Stadtschloß

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Das Potsdamer Stadtschloss, ein Barockschloss, ist an der Stelle einer früheren Wall- und Befestigungsanlage getreten. Unter verschiedenen Kurfürsten wurde es erst zur Burg, später zum Schloss ausgebaut. Sein heute bekanntes Aussehen erhielt es unter König Friedrich II. und wurde durch den Hofarchitekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff in den Jahren 1744-1751 erschaffen. Die prachtvolle Innenausstattung galt es als eines der wichtigsten Werke des Friderizianischen Rokoko. Nach einem Luftangriff am 14. April 1945 brannte das Schloss aus und wurde dann in den Jahren 1959-1960 gesprengt. Seine Reste abgetragen.

Ein in Anlehnung an des historsche Vorbild erfolgender Wiederaufbau als Sitz Brandenburger Landtages ist im Februar 2007 abschließend durch die Stadtverordentenversammlung beschlossen worden und soll bis zum Jahr 2011 umgesetzt werden.

Aus einer Burg, wird ein Schloss

Bereits 993, dem Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung Potsdams, befand sich am Havelufer eine Slawenfestung. Die Eroberung der Mark Brandenburg durch die Askanier 1157, machte es notwendig diese nach Westen zu verlegen und zu einer stärker befestigten Turmburg auszubauen. Diese bestand aus einem eckigem Turm und der steinernen Umfassungsmauer. Deren Aufgabe war, den dortigen Havelübergang abzusichern und die regelmäßigen Wanderströme aus dem Havelland in das Teltower Land zu kontrollieren. Im 14. Jahrhundert wurde dann eine noch wesentlich größere Burganlage errichtet, und die vorhandene Turmburg in die neue Anlage einbezogen.

Durch die anhaltenden und ständige Verpfändungen Potsdams verfielen die Gebäude weitestgehend. Auch damals schon durchgeführte regelmäßige Baugutachten zeigten einen derart maroden Zustand, dass Ende des 16. Jahrhunderts der Abriss der Burg und ein Neubau erfolgte. Ein wichtiger Anlass war jedoch auch der Erwerb des gesamten Gut Potsdam durch den Kurfürsten Joachim Friedrich und dessen Gemahlin Katharina von Brandenburg-Küstrin, welche sich hier niederlassen wollte. Es wurde daher ein dreigeschossiges Gebäude mit 12 Dacherkernen und einem separaten Treppenturm errichtet. Das gesamte umlaufende Grundstück wurde im Karree durch eine Mauer abgegrenzt, dessen äußere Ecken durch Türme verstärkt wurden. Trotz des Todes der Kurfürstin 1602 konnten die Arbeiten 1603 abgeschlossen werden. Als 1607 die Kurfürstin Eleonore von Preußen (Katharina von Brandenburg-Küstrin) starb, verlor der Kurfürst Joachim Friedrich jegliches Interesse an Potsdam und ließ sich im nördlich von Berlin gelegenen Joachimsthal nieder. Auch die ihm folgenden Kurfürsten zeigten keinerlei Interesse mehr an der Burganlage, weshalb man sie wieder einmal verpfändet.

In der Zeit des Großen Kurfürsten

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) in Europa, wiesen das Gebäude und die Burganlage umfangreiche Schäden auf. Die meisten Fensterscheiben waren zerschossen, an sämtlichen Türen fehlten die Schlösser und auf dem Dach wuchsen wild die Bäume.

Als der Kurfürst Friedrich Wilhelm I. sämtliche Gebiete um Potsdam aus den Verpfändungen zurückkaufen wollte, wurde er durch den Klever Statthalter Johann Moritz von Nassau-Siegen, von dessen maßgeblicher Beteiligung an der Entwicklung der Stadt Kleve zu einer Kulturlandschaft, und durch die dortige Anlage verschiedener Parks, beeinflusst. Friedrich Wilhelm, der die umfangreichen Baumaßnahmen verfolgt hatte, war fasziniert und ließ sich auch regelmäßig Gartenbaufachbücher schicken. Auch durch seinen Kontakt mit dem Statthalter vergrößerte sich das Interesse für Gartengestaltung und Architektur. Ab 1660 ließ er sich unter eigener Anleitung einen Garten anlegen und das Potsdamer Schloss umbauen. Die Pläne sahen ab 1663 auch zwei kleinere Pavillons an den Seiten und einen großen Mittelpavillon vor, bei denen jeweils ein Turm auf das Dach gesetzt wurde. ZDie zwei hinten liegenden kleineren Pavillone, waren durch angesetzte Seitenflügel an die vorderen jeweils angeschlossen und bildeten ein Karree.

