Villa Sarre

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Die Villa im Herbst 2008

Die Villa Sarre befindet sich im Potsdamer Stadtteil Babelsberg in der Villenkolonie Neubabelsberg, in der Spitzweggasse 6. Benannt wurde die Villa nach dem Orientalisten Friedrich Sarre.

Geschichte

Das Löwenfries, im Herbst 2008

Die dreigeschossige Turmvilla wurde im Jahr 1906 durch den Architekten Otto Sior für den Leiter der Islamischen Sammlung des Bodemuseums in Berlin (damals Kaiser-Friedrich-Museum) errichtet, für Professor Friedrich Sarre. Die Villa wird von einigen orientalischen Plastiken verziert. Im Arkadengang des kleinen Turmes leuchtet ein 12 Meter langer Keramikfries mit Löwenmotiven. Dieser ist eine Nachbildung des Frieses, der zur Zeit Nebukadnzezars II. (604–552 v.u.Z.) das Ischtar-Tor der Prozessionsstraße von Babylon zierte. Die Löwen sollten das Böse abwenden und den Menschen schützen. Ein Fries, der Teile des Originals enthält, ist heute im Pergamonmuseum in Berlin zu sehen. Unter Verwendung von Bruchstücken der alten glasierten Ziegel wurden Teile der Prozessionsstraße und das Ischtar-Tor nachgebaut. Friedrich Sarre war an dieser Arbeit betreiligt und ließ eine Kopie für sein Haus herstellen.

Bei Familie Sarre waren häufig Besucher zu Gast, so Außenminister Walter Rathenau, Reichkanzler Franz von Papen, sowie der Erste Attaché der türkischen Botschaft Enver Pascha.

Nach dem Tod des Professors, am 31. Mai 1945, musste die Ehefrau ausziehen. Die Villa wurde dann zunächst als sowjetische Kommandantur genutzt und ab dem Jahr 1957 gehörte sie zu den Gebäuden der Hochschule für Film und Fernsehen.

Quellen

  • „Neuendorf-Nowawes-Babelsberg – Stationen eines Stadtteils“ – Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000; ISBN 3-89570-653-1