Palais Lichtenau

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Das dreigeschossige frühklassizistische Palais Lichtenau in der Nauener Vorstadt, Behlertstraße 32, wurde 1796 bis 1797 von den Architekten Michael Philipp Boumann in Zusammenarbeit mit Carl Gotthard Langhans erbaut. Friedrich Wilhelm II. hatte es für seine Geliebte Wilhelmine Enke, spätere Gräfin Lichtenau, in Auftrag gegeben und in Sichtverbindung zu seinem Domizil, dem Marmorpalais im Neuen Garten bauen lassen. Zwei Monate nach der Einweihung, die am 25. September 1797 stattfand, starb Friedrich Wilhelm II. Nach dem Tod des Königs wurde der gesamte Lichtenauesche Besitz konfisziert, so dass die Gräfin Lichtenau nur kurz im Palais gelebt hat. Thronfolger Friedrich Wilhelm III. ließ die Gräfin Lichtenau einsperren.

Nach wechselnden Besitzern im 19. und 20. Jahrhundert, gehört das Palais Lichtenau seit 1927 der Familie des heutigen Eigentümers. Von 1945-1955 wurde es von der Sowjetarmee für ein Projektierungsbüro genutzt, danach zog dann die Verwaltung des VEB Spezialbau Potsdam dort ein. Seit der Wende wurde das Palais von unterschiedlichen Unternehmen zum Teil gewerblich genutzt. Seit dem Jahr 2005 finden hier Aufführungen des Hans-Otto-Theaters statt.

Zum Palais Lichtenau, das gegenüber der Gotischen Bibliothek am Neuen Garten liegt, gehören noch ein Kutscher- und ein Gartenhaus. Die Wohnfläche des Palais beträgt fast 1000 Quadratmeter. Das Gebäude ist zurzeit für einen Preis von 1,75 Millionen Euro zu verkaufen. Als Eigentümer wurde im Jahr 1997 Ernst Freiherr von Lüttwitz genannt.