Ratsmeierei

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Die Ratsmeierei, sie wurde auch Kämmereivorwerk genannt, befand sich in der Brandenburger Vorstadt, in der Lennéstraße 1. Sie war ein städischer Betrieb, unterstand also den Ratsherren der Stadt. Im Gegensatz dazu gab es die landesherrliche (sprich fürstliche) Amtsmeierei, die Eigentum des regierenden Markgrafen/Kurfürsten war.

Die Ratsmeierei wurde dort ab 1721 errichtet, da der alte Standort (Lindenstraße/Ecke Charlottenstraße) im Zuge der Ersten Stadterweiterung neu bebaut wurde. Das Gebiet um den heutigen Köhlerplatz lag damals noch außerhalb der Stadt Potsdam. Neben dem städtischen Landbesitz gehörten zu dem Meiereihof ein Wohnhaus, und Stallungen für das Nutzvieh. Dazu gehörten Schweine, Rinder, Pferde und Geflügel. Diese Gebäude sind heute nicht mehr existent bzw. durch Umbau sehr stark verändert. Weitere Meiereien unterhielt die Stadt in allen Vorstädten von Potsdam mit Wirtschaftshof, Stallungen und Ländereien. Diese waren aber alle von geringerer Größe.

Die Ratsmeierei wurde verpachten. Der letzte Pächter war Johann Christoph Vogel, der eigentlich als Ratszimmermeister tätig war. Im Jahr 1833 wurde die Ratsmeierei durch die preußische Regierung in Privateigentum überführt. Dadurch erhielt Vogel die Meierei volles Eigentumsrecht über die Ländereien mit den Gebäuden und den Viehbestand.

Quellen

  • „Potsdam-Lexikon, Stadtgeschichte von A bis Z“, Götzmann, Jutta; Wernicke, Thomas; Winkler, Kurt (Hrsg.); Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin, 2010, S. 219f; ISBN 978-3-942476-03-4.