Platz der Einheit: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Platz der Einheit''' im Stadtzentrum von Potsdam wurde zur Bundesgartenschau 2001 neu gestaltet. Markantes Merkmal ist das von Sitztreppen gesäumte Wegkreuz, das quer über das Rasen-Rechteck verläuft. Die Bauarbeiten waren 1999 abgeschlossen. Für die Gestaltung erhielten die Landschaftsarchitekten WES & Partner 2001 den Preis der Stiftung "Lebendige Stadt". Ihnen war es gelungen die strenge Gliederung aufzubrechen und mit der Profilierung für eine neue Aufenthaltsqualität zu sorgen.
 
Der '''Platz der Einheit''' im Stadtzentrum von Potsdam wurde zur Bundesgartenschau 2001 neu gestaltet. Markantes Merkmal ist das von Sitztreppen gesäumte Wegkreuz, das quer über das Rasen-Rechteck verläuft. Die Bauarbeiten waren 1999 abgeschlossen. Für die Gestaltung erhielten die Landschaftsarchitekten WES & Partner 2001 den Preis der Stiftung "Lebendige Stadt". Ihnen war es gelungen die strenge Gliederung aufzubrechen und mit der Profilierung für eine neue Aufenthaltsqualität zu sorgen.
  
 
Der Platz der Einheit ist einer der ältesten Plätze der Stadt. Der Platz der Einheit war bis in das 17. Jahrhundert ein größerer See. Bei der Erweiterung der Stadt wurde dieses als “Niklassee” bezeichnete Gewässer zugeschüttet. Es blieb nur ein kleiner Rest: der “Faule See”. Während der Ersten [[Stadterweiterung]] unter [[Friedrich Wilhelm I.]] erfolgte die vollständige Zuschüttung, wodurch die “Fauler See Plantage” angelegt werden konnte. Der Rand wurde mit zweigeschossigen Bürgerhäusern bebaut, die alle mit einer Giebelstube versehen waren. Die von [[Friedrich II.]] befohlene repräsentative Neugestaltung der Stadt bezog diese Plantage mit ein. Ab 1765 erhielt der Platz ein diagonales Wegekreuz und wurde mit Linden bepflanzt. Die Häuser um den Platz wurden erneuert und mit einer Prunkfassade versehen. Um 1790 wurde der Name “Wilhelmplatz” eingeführt.  
 
Der Platz der Einheit ist einer der ältesten Plätze der Stadt. Der Platz der Einheit war bis in das 17. Jahrhundert ein größerer See. Bei der Erweiterung der Stadt wurde dieses als “Niklassee” bezeichnete Gewässer zugeschüttet. Es blieb nur ein kleiner Rest: der “Faule See”. Während der Ersten [[Stadterweiterung]] unter [[Friedrich Wilhelm I.]] erfolgte die vollständige Zuschüttung, wodurch die “Fauler See Plantage” angelegt werden konnte. Der Rand wurde mit zweigeschossigen Bürgerhäusern bebaut, die alle mit einer Giebelstube versehen waren. Die von [[Friedrich II.]] befohlene repräsentative Neugestaltung der Stadt bezog diese Plantage mit ein. Ab 1765 erhielt der Platz ein diagonales Wegekreuz und wurde mit Linden bepflanzt. Die Häuser um den Platz wurden erneuert und mit einer Prunkfassade versehen. Um 1790 wurde der Name “Wilhelmplatz” eingeführt.  
  [[Bild:Desateur-Denkmal.jpg|thumb|left|Desateur-Denkmal; 12.10.2007<br/>Foto: ''Der Babelsberger'']]
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Der Platz selbst konnte wegen des sumpfigen Untergrundes nie bebaut werden. Die Randbebauung selbst war bereits ein steter Kampf gegen die Natur. Ganze Eichenwälder wurden in den Boden gerammt, um die Häuser auf Pfählen zu gründen. Oft waren mehrere Anläufe nötig, bis ein Haus sicher stand. Dennoch sackten einige Häuser ab und die Rammarbeiten begannen von vorn. Selbst König [[Friedrich Wilhelm II.]] soll bei einer Besichtigung der Bauarbeiten beinahe versunken sein. Das rechte Bild zeigt die Neugestaltung des Platzes. Im Hintergrund erkennt man die Türme der [[Garnisonkirche]] (rechts] und der alten [[Nikolaikirche]] (links).
 
