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Paul Kühne wurde am 16. September 1908 in Nowawes, dem heutigen [[Babelsberg]], geboren. Nach der Volksschule absolvierte er eine Lehrausbildung bei der Firma [[Orenstein & Koppel]]. Paul wurde Mitglied der ''Roten Jungfront'' (Jugendorganisation des Roten Frontkämpferbundes) und später des RFB selbst. Im Jahr 1929 trat er der ''Kommunistischen Partei Deutschlands'' (KPD) bei. Zu seinen engsten Kampfgefährten gehörten [[Walter Junker]], [[Walter Klausch]], [[Kurt Vogel]] und [[Kurt Laube]].
 
Paul Kühne wurde am 16. September 1908 in Nowawes, dem heutigen [[Babelsberg]], geboren. Nach der Volksschule absolvierte er eine Lehrausbildung bei der Firma [[Orenstein & Koppel]]. Paul wurde Mitglied der ''Roten Jungfront'' (Jugendorganisation des Roten Frontkämpferbundes) und später des RFB selbst. Im Jahr 1929 trat er der ''Kommunistischen Partei Deutschlands'' (KPD) bei. Zu seinen engsten Kampfgefährten gehörten [[Walter Junker]], [[Walter Klausch]], [[Kurt Vogel]] und [[Kurt Laube]].
  
Nach der Machtergreifung der Faschisten im Jahr 1933 war Paul Kühne einer der Ersten, die inhaftiert wurden. Nach dem Gefängnis durchlebte er die Hölle der Emslandlager. Überraschend erfolgte im Jahr 1935 seine Entlassung. Kühne beteiligte sich unmittelbar darauf am aktiven antifaschistischen Widerstand. Hierbei half ihm seine Arbeit als Taxifahrer. Als die erneute Verhaftung drohte, floh er in die CSR. Von dort gelangte über Ösetreich, die Schweiz und Frankreich nach Spanien. Hier beteiligte sich Kühne an der Verteidigung der gewählten Volksfrontregierung. Bei den Kämpfen der XV. Internationalen Brigade gegen die Franco-Faschisten fuhr Paul Kühne unter anderem einen Panzerspähwagen. Später wurde er Chef einer Sanitäts-Kraftwagen-Kolonne. Bei diesen Kämpfen half ihm seine Erfahrungen als Zugführer des RFB.
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Nach der Machtergreifung der Faschisten im Jahr 1933 war Paul Kühne einer der Ersten, die inhaftiert wurden. Nach dem Gefängnis durchlebte er die Hölle der Emslandlager. Überraschend erfolgte im Jahr 1935 seine Entlassung. Kühne beteiligte sich unmittelbar darauf am aktiven antifaschistischen Widerstand. Hierbei half ihm seine Arbeit als Taxifahrer. Als die erneute Verhaftung drohte, floh er in die Tschechoslowakei. Von dort gelangte über Österreich, die Schweiz und Frankreich nach Spanien. Hier beteiligte sich Kühne an der Verteidigung der gewählten Volksfrontregierung. Bei den Kämpfen der XV. Internationalen Brigade gegen die Franco-Faschisten fuhr Paul Kühne unter anderem einen Panzerspähwagen. Später wurde er Chef einer Sanitäts-Kraftwagen-Kolonne. Bei diesen Kämpfen half ihm seine Erfahrungen als Zugführer des RFB.
  
 
Nach dem Sieg der Putschisten floh Kühne nach Frankreich. Hier wurde er - wie viele Interbrigadisten - interniert und im Jahr 1941 an die GESTAPO ausgeliefert. Nach Ablauf seiner Inhaftierungszeit wurde Paul Kühne in die berüchtigte "Bewährungseinheit 999" gezwungen. Dieses Strafbattalion aus Häftlingen aller Art wurde an den Schwerpunkten des Krieges eingesetzt. Der schnelle Tod dieser "Soldaten" war dabei eingeplant. Die Spur zu Paul Kühne verläuft sich im Januar 1945. Es wird vermutet, daß er beim Überlaufen zur Roten Armee erschossen wurde.
 
Nach dem Sieg der Putschisten floh Kühne nach Frankreich. Hier wurde er - wie viele Interbrigadisten - interniert und im Jahr 1941 an die GESTAPO ausgeliefert. Nach Ablauf seiner Inhaftierungszeit wurde Paul Kühne in die berüchtigte "Bewährungseinheit 999" gezwungen. Dieses Strafbattalion aus Häftlingen aller Art wurde an den Schwerpunkten des Krieges eingesetzt. Der schnelle Tod dieser "Soldaten" war dabei eingeplant. Die Spur zu Paul Kühne verläuft sich im Januar 1945. Es wird vermutet, daß er beim Überlaufen zur Roten Armee erschossen wurde.

Version vom 5. Januar 2012, 12:29 Uhr

Paul Kühne (* 16.09.1908, in Nowawes, † unbekannt) war ein Antifaschist, Internationalist, Spanienkämpfer und ein Opfer des Faschismus.

Geschichte

Paul Kühne wurde am 16. September 1908 in Nowawes, dem heutigen Babelsberg, geboren. Nach der Volksschule absolvierte er eine Lehrausbildung bei der Firma Orenstein & Koppel. Paul wurde Mitglied der Roten Jungfront (Jugendorganisation des Roten Frontkämpferbundes) und später des RFB selbst. Im Jahr 1929 trat er der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei. Zu seinen engsten Kampfgefährten gehörten Walter Junker, Walter Klausch, Kurt Vogel und Kurt Laube.

Nach der Machtergreifung der Faschisten im Jahr 1933 war Paul Kühne einer der Ersten, die inhaftiert wurden. Nach dem Gefängnis durchlebte er die Hölle der Emslandlager. Überraschend erfolgte im Jahr 1935 seine Entlassung. Kühne beteiligte sich unmittelbar darauf am aktiven antifaschistischen Widerstand. Hierbei half ihm seine Arbeit als Taxifahrer. Als die erneute Verhaftung drohte, floh er in die Tschechoslowakei. Von dort gelangte über Österreich, die Schweiz und Frankreich nach Spanien. Hier beteiligte sich Kühne an der Verteidigung der gewählten Volksfrontregierung. Bei den Kämpfen der XV. Internationalen Brigade gegen die Franco-Faschisten fuhr Paul Kühne unter anderem einen Panzerspähwagen. Später wurde er Chef einer Sanitäts-Kraftwagen-Kolonne. Bei diesen Kämpfen half ihm seine Erfahrungen als Zugführer des RFB.

Nach dem Sieg der Putschisten floh Kühne nach Frankreich. Hier wurde er - wie viele Interbrigadisten - interniert und im Jahr 1941 an die GESTAPO ausgeliefert. Nach Ablauf seiner Inhaftierungszeit wurde Paul Kühne in die berüchtigte "Bewährungseinheit 999" gezwungen. Dieses Strafbattalion aus Häftlingen aller Art wurde an den Schwerpunkten des Krieges eingesetzt. Der schnelle Tod dieser "Soldaten" war dabei eingeplant. Die Spur zu Paul Kühne verläuft sich im Januar 1945. Es wird vermutet, daß er beim Überlaufen zur Roten Armee erschossen wurde.

Ehrungen

Quellen