Ab dem Jahr 1671 nutzte der Kurfürst Friedrich Wilhelm das Schloss dann wesentlich häufiger. Um aber seinen gesamten Hofstaat unterzubringen zu können, mangelte es aber noch an Platz. Daher wurden 1679 die Seitenflügel verlängert und durch eine halbkreisförmige Galerie mit vorderen Torbau verbunden. Dies bildete bereits die charakteristische Form, welche das später umgebaute Stadtschloss prägen sollte.

Nach dem Ableben des Großen Kurfürsten im Jahre 1688 folgte dann mehrere Jahre, in denen keine weiteren Veränderungen mehr am Schloss durchgeführt wurden. Erst etwa zehn Jahre später wurde der Turm des Mittelpavillons abgenommen und und diesem zwei Treppen angefügt. Sie befanden sich auf der Seite des Lustgartens (der sogenannten Gartenseite) und waren halbkreisförmig zur linken und rechten Seite angeordnet. Ihre Namen „Grüne Treppen“ erhielten sie dann durch die dort im Sommer augestellten Orangenbäume.

Der Bau des Fortunaportals bis 1740

Aus Anlass der Selbstkrönung des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. zum König Friedrich I. von Preußen, wurden in Berlin, Oranienburg und Potsdam verschiedene Triumphbauwerke errichtet. Der Archtekt Jean de Bodt leitete bereits ab 1700 die Umbaumaßnahmen des Eingangsportals der Stadtmauer am Stadtschloss. Im dortigen Sockel befand sich nun ein Rundbogen, der verziert mit dem Kopf des Herkules, an ein Obergeschoss bestehend aus vier Pfeilern und vier Pilastern anschloss. Den oberen Abschluss bildete eine halbrunde Kuppel, auf die eine zwei Meter hohe, vergoldete Figur aufgesetzt wurde. Deren Name Fortuna wurde dann auf das entstandene Portal übertragen. Ein, gemäß ursprünglicher Pläne für die Spitze gedachter kronentragender Adler, wurde daher auf das Obergeschoss gestellt. Vier große kriegerische Figuren aus Sandstein waren auf den vier Sockeln neben dieser Kuppel platziert. Dazwischen befanden sich noch bis etwa 1736 Uhren mit sehr großen Zifferblättern.

An weiteren Teilen des ursprünglichen Stadtschlosses wurden nur kleinere Veränderungen vorgenommen, u.a. stellte man 16 steinerne Statuen auf den Dachsims. Die vorhandenen Innenräume und deren Einrichtung nutzte der König als zeitweilige Wohnung, oder um Feste zu feiern und hohen Besuch zu empfangen, wie beispielsweise beim „Dreikönigstreffen“ 1709 zwischen den Königen von Sachsen, Dänemark und Preußen. Von hier aus wurden auch seine zahlreichen Jagden in die Ravensberge oder nach Caputh gestartet. Der Nachfolger Friedrich Wilhelm I. (ab 1713) jedoch hatte kein Interesse mehr daran, sondern wollte das Schloss als eine vollwertige Wohnung nutzen, um von hieraus Potsdam zu einer Garnisonsstadt ausbauen zu können. Während dessen Amtszeit bis 1740 wurde die Stadt wesentlich vergrößert, wobei das Stadtschloss aber weiterhin in dem Zustand blieb, wie es von Friedrich I. gestaltet wurde.

Die Zeit Friedrich II.

Als 1740 Friedrich II. König von Preußen wurde nutzte er in seinen ersten Amtsjahren das Schloss Charlottenburg als Wohnort. Er ließ sich jedoch auch im Stadtschloss eine Wohnung herrichten. Bereits 1743 bewohnte er mehrere Räume im östlichen Hauptflügel des Marmorsaals, bestehend aus dem Schreib-und Schlafzimmer, sowie einem zusätzlichem Konzertzimmer. Weitere Räume wurden im Westen des Marmorsaals als Gästezimmer eingerichtet. Trotz der Fassadenausbesserungen war Friedrich II. mit der gesamten Ansicht des Stadtschlosses unzufrieden. Der Archtitekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (bekannt auch von vielen Berliner Bauten), fertigte daher verschiedene Zeichnungen für die vom König gewünschten Umgestaltungen des Schlosses an.

