Siedlung am Schillerplatz: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Siedlung am Schillerplatz''' befindet sich im [[Potsdam]]er Stadtteil [[Brandenburger Vorstadt]]. Sie liegt zwischen der [[Havel]] und dem [[Bahnhof Charlottenhof]] auf dem [[Kiewitt]]. Ursprünglich hieß die Siedlung '''Friedrichsstadt'''. Die Siedlung zeichnet sich durch breite Sichtachsen und wuchtigen, aus gelben Ziegeln gefertigen, Häuserblöcken aus. Dazwischen wurden große Rasenflächen angelegt.
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Die '''Siedlung am Schillerplatz''' befindet sich in der [[Brandenburger Vorstadt]] von [[Potsdam]]. Sie liegt zwischen der [[Havel]] und dem [[Bahnhof Charlottenhof]] auf dem [[Kiewitt]]. Ursprünglich hieß die Siedlung '''Friedrichsstadt'''. Die Siedlung zeichnet sich durch breite Sichtachsen und wuchtigen,dreigeschossigen, Häuserblöcken aus. Dazwischen wurden große Rasenflächen angelegt.Vom Bahnhof Charlottenhof fallen zunächst die klassizistisch anmutenden Bogenhallen auf, die ein Eingangsportal zur Siedlung darstellen.
  
 
== Geschichte ==
 
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Die Bezeichnung „Friedrichsstadt“ geht auf den ehemaligen Potsdamer Oberbürgermeister General [[Hans Friedrichs]] zurück. Friedrichs verfügte 1935 die Gründung einer Genossenschaft (WBG) für Kleinwohnungen. Die Mitgliedschaft kostete 200 Reichsmark, zahlbar in Raten zu je 5 Mark. Denn der Wohnraum sollte von Geringverdienenden genutzt werden.  
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Die Bezeichnung „Friedrichsstadt“ geht auf den ehemaligen Potsdamer Oberbürgermeister General [[Hans Friedrichs]] zurück. Friedrichs verfügte 1935 die Gründung einer Genossenschaft (WBG) für Kleinwohnungen. Die Mitgliedschaft kostete 200 Reichsmark, zahlbar in Raten zu je 5 Mark. Die Mitgliedschaft war Potsdamer Bürgern vorbehalten, denn der Wohnraum sollte von Geringverdienenden genutzt werden. Etwa die Hälfte nutzte die Mitgliedschaft aber auch als eine inflations- und krisensichere Anlage.  
  
Die Stadt verkaufte ein 46 Hektar großes Grundstück, das zum Teil mit Schrebergärten bebaut war, an den "Potsdamer Bauverein für Kleinstwohnungen". Dieser errichtete 400 kleinen Wohnungen, die größtenteils nicht mehr als 50 Quadratmeter groß waren. Die Wohnungen waren für damalige Verhältnisse modern ausgestattet mit Küche und Bad, Kohlefeuerung, Trockenböden, Kellern und sogar Garagen, die von innen zugänglich waren. Diese so genannten Kraftwagenhallen wurden später als Luftschutzräume genutzt. Sieben Aufgänge wurden bei Bombenangriffen zerstört und von 1959 bis 1961 wieder im alten Stil aufgebaut. Die Siedlung am Schillerplatz stand bereits in der DDR (seit 1987) unter Denkmalschutz. Nach der [[Wende]] wurde dies durch Aufnahme in die Denkmalliste bestätigt. Damit wird die städtebauliche Qualität des von Georg Fritsch geschaffenen Ensembles anerkannt.
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Die Stadt verkaufte ein 46 Hektar großes Grundstück, das zum Teil mit Schrebergärten bebaut war, an den "Potsdamer Bauverein für Kleinstwohnungen". Die Stadt förderte das Projekt mit einem günstigen Grundstückspreis und Übernahme der Planungskosten. Der Bauverein errichtete 400 kleinen Wohnungen, die größtenteils nicht mehr als 50 Quadratmeter groß waren. Die Wohnungen waren für damalige Verhältnisse modern ausgestattet mit Küche und Bad, Kohlefeuerung, Trockenböden, Kellern sowie Müllkellern und sogar einigen Garagen im Soutterain, die von innen zugänglich waren. Im Dachboden war die Waschküche eingebaut. Zwei Häuser waren mit einer Schwerkraft-Zentralheizung ausgestattet. Diese so genannten Kraftwagenhallen wurden später als Luftschutzräume genutzt. Sieben Aufgänge wurden bei Bombenangriffen zerstört und von 1959 bis 1961 wieder im alten Stil aufgebaut. Für den Bau wurden wurden gelbe Ziegel aus der Ziegelei Glindow verwendet.
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Die Siedlung am Schillerplatz stand bereits in der DDR (seit 1987) unter Denkmalschutz. Nach der [[Wende]] wurde dies durch Aufnahme in die Denkmalliste bestätigt. Damit wird die städtebauliche Qualität des von Georg Fritsch geschaffenen Ensembles anerkannt. Durch Dachausbauten entstanden in den 1990er Jahren hier weitere 100 Wohnungen.
  
