preußen|Friedrich II.]] das Gebäude nach der schönen Tänzerin Barberina benannte, in die er sich verliebt haben sollte.
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Das barocke Palais Barberini wurde 1771–72 nach Plänen der Architekten [[Carl von Gontard]] und [[Georg Christian Unger]] errichtet. Das Gebäude gehörte neben dem [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]], dem [[Palast-Hotel]], der [[Sankt-Nikolai-Kirche]] und dem [[Stadtschloß]] zu den schönsten Gebäuden um den [[Alter Markt|Alten Markt]]. Vorbild war der Palazzo Barberini in Rom, der sich auf dem Quirinalshügel befindet und die Macht der aus der Toskana stammenden Familie Barberini verkörperte (heute Museum der Alten Kunst). Eine Legende besagt jedoch, dass [[Friedrich II. von Preußen|Friedrich II.]] das Gebäude nach der schönen Tänzerin Barberina benannte, in die er sich verliebt haben sollte.
  
Palast Barberini diente seit der Zeit von [[Friedrich Wilhelm IV. von Preußen|Friedrich Wilhelm IV.]] als Heim für die Vereine der Kunst und Wissenschaft. Dort waren Musik-, Kunst- und Wissenschaftsvereine untergebracht. Außerdem befanden sich dem Krieg eine Jugendherberge, die Volksbücherei und verschiedene Ämter in dem Gebäude.
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Der Palast Barberini beherbergte zur Zeit von [[Friedrich Wilhelm IV. von Preußen|Friedrich Wilhelm IV.]] Räumlichkeiten für Kunst und Wissenschaft. Dort waren Musik-, Kunst- und Wissenschaftsvereine untergebracht. Außerdem befanden sich vor der Zerstörung eine Jugendherberge, die Volksbücherei und verschiedene Ämter in dem Gebäude.
  
Am 14. April 1945, in der [[Nacht von Potsdam]], wurde das Palais Barberini durch britische Bomber zerstört.
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Am 14. April 1945, in der [[Nacht von Potsdam]], wurde das Palais Barberini durch britische Bomber zerstört. Nach dem vollständigen Abriss der Ruinen, blieb der Platz bis auf Zwischennutzungen unbebaut.
  
Nach dem Leitbautenkonzept wird das Palais zusammen mit dem [[Stadtschloss]] wieder aufgebaut. Die Initiative, den Palast Barberini wieder aufzubauen, ging von dem Unternehmer Abris Lelbach aus. Mit der [[Hasso Plattner|Hasso-Plattner]]-Förderstiftung ist nun ein dauerhafter Eigentümer und Finanzier für das ambitionierte Vorhaben gefunden. Die Potsdamer Nachbildung der italienischen Vorlage bildete in der städtebaulichen Dramaturgie den südlichen Abschluss des Alten Marktes. Der Palast Barberini galt über ein Jahrhundert hinweg - bis zu seiner Zerstörung 1945 - als einer der beeindruckendsten bürgerlichen Prachtbauten Potsdams. Das Engagement der Hasso-Plattner-Förderstiftung bietet nun die Chance, durch ein meisterliches Bauwerk und ein bedeutendes Museum das Stadtzentrum und insbesondere den Alten Markt noch attraktiver zu gestalten. Als Architekt für die besondere Bauaufgabe im historischen Umfeld konnte T. Albrecht aus dem mit Museen bestens vertrauten Büro Hilmer & Sattler und Albrecht gewonnen werden. Eine nachhaltige Förderung soll dafür Sorge tragen, dass das ''Museum Barberini'' für Bürger und Besucher der Stadt Potsdam dauerhaft öffentlich zugänglich bleibt. Zur Sicherstellung dieses Ziels werden die Anteile an der Projektträgergesellschaft nur über gemeinnützige Stiftungen gehalten.
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Die Initiative, den als Leitbau wiederaufgebauten Palast Barberini als Museum zu nutzen, ging von dem Unternehmer Abris Lelbach aus. Mit der [[Hasso Plattner|Hasso-Plattner]] Förderstiftung wurde ein dauerhafter Eigentümer und Finanzier für das ambitionierte Vorhaben gefunden. Die Potsdamer Nachbildung der italienischen Vorlage bildete in der städtebaulichen Dramaturgie den südöstlichen Abschluss des Alten Marktes. Der Palast Barberini galt über ein Jahrhundert hinweg - bis zu seiner Zerstörung 1945 - als einer der beeindruckendsten bürgerlichen Prachtbauten Potsdams. Das Engagement der Hasso Plattner Förderstiftung macht es möglich, durch ein meisterliches Bauwerk und ein bedeutendes Museum das Stadtzentrum und insbesondere den Alten Markt noch attraktiver zu gestalten. Als Architekt für die besondere Bauaufgabe im historischen Umfeld konnte Thomas Albrecht aus dem mit Museen bestens vertrauten Büro Hilmer & Sattler und Albrecht gewonnen werden. Eine nachhaltige Förderung trägt dafür Sorge, dass das ''Museum Barberini'' für Bürger und Besucher der Stadt Potsdam dauerhaft öffentlich zugänglich bleibt. Zur Sicherstellung dieses Ziels werden die Anteile an der Projektträgergesellschaft nur über gemeinnützige Stiftungen gehalten.
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Unter der Leitung von Dr. Ortrud Westheider wird das Museum Barberini im Frühjahr 2017 eröffnen.
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Die Dauerausstellung präsentiert DDR Kunst und deutsche Kunst nach 1989. Darüber hinaus werden Sonderausstellungen mit dem Schwerpunkt Impressionismus die Kunstwelt bereichern.
  
