Richard Tauber

Aus PotsdamWiki
Wechseln zu:Navigation, Suche
Richard Tauber auf einer Autogrammkarte; 1934

Richard Tauber wurde am 16. Mai 1891 in Linz als Richard Denemy geboren. Erst durch die Adoption durch seinen Vater (die Eltern waren unverheiratet) im Jahr 1913 erhielt Tauber seinen eigentlichen Namen. Durch den Beruf der Eltern - Mutter war Soubrette und der Vater Schauspieler - wuchs Tauber bei Pflegeeltern in Linz auf, wo er auch zur Volksschule ging. 1903 zog Tauber zu seinem Vater nach Wiesbaden und besuchte dort das Gymnasium. Anschließend studierte er von 1908 bis 1910 in Frankfurt am Main Klavier und Komposition, sowie das Dirigieren. Zwischen 1911 und 1912 ließ er sich in Freiburg im Breisgau von Carl Beines im Gesang ausbilden. Dort feierte Tauber am 12. Mai 1912 als Solist des Gesangsvereins „Concordia“ sein öffentliches Debüt.

Ab dem 2. März 1913 war Tauber am Stadttheater in Chemnitz tätig. Ende 1913 bekam er ein Engagement als Königlicher Hofopernsänger an der Oper in Dresden, daß bis 1918 andauerte. Anschließend pendeltete Tauber zwischen der Berliner Staatsoper und der Volksoper im Wien. Auch Gastspiele in anderen Häusern – z. B. Salzburg – waren immer mit dabei. 1930/31 bekam Tauber auch erste Engagements in London und New York.

1926 heiratete Tauber die Hamburger Soubrette Carlotta Vanconti, doch die Ehe wurde nach zwei Jahren wieder geschieden. Obwohl finanziell angeschlagen - seine Ex-Frau wurde mit 1 Mio. Reichsmark abgefunden - gründete Tauber die Richard-Tauber-Tonfilm-Gesellschaft. Diese Firma ging jedoch bereits 1931 in Konkurs.

1933 wurde Richard Tauber in Berlin von einem SA-Trupp mit den Worten „Judenlümmel, raus aus Deutschland“ angegriffen und niedergeschlagen. Bis dahin wohnte R. Tauber während seiner Dreharbeiten in der Rosa-Luxemburg-Straße 24 in Neubabelsberg. Wie so viele mußte aber auch er Deutschland verlassen. Tauber, der eigentlich sofort emigrieren wollte, arbeitete an seiner Operette „Der singende Traum“ weiter, die 1934 in Wien uraufgrführt wurde.

1935 machte Tauber bei Dreharbeiten zu „Heart's Desire“ die Bekanntschaft mit der britischen Schauspielerin Diana Napier und heiratete sie im darauf folgenden Jahr. Aber auch diese zweite Ehe war nicht von Dauer: bereits während des Krieges ging das Ehepaar getrennte Wege. 1938, nach dem „Anschluß“ Österreichs an das Deutsche Reich unternahm Tauber eine Welttournee und emigrierte dann nach Großbritannien. In Großbritannien trat Tauber in vielen Städten zur Truppenbetreuung auf, worauf ihm 1940 die britische Staatsbürgerschaft verliehen wurde.

1946 gab Tauber in Zürich ein Abschiedskonzert als Sänger. Nachfolgend war er fast nur noch mit Komponieren und Dirigieren beschäftigt. Am 27. September 1947 gab Tauber seine endgültigen Abschied von der Bühne. In einer Abschiedsvorstellung sang er in London mit dem Ensemble der Wiener Staatsoper unter Leitung von Josef Krips. Am 8. Januar 1948 starb der Opernsänger Richard Tauber in London an Lungenkrebs. Beerdigt ist Richard Tauber in London, Bromton Cemetery. Trotz seiner sehr hohen Einnahmen hinterließ Tauber Steuerschulden in Höhe von rund 750.000 Mark. Während der Trauerfeier in der Royal Albert Hall wurde dafür unter den 7.000 Anwesenden gesammelt.