Das Hauptgebäude mit seiner Front zum gegenüberliegenden Lustgarten, wurde im Innenhof um vorgezogenes Treppenhaus erweitert. Für eine architektosche und landschaftgestalterische Einheit der Gesamtansicht des Schlosses, mit dem nebenan liegenden Marstall und auch des Lustgartens herzustellen wurden zwei Kolonnaden errichtet. Die beiden seitlichen Flügel passte man auf zwei Etagen an und es wurden sogenannte Kopfbauten zum Alten Markt hin errichtet. Hierbei wurde der rechte auch breiter war als der linke Hauptflügel gestaltet, um damit zusätzlicher Platz für ein integriertes Theater geschaffen.

Weiterhin erhielten diese Flügel eine angeordnete Säulengliederung und jeweils Dreiecksgiebel. Bei der Gestaltung des Hauptflügels, mit seiner Front zum Lustgarten, übernahm dann Friedrich II. persönlich dessen Bauplanung. 1745, nachdem er den Zweiten Schlesischen Kriege erfolgreich beendet hatte, geriet mit Knobelsdorff aneinander da dieser nicht alle seine Vorstellungen der Fassadengestaltung teilte. Nur bei den Fenstern einigte man sich, um diese stat einer Runden Ausführung, eckig zu gestalten. Dazwischen wurden drei gleiche Säulenpaare gestellt, wobei die Seiten nur eine Säule erhielten, und für die damalige Zeit eine vollkommene Neuerung darstellte. Als Zierde über dem einzigen runden Fenster oberhalb des Eingangs diente eine Wappenkartusche über dem Eingang, welches bestehend u.a.aus dem Wappenschild und einem Adler bestand. Im Jahre 1751, nachdem dann alle Arbeiten abgeschlossen waren, wurden dem Stadtschloss noch weitere Vasen, verschiedene Figuren und auch einige Trophäen hinzugefügt und sein Innenhof neu gestaltet.

Die Zeit Friedrich Wilhelm II.

Ab 1786 hieß der preußische König Friedrich Wilhelm II. (auch der dicke Lüderjahn genannt). Für ihn wurde im Nordwestflügel des Stadtschlosses eigens eine Wohnung hergerichtet. Da seine Vorliebe jedoch dem im Neuen Garten stehenden Marmorpalais galt, wurde diese seinen Söhnen Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Friedrich Ludwig Karl von Preußen übereignet. In den Zeiten in denen er das Stadtschloss besuchte, wohnte er dann in den Wohnungen von Friedrich II. im Hauptflügel. Während seiner kurzen, nur 12 Jahre währenden Amtszeit, heiratete sein älterer Sohn Friedrich Wilhelm III. die Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz und erhielt die Räumlichkeiten des Nordwestflügels dann allein zugesprochen. Das Paar mochte eine sehr schlichte Ausstattung. Daher wurden beim anschließenden Umbau (1799 - 1802) waren viele der vorher vorhandenen Wanddekorationen durch verschiedene Bespannungen (farbige Tapeten) oder nur Anstriche ersetzt.

Anstatt der Kamine, wurden neue Öfen eingebaut, die auch in kleinsten Nischen Platz fanden. Nur einige wenige Wohnräume von Königin Luise wurden nicht verändert. Diese hielt sie sich hier bis zu ihrem Ableben 1810 gerne auf.

In den folgenden Jahrzehnten wurde dann die „Grüne Treppe“ ersetzt, indem eine Rampe vor dem Hauptflügel ausgebaut wurde. Viele der weitreichenden Pläne von Friedrich Wilhelm IV. zum Umbau der Fassade des Hauptflügels (1856) wurden aber nicht mehr umgesetzt, und so konnte das Stadtschloss bis 1945 sein äußeres Aussehen beibehalten.

