Pestfriedhof

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ungefähre Lage des Friedhofes

In früheren Zeiten war es üblich, die Opfer von Seuchen außerhalb der Stadtmauern zu begraben. So hatte auch Potsdam einen Pestfriedhof, der sich vor dem Berliner Tor im heutigen Stadtteil Berliner Vorstadt befand. Dieser wurde im Jahr 1639 erstmals erwähnt. Seine bescheidenen Ausmaße sind auf einer alten Karte der Stadt aus dem Jahr 1685 von Samuel de Suchodoletz zu sehen.

Im Laufe der Zeit wurde der Friedhof erweitert und offizieller Stadtfriedhof, da König Friedrich Wilhelm I. keine Friedhöfe in der Stadt wollte. Er bekam die Bezeichnung Kirchhof, später Alter Kirchhof. Seine Lage ist auf einem "Grundriß von der Stadt Potsdam" von 1755 gut zu erkennen. Er reichte in etwa vom heutigen Gebäude K des Klinikum Ernst von Bergmann im Süden bis fast zur Kita des Klinikums im Norden und lag zwischen dem Verbindungstrakt der Gebäude K bis P im Westen bis zu dem Wohnheim des Klinikums an der Berliner Straße im Osten. Da der Friedhof wegen der schnell wachsenden Bevölkerung zu klein wurde, ließ der neue König Friedrich Wilhelm II. den Friedhof vor dem Nauener Tor einrichten. Der Alte Kirchhof wurde bald darauf geschlossen. Anschließend wurde das Gelände als Baugrundstück und Garten für das Potsdamer Armen- und Arbeitshaus genutzt.

Quellen

  • „Plan der Umgebung Potsdams um 1680“, Samuel de Suchodoletz, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz; 1685
  • „Grundriß von der Stadt Potsdam“ von 1755, Verfasser unbekannt
  • „Potsdam-Lexikon, Stadtgeschichte von A bis Z“, Götzmann, Jutta; Wernicke, Thomas; Winkler, Kurt (Hrsg.); Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin, 2010, S. 219f; ISBN 978-3-942476-03-4.