Plögerscher Gasthof

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Der Plögerscher Gasthof (Eckhaus Bildmitte) auf einem Gemälde aus dem Jahre 1771

Der Plögersche Gasthof befand sich in der Innenstadt von Potsdam, in der Schloßstraße 7, an der Ecke Hohewegstraße (heute Friedrich-Ebert-Straße. In dem Gebäude befand sich später die Kommandantur der preußischen und später der deutschen Armee. Das Gebäude, genau wie die umliegenden Häuser, wurde bei der Bombardierung in der Nacht von Potsdam zerstört und die Reste abgetragen.

Geschichte

Das Gebäude wurde im Jahr 1754 auf Weisung von König Friedrich II. vom Architekten Carl Ludwig Hildebrandt errichtet. Als Vorbild diente dem König – entsprechend der damaligen Italien-Mode – der Palazzo Valmarana in Vincenza. Die Fassade war reich verziert und das Dach war mit acht Attika-Skulpturen von Johann Peter Benkert bekrönt. Sie stellten antike Gottheiten dar, die mit Essen, Trinken und der Musik im Zusammenhang standen.

Aus der Zeit des Gasthofes ist wenig bekannt. Ab dem Jahr 1765 gehörte es dem Namengeber: Johann Christoph Plöger. Im Mai 1778 war Johann Wolfgang von Goethe dort zu Gast, als er mit dem Herzog von Weimar Berlin und Potsdam besuchte.

Ab dem Jahr 1819 diente das Gebäude als Kommandantur der preußischen und später der deutschen Armee.

In der Nacht von Potsdam, am 14. April 1945, wurde neben der gesamten Innenstadt auch der einstige Gasthof stark in mitleidenschaft gezogen. Die fast vollständige Zerstörung des Hauses erfolgte jedoch durch den Artilleriebeschuß der Roten Armee, die so den sinnlosen Widerstand der faschistischen Wehrmacht brechen wollte. Übrig blieb nur das 64 Zentimeter starke Frontmauerwerk und dessen prachtvolle Schaufassade.

Im Jahr 1958 begann der Abriß der Ruine. Hierbei spielten zwei Aspekte eine Rolle. Zum Einen trug die Kommandatur den Makel des Militarismus, den es in der DDR auszurotten galt, und zum Anderen sollte die Verbindung zwischen der Langen Brücke zur neu gegliederten Friedrich-Ebert-Straße nicht eine schmale Gasse, in Form der Hohewegstraße, bilden. Zudem stand das Gebäude der ehemaligen Kommandantur diesem Vorhaben im Wege. Von dem gesamten Gebäude wurden nur die Attika-Skulpturen gerettet. Sie wurden an der Hauptallee vom Park Sanssouci in Höhe der Orangerie aufgestellt.

Weitere Bilder

Quellen