Platz der Einheit: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Platz der Einheit''' im Stadtzentrum von Potsdam wurde zur [[Bundesgartenschau]] 2001 neu gestaltet. Markantes Merkmal ist das von Sitztreppen gesäumte Wegkreuz, das quer über das Rasen-Rechteck verläuft. Die Bauarbeiten waren 1999 abgeschlossen. Für die Gestaltung erhielten die Landschaftsarchitekten [[WES & Partner]] 2001 den Preis der Stiftung "Lebendige Stadt". Ihnen war es gelungen die strenge Gliederung aufzubrechen und mit der Profilierung für eine neue Aufenthaltsqualität zu sorgen.
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Der '''Platz der Einheit''', früher „Wilhelmplatz“ genannt, befindet sich in der [[Innenstadt]] von [[Potsdam]]. Markantes Merkmal ist das von Sitztreppen gesäumte Wegekreuz, welches quer über das Rasen-Rechteck verläuft.
  
Der Platz der Einheit ist einer der ältesten Plätze der Stadt. Er entstand im Zuge der 1. Stadterweiterung under [[Friedrich Wilhelm I]]. Vorher befand sich hier ein Gewässer, für das folgende Namen überliefert sind: 1528 Niclas-See, 1683 Clauß-See, 1710 Die faule See - was wohl als weiterer Grund fürs Zuschütten anzusehen ist. Überlieferungen zufolge diente der Platz auch für mittelalterliche Rituale. Man warf Frauen, die man der Ketzerei bezichtigte in den Pfuhl. Schwammen sie oben, waren sie unschuldig. Gingen sie unter, hatte sie der Teufel geholt.
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== Geschichte ==
 
 
Die Urbarmachung des Platzes war stets ein Kampf gegen die Natur. Ganze Eichenwälder wurden in den Boden gerammt, um die Häuser auf Pfählen zu gründen. Oft waren mehrere Anläufe nötig, bis ein Haus sicher stand.
 
  
Von der heutigen Platzbebauung ist nur noch die zwischen 1879 und 1900 errichtete Post erhalten, sowie die Häuser [[Friedrich-Ebert-Straße]] 112 und 113. Alle anderen Gebäude wurden zerstört und wurden wieder neu aufgebaut - zum Teil nach historischem Vorbild, wie das [[Haus des Handwerks]] in der [[Friedrich-Ebert-Straße]]/[[Ecke Charlottenstraße]].
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[[Bild:Platz der Einheit, 2008.jpg|miniatur|Blick über den Platz]]
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[[Bild:Süd 2010 Nikolaikirche.jpg|miniatur|Blick zur Nikolaikirche]]
  
[[Category:Plätze]]
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Der Platz der Einheit ist einer der ältesten Plätze der Stadt. Er war bis in das [[17. Jahrhundert|17. Jahrhundert]] ein größerer See. Bei der Erweiterung der Stadt wurde dieses als [[Nikolaussee]] bezeichnete Gewässer zugeschüttet. Es blieb nur ein kleiner Rest: der „Faule See“. Während der [[Erste Stadterweiterung|Ersten Stadterweiterung]] unter [[Friedrich Wilhelm I. von Preußen|Friedrich Wilhelm I.]] erfolgte die vollständige Zuschüttung, wodurch die „Fauler See Plantage“ angelegt werden konnte. Der Rand wurde mit zweigeschossigen Bürgerhäusern bebaut, die alle mit einer Giebelstube versehen waren. Die von [[Friedrich II. von Preußen|Friedrich II.]] befohlene repräsentative Neugestaltung der Stadt bezog diese Plantage mit ein. Ab 1765 erhielt der Platz ein diagonales Wegekreuz und wurde mit Linden bepflanzt. Die Häuser um den Platz wurden erneuert und mit einer Prunkfassade versehen. Um 1790 wurde zu Ehren von [[Friedrich Wilhelm II. von Preußen|Friedrich Wilhelm II.]] der Name „''Wilhelms Platz''“ eingeführt, der sich durch den Volksmund in ''Wilhelmplatz'' änderte.
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Der Platz selbst konnte wegen des sumpfigen Untergrundes nie bebaut werden. Die Randbebauung selbst war bereits ein steter Kampf gegen die Natur. Ganze Eichenwälder wurden in den Boden gerammt, um die Häuser auf Pfählen zu gründen. Oft waren mehrere Anläufe nötig, bis ein Haus sicher stand. Dennoch sackten einige Häuser ab und die Rammarbeiten begannen von vorn. Selbst König [[Friedrich Wilhelm II. von Preußen|Friedrich Wilhelm II.]] soll bei einer Besichtigung der Bauarbeiten beinahe versunken sein.
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Von der damaligen Platzbebauung ist nur noch die zwischen 1879 und 1900 errichtete [[Hauptpost|Post]] erhalten, sowie die Häuser [[Friedrich-Ebert-Straße]] 112 und 113. Alle anderen Gebäude wurden zerstört und später wieder neu aufgebaut - zum Teil nach historischem Vorbild, wie das [[Haus des Handwerks]] an der Friedrich-Ebert-Straße/Ecke [[Charlottenstraße]]. Auch das Gebäude der [[Alte Synagoge|Synagoge]] wurde zerstört und soll nun in der Friedrich-Ebert-Straße neu entstehen.
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Zur [[Bundesgartenschau 2001]] wurde der Platz der Einheit neu gestaltet. Die Bauarbeiten waren im Jahr 1999 abgeschlossen. Für die Gestaltung erhielten die Landschaftsarchitekten „WES & Partner“ im Jahr 2001 den Preis der Stiftung „Lebendige Stadt“. Ihnen war es gelungen die strenge Gliederung aufzubrechen und mit der Profilierung für eine neue Aufenthaltsqualität zu sorgen. Auf dem Platz sind auch zwei Denkmäler aufgestellt – das [[Mahnmal für die Opfer von Faschismus und Krieg]] und das [[Denkmal für den unbekannten Deserteur]].
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Bild:Wilhelmplatz_Nord;_Johann_Friedrich_Meyer,_1776.jpg|Die Nordseite, im Jahr&nbsp;1776
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Bild:Wilhelmplatz_um_1773.jpg|Der Platz in Richtung Süden, im Jahr&nbsp;1776
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Bild:Wilhelmplatz_um_1910.jpg|Der Wilhelmplatz, um&nbsp;1910
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Bild:Wilhelmplatz_um_1910, Südseite.jpg|Die Südseite, um&nbsp;1910
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Bild:Wilhelmplatz um 1940, Alfred von Lobenstein.jpg|Die Ostseite, um&nbsp;1940
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Bild:Mahnmal für die antifaschistischen Widerstandskämpfer, 2007.jpg|Mahnmal für die Opfer von Faschismus und Krieg, im Herbst&nbsp;2007
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Bild:Wilhelmplatz,_Deserteur-Denkmal;_2007.jpg|Das Deserteur-Denkmal, im Herbst&nbsp;2007
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== Quellen ==
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* „Potsdam-Lexikon, Stadtgeschichte von A bis Z“, Götzmann, Jutta; Wernicke, Thomas; Winkler, Kurt (Hrsg.); Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin, 2010, S. 219f; ISBN 978-3-942476-03-4.
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[[Kategorie:Plätze|R]]
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[[Kategorie:Straßen]]
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[[Kategorie:Innenstadt]]
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[[Kategorie:Sehenswürdigkeiten]]

