Platz der Einheit

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Datei:Wilhelmplatz, Mahnmal für die Opfer des Faschismus; 2007.jpg
Mahnmal für die Opfer von Faschismus und Krieg, im Herbst 2007

Der Platz der Einheit in der Innenstadt von Potsdam wurde zur Bundesgartenschau 2001 neu gestaltet. Markantes Merkmal ist das von Sitztreppen gesäumte Wegkreuz, das quer über das Rasen-Rechteck verläuft. Die Bauarbeiten waren 1999 abgeschlossen. Für die Gestaltung erhielten die Landschaftsarchitekten WES & Partner 2001 den Preis der Stiftung "Lebendige Stadt". Ihnen war es gelungen die strenge Gliederung aufzubrechen und mit der Profilierung für eine neue Aufenthaltsqualität zu sorgen. Auf dem Platz sind auch zwei Denkmäler aufgestellt: das Mahnmal für die Opfer von Faschismus und Krieg und das Denkmal für den unbekannten Deserteur.

Geschichte

Datei:Wilhelmplatz; 1773.jpg
Der Wilhelmplatz, im Jahr 1773
Datei:Wilhelmplatz um 1940.jpg
Die Bürgerhäuser an der Ostseite, um 1940

Der Platz der Einheit ist einer der ältesten Plätze der Stadt. Er war bis in das 17. Jahrhundert ein größerer See. Bei der Erweiterung der Stadt wurde dieses als „Niklassee“ bezeichnete Gewässer zugeschüttet. Es blieb nur ein kleiner Rest: der „Faule See“. Während der Ersten Stadterweiterung unter Friedrich Wilhelm I. erfolgte die vollständige Zuschüttung, wodurch die „Fauler See Plantage“ angelegt werden konnte. Der Rand wurde mit zweigeschossigen Bürgerhäusern bebaut, die alle mit einer Giebelstube versehen waren. Die von Friedrich II. befohlene repräsentative Neugestaltung der Stadt bezog diese Plantage mit ein. Ab 1765 erhielt der Platz ein diagonales Wegekreuz und wurde mit Linden bepflanzt. Die Häuser um den Platz wurden erneuert und mit einer Prunkfassade versehen. Um 1790 wurde der Name „Wilhelmplatz“ eingeführt.

Der Platz selbst konnte wegen des sumpfigen Untergrundes nie bebaut werden. Die Randbebauung selbst war bereits ein steter Kampf gegen die Natur. Ganze Eichenwälder wurden in den Boden gerammt, um die Häuser auf Pfählen zu gründen. Oft waren mehrere Anläufe nötig, bis ein Haus sicher stand. Dennoch sackten einige Häuser ab und die Rammarbeiten begannen von vorn. Selbst König Friedrich Wilhelm II. soll bei einer Besichtigung der Bauarbeiten beinahe versunken sein.

Von der damaligen Platzbebauung ist nur noch die zwischen 1879 und 1900 errichtete Post erhalten, sowie die Häuser Friedrich-Ebert-Straße 112 und 113. Alle anderen Gebäude wurden zerstört und später wieder neu aufgebaut - zum Teil nach historischem Vorbild, wie das Haus des Handwerks an der Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Charlottenstraße. Auch das Gebäude der Synagoge wurde zerstört und soll nun in der Friedrich-Ebert-Straße neu entstehen.

Weitere Bilder