Palast-Hotel

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Das Palast-Hotel im Jahr 1910

Das ehemalige Palast-Hotel (auch „Palasthotel“ geschrieben) befand sich an der Langen Brücke in der Innenstadt von Potsdam. Die Adresse lautete Humboldtstraße 1. Es lag gegenüber dem Ostflügel des Stadtschlosses und in der Nähe des Palastes Barberini und somit im Bereich des Alten Marktes.

Geschichte

Das Palast-Hotel wurde 1880 und 1898 errichtet. Es besaß eine eigene Anlegestelle für Dampfer und Motorboote an der Alte Fahrt der Havel. Es galt als eine der besten Adressen in Potsdam und war damals mit 110 Betten das größte Hotel Potsdams. Der Grieben vermerkte dazu: 65 Zimmer in den Preiskategorien von 4 bis 7,50 Mark. Fliessend warmes und kaltes Wasser, Zentralheizung und eine Autohalle gehörten zu dem Hotel.

Am 14. April 1945, in der Nacht von Potsdam, wurde bei der Bombardierung Potsdams das Palast-Hotel völlig zerstört. Die Trümmer wurden, wie die Ruinen aller anderen Gebäude in der Humboldtstraße, nach dem Krieg abgeräumt. Das Gelände wurde danach nicht mehr bebaut.

Im Rahmen der Wiedergewinnung der historischen Stadtmitte werden die Grundstücke der ehemaligen Humboldtstraße - zum Teil mit historischen Leitbauten wie das Palais Barberini - mit annäherend historischem Stadtgrundriss wieder bebaut. Hierfür wurde für das Grundstück des ehemaligen Palasthotels und das Nachbargrundstück, welche zusammen die Humboldtstraße 1/2 bilden, ein kombinierter Investoren- und Architektenwettbewerb durchgeführt. Der niederländische Baukonzern Kondor Wessels, der die Architekten Bernd Redlich und Hilmer & Sattler verpflichtet, wird auf dem etwa 2.300 m² großen Grundstück ein Ärzte-/Bürohaus mit einem Restaurant an der Wasserseite bauen und ein Wohngebäude mit Läden im Erdgeschoss errichten (Quellen: PNN, Immobilienzeitung).

Vorgängerbau

Vor dem Palasthotel stand auf dem Grundstück Humboldtstraße 1 eine Schokoladenfabrik, genauer gesagt die Potsdamer Dampf-Schokoladenfabrik der Gebrüder Miethe. Der Hallenser Johann Friedrich Miethe, der seit 1820 in der Charlottenstraße 46 eine Konditorei und Pfefferkuchenbäckerei betrieb, baute in seiner neuen Schokoladenfabrik die erste Dampfmaschine Potsdams ein. Sein Enkel war der Erfinder des Blitzlichtpulvers und Konstrukteur der Fotokamera zur Dreifarbenfotografie, Adolf Miethe. Das Ende der Fabrikation ist nicht belegt. Aber im Jahr 1875 wurde noch produziert und ein Foto von 1879 zeigt noch das unversehrte Betriebsgebäude. Das Gelände selbst blieb bis 1890 noch in Familienbesitz.

Bilder

Quellen

  • Grieben – Ausgabe 10/1938
  • Potsdamer Neue Nachrichten (PNN) – Ausgabe vom 21.07.2011 auf Seite 09
  • Immobilienzeitung – Ausgabe vom 10.11.2011 auf Seite 29
  • „Potsdam-Lexikon, Stadtgeschichte von A bis Z“, Götzmann, Jutta; Wernicke, Thomas; Winkler, Kurt (Hrsg.); Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin, 2010, S. 219f; ISBN 978-3-942476-03-4.