Schuhfabrik Haase & Russ

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Die ehemalige Schuhfabrik im Frühling 2006

Die Schuhfabrik Haase & Russ hatte ihren Betrieb in der heutigen Benzstraße, im Potsdamer Stadtteil Babelsberg und produzierte Damen- und Herrenschuhe. Heute stehen noch einige wenige Gebäude des einstigen großräumigen Betriebes. Diese sind leicht an den typischen roten Ziegeln erkennbar.

Geschichte

Die Schuhfabrik um 1900

Die Schuhfabrik Haase & Russ war im Jahr 1900 das erste Unternehmen, welches sich in der Retzowstraße 8/9 – in Nowawes – niedergelassen hatte. Sie wurde am 15. Oktober 1900 gegründet. Inhaber der Firma waren Herr Haase (1887-1965) und Jacques Russ (1867-1930). Im Jahre 1911 kam noch Rudolf Moos dazu. Die Produktion stieg von anfänglich 150 Paar Schuhen auf 700 Paar in nur zehn Jahren. Zum Zeitpunkt der Firmengründung waren 20 Personen im Betrieb angestellt. Im Jahre 1925 waren bereits insgesamt 350 Beschäftigte tätig, die laut Fachkreisen eine sehr gute Qualität lieferten. Herr Russ zeichnete sich durch eine hohe Fachkompetenz aus, weswegen er mit führenden Funktionen in diversen Ausschüssen des Landes bedacht wurde. So unter anderem im Verband der "Deutschen Schuh- und Schaftfabrikanten e.V.". Zu den Abnehmern der Schuhproduktion zählten das KaDeWe in der Berliner Tauenzinstraße, ein großes Kaufhaus in der Nähe des Spittelmarktes in Berlin und seit Ende 1911 das erste eigenes "Puma"-Schuhgeschäft in Hamburg Mönckebergstraße. Ab 1925 arbeiteten die Söhne von Jacques Russ, Werner und Walter im Geschäft mit.

Produziert wurden hauptsächlich zwei verschiedene Schuhvarianten. Die eine Produktionslinie ab 1911 lief unter der Marke Puma (hat keinen Bezug zur erst 1948 von Rudolf Dassler gegründeten Firma) und "Fasan". Bei der zweiten Produktionslinie handelte es sich um den so genannten "STEPAN"-Schuh. Der Nowaweser Schuhmacher Otto Stephan, der ein Schuhgeschäft in der heutigen Karl-Liebknecht-Straße hatte, entwarf diesen Schuh und ließ ihn in der Schuhfabrik Haase & Russ herstellen.

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Quellen

  • „Neuendorf-Nowawes-Babelsberg – Stationen eines Stadtteils“ – Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000; ISBN 3-89570-653-1