 
== Weblinks ==
 
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Version vom 19. Oktober 2015, 18:00 Uhr

Palais Barberini (Straßenseite), um 1940
Palais Barberini (Wasserseite), 1941

Das Palais Barberini auch Palast Barberini oder Barberinipalast genannt, stand bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in der Innenstadt von Potsdam, in der Humboldtstraße  5 und 6, am Alten Markt mit der Rückseite zur Alten Fahrt, neben dem ehemaligen Palast-Hotel. Das Gebäude wird im Rahmen des so genannten Leitbautenkonzeptes der Stadt ab Frühjahr 2013 mit historischer Fassade neu gebaut.

Geschichte

Das barocke Palais Barberini wurde 1771–72 nach Plänen der Architekten Carl von Gontard und Georg Christian Unger errichtet. Das Gebäude gehörte neben dem Alten Rathaus, dem Palast-Hotel, der Sankt-Nikolai-Kirche und dem Stadtschloß zu den schönsten Gebäuden um den Alten Markt. Vorbild war der Palazzo Barberini in Rom, der sich auf dem Quirinalshügel befindet und die Macht der aus der Toskana stammenden Familie Barberini verkörperte (heute Museum der Alten Kunst). Eine Legende besagt jedoch, dass Friedrich II. das Gebäude nach der schönen Tänzerin Barberina benannte, in die er sich verliebt haben sollte.

Der Palast Barberini beherbergte zur Zeit von Friedrich Wilhelm IV. Räumlichkeiten für Kunst und Wissenschaft. Dort waren Musik-, Kunst- und Wissenschaftsvereine untergebracht. Außerdem befanden sich vor der Zerstörung eine Jugendherberge, die Volksbücherei und verschiedene Ämter in dem Gebäude.

Am 14. April 1945, in der Nacht von Potsdam, wurde das Palais Barberini durch britische Bomber zerstört. Nach dem vollständigen Abriss der Ruinen, blieb der Platz bis auf Zwischennutzungen unbebaut.

Die Initiative, den als Leitbau wiederaufgebauten Palast Barberini als Museum zu nutzen, ging von dem Unternehmer Abris Lelbach aus. Mit der Hasso-Plattner Förderstiftung wurde ein dauerhafter Eigentümer und Finanzier für das ambitionierte Vorhaben gefunden. Die Potsdamer Nachbildung der italienischen Vorlage bildete in der städtebaulichen Dramaturgie den südöstlichen Abschluss des Alten Marktes. Der Palast Barberini galt über ein Jahrhundert hinweg - bis zu seiner Zerstörung 1945 - als einer der beeindruckendsten bürgerlichen Prachtbauten Potsdams. Das Engagement der Hasso Plattner Förderstiftung macht es möglich, durch ein meisterliches Bauwerk und ein bedeutendes Museum das Stadtzentrum und insbesondere den Alten Markt noch attraktiver zu gestalten. Als Architekt für die besondere Bauaufgabe im historischen Umfeld konnte Thomas Albrecht aus dem mit Museen bestens vertrauten Büro Hilmer & Sattler und Albrecht gewonnen werden. Eine nachhaltige Förderung trägt dafür Sorge, dass das Museum Barberini für Bürger und Besucher der Stadt Potsdam dauerhaft öffentlich zugänglich bleibt. Zur Sicherstellung dieses Ziels werden die Anteile an der Projektträgergesellschaft nur über gemeinnützige Stiftungen gehalten.

Unter der Leitung von Dr. Ortrud Westheider wird das Museum Barberini im Frühjahr 2017 eröffnen. Die Dauerausstellung präsentiert DDR Kunst und deutsche Kunst nach 1989. Darüber hinaus werden Sonderausstellungen mit dem Schwerpunkt Impressionismus die Kunstwelt bereichern.

Weblinks

Quellen