Aktuelle Version vom 25. Oktober 2020, 14:04 Uhr

Der Platz der Einheit, früher „Wilhelmplatz“ genannt, befindet sich in der Innenstadt von Potsdam. Markantes Merkmal ist das von Sitztreppen gesäumte Wegekreuz, welches quer über das Rasen-Rechteck verläuft.

Geschichte

Blick über den Platz
Blick zur Nikolaikirche

Der Platz der Einheit ist einer der ältesten Plätze der Stadt. Er war bis in das 17. Jahrhundert ein größerer See. Bei der Erweiterung der Stadt wurde dieses als Nikolaussee bezeichnete Gewässer zugeschüttet. Es blieb nur ein kleiner Rest: der „Faule See“. Während der Ersten Stadterweiterung unter Friedrich Wilhelm I. erfolgte die vollständige Zuschüttung, wodurch die „Fauler See Plantage“ angelegt werden konnte. Der Rand wurde mit zweigeschossigen Bürgerhäusern bebaut, die alle mit einer Giebelstube versehen waren. Die von Friedrich II. befohlene repräsentative Neugestaltung der Stadt bezog diese Plantage mit ein. Ab 1765 erhielt der Platz ein diagonales Wegekreuz und wurde mit Linden bepflanzt. Die Häuser um den Platz wurden erneuert und mit einer Prunkfassade versehen. Um 1790 wurde zu Ehren von Friedrich Wilhelm II. der Name „Wilhelms Platz“ eingeführt, der sich durch den Volksmund in Wilhelmplatz änderte.

Der Platz selbst konnte wegen des sumpfigen Untergrundes nie bebaut werden. Die Randbebauung selbst war bereits ein steter Kampf gegen die Natur. Ganze Eichenwälder wurden in den Boden gerammt, um die Häuser auf Pfählen zu gründen. Oft waren mehrere Anläufe nötig, bis ein Haus sicher stand. Dennoch sackten einige Häuser ab und die Rammarbeiten begannen von vorn. Selbst König Friedrich Wilhelm II. soll bei einer Besichtigung der Bauarbeiten beinahe versunken sein.

Von der damaligen Platzbebauung ist nur noch die zwischen 1879 und 1900 errichtete Post erhalten, sowie die Häuser Friedrich-Ebert-Straße 112 und 113. Alle anderen Gebäude wurden zerstört und später wieder neu aufgebaut - zum Teil nach historischem Vorbild, wie das Haus des Handwerks an der Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Charlottenstraße. Auch das Gebäude der Synagoge wurde zerstört und soll nun in der Friedrich-Ebert-Straße neu entstehen.

Zur Bundesgartenschau 2001 wurde der Platz der Einheit neu gestaltet. Die Bauarbeiten waren im Jahr 1999 abgeschlossen. Für die Gestaltung erhielten die Landschaftsarchitekten „WES & Partner“ im Jahr 2001 den Preis der Stiftung „Lebendige Stadt“. Ihnen war es gelungen die strenge Gliederung aufzubrechen und mit der Profilierung für eine neue Aufenthaltsqualität zu sorgen. Auf dem Platz sind auch zwei Denkmäler aufgestellt – das Mahnmal für die Opfer von Faschismus und Krieg und das Denkmal für den unbekannten Deserteur.

Weitere Bilder

Quellen

  • „Potsdam-Lexikon, Stadtgeschichte von A bis Z“, Götzmann, Jutta; Wernicke, Thomas; Winkler, Kurt (Hrsg.); Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin, 2010, S. 219f; ISBN 978-3-942476-03-4.