Der Platz selbst konnte wegen des sumpfigen Untergrundes nie bebaut werden. Die Randbebauung selbst war bereits ein steter Kampf gegen die Natur. Ganze Eichenwälder wurden in den Boden gerammt, um die Häuser auf Pfählen zu gründen. Oft waren mehrere Anläufe nötig, bis ein Haus sicher stand. Dennoch sackten einige Häuser ab und die Rammarbeiten begannen von vorn. Selbst König [[Friedrich Wilhelm II.]] soll bei einer Besichtigung der Bauarbeiten beinahe versunken sein. Das rechte Bild zeigt die Neugestaltung des Platzes. Im Hintergrund erkennt man die Türme der [[Garnisonkirche]] (rechts] und der alten [[Nikolaikirche]] (links).
  
Von der damaligen Platzbebauung ist nur noch die zwischen 1879 und 1900 errichtete Post erhalten, sowie die Häuser [[Friedrich-Ebert-Straße]] 112 und 113. Alle anderen Gebäude wurden zerstört und wurden wieder neu aufgebaut - zum Teil nach historischem Vorbild, wie das [[Haus des Handwerks]] an der [[Friedrich-Ebert-Straße]]/Ecke [[Charlottenstraße]].
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Von der damaligen Platzbebauung ist nur noch die zwischen 1879 und 1900 errichtete [[Hauptpost|Post]] erhalten, sowie die Häuser [[Friedrich-Ebert-Straße]] 112 und 113. Alle anderen Gebäude wurden zerstört und wurden wieder neu aufgebaut - zum Teil nach historischem Vorbild, wie das [[Haus des Handwerks]] an der [[Friedrich-Ebert-Straße]]/Ecke [[Charlottenstraße]].
  
 
[[Kategorie:Plätze]]
 
[[Kategorie:Plätze]]

Version vom 15. Februar 2009, 12:25 Uhr

Datei:Wilhelmplatz; 1773.jpg
Wilhelmplatz; Gemälde von Johann Friedrich Meyer; 1773
Datei:Platz der Einheit.JPG
Platz der Einheit von oben
Datei:Desateur-Denkmal.jpg
Desateur-Denkmal; 12.10.2007
Foto: Der Babelsberger

Der Platz der Einheit im Stadtzentrum von Potsdam wurde zur Bundesgartenschau 2001 neu gestaltet. Markantes Merkmal ist das von Sitztreppen gesäumte Wegkreuz, das quer über das Rasen-Rechteck verläuft. Die Bauarbeiten waren 1999 abgeschlossen. Für die Gestaltung erhielten die Landschaftsarchitekten WES & Partner 2001 den Preis der Stiftung "Lebendige Stadt". Ihnen war es gelungen die strenge Gliederung aufzubrechen und mit der Profilierung für eine neue Aufenthaltsqualität zu sorgen.

Der Platz der Einheit ist einer der ältesten Plätze der Stadt. Der Platz der Einheit war bis in das 17. Jahrhundert ein größerer See. Bei der Erweiterung der Stadt wurde dieses als “Niklassee” bezeichnete Gewässer zugeschüttet. Es blieb nur ein kleiner Rest: der “Faule See”. Während der Ersten Stadterweiterung unter Friedrich Wilhelm I. erfolgte die vollständige Zuschüttung, wodurch die “Fauler See Plantage” angelegt werden konnte. Der Rand wurde mit zweigeschossigen Bürgerhäusern bebaut, die alle mit einer Giebelstube versehen waren. Die von Friedrich II. befohlene repräsentative Neugestaltung der Stadt bezog diese Plantage mit ein. Ab 1765 erhielt der Platz ein diagonales Wegekreuz und wurde mit Linden bepflanzt. Die Häuser um den Platz wurden erneuert und mit einer Prunkfassade versehen. Um 1790 wurde der Name “Wilhelmplatz” eingeführt.

Der Platz selbst konnte wegen des sumpfigen Untergrundes nie bebaut werden. Die Randbebauung selbst war bereits ein steter Kampf gegen die Natur. Ganze Eichenwälder wurden in den Boden gerammt, um die Häuser auf Pfählen zu gründen. Oft waren mehrere Anläufe nötig, bis ein Haus sicher stand. Dennoch sackten einige Häuser ab und die Rammarbeiten begannen von vorn. Selbst König Friedrich Wilhelm II. soll bei einer Besichtigung der Bauarbeiten beinahe versunken sein. Das rechte Bild zeigt die Neugestaltung des Platzes. Im Hintergrund erkennt man die Türme der Garnisonkirche (rechts] und der alten Nikolaikirche (links).

Von der damaligen Platzbebauung ist nur noch die zwischen 1879 und 1900 errichtete Post erhalten, sowie die Häuser Friedrich-Ebert-Straße 112 und 113. Alle anderen Gebäude wurden zerstört und wurden wieder neu aufgebaut - zum Teil nach historischem Vorbild, wie das Haus des Handwerks an der Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Charlottenstraße.