Gedenkstein Jüdisches Altenheim

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Der Gedenkstein, im Sommer 2007

Der Gedenkstein Jüdisches Altenheim befindet sich im Potsdamer Stadtteil Babelsberg, in der Villenkolonie Neubabelsberg, in der Spitzweggasse Nummer 2a. Der Gedenkstein soll daran erinnern, dass hier Hausnummer 1) einst ein Jüdisches Altenheim stand, welches von den Nationalsozialisten als Sammellager für die Deportation von Potsdamer Juden mißbraucht wurde.

Geschichte

Villa und Grundstück der Spitzweggasse 1, um 1930

Die Villa und der dazugehörige kleine Park in der ehemaligen Bergstraße 1 gehörte dem jüdischen Arzt Karl Heidmann. Später wohnre hier Sima Gurewitsch. Nach deren Emigration wurde die Villa zwangsverwaltet und im April 1940 von der Vereinigung der Juden (eine Zwangsorganisation) angemietet, um sie als Jüdisches Siechen- und Altenheim zu nutzen. In Wahrheit war es jedoch ein Sammellager für die jüdischen Bürger von Potsdam. Von dort aus wurden die Juden nach Riga und in andere Vernichtungslager deportiert.

Am 16. Januar 1943 wurde das Gelände durch die Gestapo geräumt und die letzten Potsdamer Juden in ein Vernichtungslager verschickt. Nach Abschluss der Deportationen wurde das Haus von einer SS-Dienststelle genutzt. Nach 1945 zerfiel die Villa und wurde in den 1970er abgerissen.

Weitere Details

Der Gedenkstein sowie die Bronzetafel sind die einzigen im Land Brandenburg vorhandenen Denkmäler, welche an die damaligen Sammelstellen für die Deportation jüdischer Menschen erinnern.

Der folgende Text steht auf der Bronzetafel:

„Auf diesem Gelände befanden sich Villa und Park des Grundstücks Bergstraße 1. Im April 1940 wurde hier ein jüdisches Siechen- und Altenheim eingerichtet, eine Sammelstelle alter jüdischer Menschen in Potsdam. Am 16. Januar 1943 wurde das Heim durch die GESTAPO geräumt und die letzten in Potsdam lebenden Juden in Vernichtungslager deportiert.“

Quellen

  • „Neuendorf-Nowawes-Babelsberg – Stationen eines Stadtteils“ – Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000; ISBN 3-89570-653-1

Weitere Bilder