 
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Zwischen der Havel und der Siedlung am Schillerplatz liegt ein kleiner Stadtteilpark in dem sich auch eine Aussichtsplattform, die so genannte ''[[Bastion]]'', befindet. Die Bastion lag in der Sichtachsen zwischen der Erlöserkirche und der Kirche Hermannswerder. Der Aussichtspunkt am Havelufer ermöglicht den Blick auf die Innenstadt und den Templiner See. Die Bastion diente bis zum Kriegsende auch als Pumpstation für Havelwasser für die Grünanlagen der neu errichteten Siedlung am Schillerplatz.
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Zwischen der Havel und der Siedlung am Schillerplatz liegt ein kleiner Stadtteilpark in dem sich auch eine Aussichtsplattform, die so genannte ''[[Bastion]]'', befindet. Die Bastion lag in der Sichtachsen zwischen der [[Erlöserkirche]] und der Kirche [[Hermannswerder]]. Der Aussichtspunkt am Havelufer ermöglicht den Blick auf die [[Innenstadt]] und den [[Templiner See]]. Die Bastion diente bis zum Kriegsende auch als Pumpstation für Havelwasser für die Grünanlagen der neu errichteten Siedlung am Schillerplatz.
  
 
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[Artikel bei myheimat.de|http://www.myheimat.de/potsdam/natur/kennen-sie-die-potsdamer-bastion-d44644.html]
 
  
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* [http://www.myheimat.de/potsdam/natur/kennen-sie-die-potsdamer-bastion-d44644.html Artikel auf myheimat.de]
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* [http://wohnen-am-schillerplatz.de/index.php?option=com_content&task=view&id=18&Itemid=29 Wohnen am Schillerplatz] - Homepage der WBG Potsdam West e.G.
  
 
[[Kategorie:Brandenburger Vorstadt]]
 
[[Kategorie:Brandenburger Vorstadt]]
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[[Kategorie:Wohngebiete]]

Aktuelle Version vom 22. September 2011, 16:59 Uhr

Die Siedlung am Schillerplatz befindet sich in der Brandenburger Vorstadt von Potsdam. Sie liegt zwischen der Havel und dem Bahnhof Charlottenhof auf dem Kiewitt. Ursprünglich hieß die Siedlung Friedrichsstadt. Die Siedlung zeichnet sich durch breite Sichtachsen und wuchtigen,dreigeschossigen, Häuserblöcken aus. Dazwischen wurden große Rasenflächen angelegt.Vom Bahnhof Charlottenhof fallen zunächst die klassizistisch anmutenden Bogenhallen auf, die ein Eingangsportal zur Siedlung darstellen.

Geschichte

Die Bezeichnung „Friedrichsstadt“ geht auf den ehemaligen Potsdamer Oberbürgermeister General Hans Friedrichs zurück. Friedrichs verfügte 1935 die Gründung einer Genossenschaft (WBG) für Kleinwohnungen. Die Mitgliedschaft kostete 200 Reichsmark, zahlbar in Raten zu je 5 Mark. Die Mitgliedschaft war Potsdamer Bürgern vorbehalten, denn der Wohnraum sollte von Geringverdienenden genutzt werden. Etwa die Hälfte nutzte die Mitgliedschaft aber auch als eine inflations- und krisensichere Anlage.

Die Stadt verkaufte ein 46 Hektar großes Grundstück, das zum Teil mit Schrebergärten bebaut war, an den "Potsdamer Bauverein für Kleinstwohnungen". Die Stadt förderte das Projekt mit einem günstigen Grundstückspreis und Übernahme der Planungskosten. Der Bauverein errichtete 400 kleinen Wohnungen, die größtenteils nicht mehr als 50 Quadratmeter groß waren. Die Wohnungen waren für damalige Verhältnisse modern ausgestattet mit Küche und Bad, Kohlefeuerung, Trockenböden, Kellern sowie Müllkellern und sogar einigen Garagen im Soutterain, die von innen zugänglich waren. Im Dachboden war die Waschküche eingebaut. Zwei Häuser waren mit einer Schwerkraft-Zentralheizung ausgestattet. Diese so genannten Kraftwagenhallen wurden später als Luftschutzräume genutzt. Sieben Aufgänge wurden bei Bombenangriffen zerstört und von 1959 bis 1961 wieder im alten Stil aufgebaut. Für den Bau wurden wurden gelbe Ziegel aus der Ziegelei Glindow verwendet.

Die Siedlung am Schillerplatz stand bereits in der DDR (seit 1987) unter Denkmalschutz. Nach der Wende wurde dies durch Aufnahme in die Denkmalliste bestätigt. Damit wird die städtebauliche Qualität des von Georg Fritsch geschaffenen Ensembles anerkannt. Durch Dachausbauten entstanden in den 1990er Jahren hier weitere 100 Wohnungen.

Weitere Details

Zwischen der Havel und der Siedlung am Schillerplatz liegt ein kleiner Stadtteilpark in dem sich auch eine Aussichtsplattform, die so genannte Bastion, befindet. Die Bastion lag in der Sichtachsen zwischen der Erlöserkirche und der Kirche Hermannswerder. Der Aussichtspunkt am Havelufer ermöglicht den Blick auf die Innenstadt und den Templiner See. Die Bastion diente bis zum Kriegsende auch als Pumpstation für Havelwasser für die Grünanlagen der neu errichteten Siedlung am Schillerplatz.

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