das 20.Jahrhundert

Als der Erste Weltkrieg beendet wurde und der Abdankung der deutsche Kaiser Wilhelm II. abdankte, wurde auch das Potsdamer Stadtschloss nicht mehr für kaiserlichen Zwecke benötigt. Hinzu kommt, dass dessen Interesse bereits vorher deutlich abgenommen hatte und sich bereits seit 1910 hier ein Museum befand. Auch die Potsdamer Stadtverwaltung, der Magistrat der Stadt Potsdam und das Arbeitsamt nutzten dieses Gebäude. Der Magistrat führte hier beispielsweise seine Sitzungen durch. Ab etwa 1920 wurden Räume an Künstler, Biographen und an den Potsdamer Kunstverein vermietet. Im Jahre 1922 zog dann mit dem Potsdamer Garnisonsmuseum ein weiteres Museum in die Räumlichkeiten ein. Zu dieser Zeit stand das Stadtschloss als öffentliches Gebäude für Besucher, abgesehen von einer Anmeldung beim Pförtner, zu festen Öffnungszeiten für Besichtigungen und auch Führungen offen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde ab 1943 insbesondere der Hauptflügel, mit seiner Front zum Lustgarten, infolge der Luftangriffe der Westalliierten mit Bretterverschlägen gesichert und der Besucherbetrieb eingestellt. Wie auch in anderen bedeutenden Gebäuden Deutschlands wurden die beweglichen Aufbauten und andere transporttable Teile ausgelagert. Bei dem schwersten Luftangriff auf Potsdam, in der Nacht des 14. April 1945, wurde das Stadtschloss und sein gesamtes umliegendes Ensembles schwer beschädigt. Besonders stark traf es dabei die der Innenstadt zugewandte Nordwestecke des Schlosses (der ehemalige Kapellenflügel) und das Fortunaportal. Einige Volltreffer der zahllosen Brand- und Sprengbomben zerstörten dabei die ehemaligen Wohnräume von Friedrich III. und Königin Luise bis in das Erdgeschoss. Der linke Seitenflügel des Fortunaportals blieb lediglich als eine Außenwand stehen. Infolge der Brandbomben und der starken Zerstörungen in der gesamten Innenstadt brannte das Stadtschloss bis auf die Grundmauern nieder.

Trotz aller seiner zahlreichen Schäden war jedoch das Außenmauerwerk sehr stabil und tragfähig, und zu ca. 80 Prozent der Bausubstanz noch intakt. Die Entscheidung der Stadtverwaltung aus dem 1959, das Gebäude vollständig abzutragen, löste daher heftige Reaktionen aus. Trotz zahlreicher Proteste und Mahnungen für einen Erhalt des historischen Stadtschlosses wurde es dann aber in nur 4 Monaten abgerissen. Hierbei wurde angefangen mit der Sprengung des Fortunaportals im Januar 1960. Die letzte Sprengung erfolgte im April 1960 und betraf das Treppenhaus. Das zusammenhängende und geschlossene Ensemble des Alten Marktes verlor sein wichtigstes Glied und damit sein typisches Gesicht.

Das nun freigewordene Areal wurde mit einer neuen innerstädtischen Magistrale, der Wilhelm-Külz-Straße (heutige Breite Straße) bebaut. Da der Lustgarten, durch den Bau des Ernst-Thälmann-Stadions bereits seit 1949 um die Hälfte verkleinert war, wurde dieser nun von 1966 bis 1969 mit dem Bau des Interhotels (heutiges Hotel Mercure) vollständig beseitigt. Das einzig verbliebende Gebäude des Stadtschlosses, war damit der Marstall vor dem Neuen Markt. Auch er entging aber nur knapp einem bereits geplanten Abriss, da sich der geplante Erweiterungsbau des Interhotels verzögerte. Nach der Übergabe der Macht an Erich Honecker im Jahre 1973, und dem weitgehenden Bruch mit Ulbrichts Vorstellungen, wurde dann der Schwerpunkt der Entwicklung der "sozialistischen Innenstadt" zur Klement-Gottwald-Straße(heutige Brandenburger Straße) verlagert.

Noch 1989 begann man, ein neues Hans-Otto-Theater auf dem Gelände des Stadtschlosses zu errichten. Aufgrund der politischen Veränderungen in der ehemaligen DDR, wurde der Rohbau (es bestand lediglich ein zu verkleidender Betongleitkern) abgerissen, da man diesen Neubau als einen Fremdkörper in der Innenstadt (von einigen Betonklotz genannt) ablehnte. Später wurde auch des öfteren, die sowohl historisch und auch tatsächlich unzutreffende Begründung genannt, der Theaterneubau hätte die Sicht auf die Nikolaikirche versperrt.

Fortunaportal und Brandenburgischer Landtag

2000 bis 2002 wurde als erstes Teilstück der Wiedererrichtung des historischen Ensembles das Fortunaportal am Alten Markt, durch ausschließlich und zahlreiche Privatspenden, insbesondere des Wahlpotsdamers Günther Jauch, wieder aufgebaut. Bereits bei den vorangegangenen archäologischen Ausgrabungen wurden dabei u.a. einige keramische Gefäße aus der Zeit der Slawen ausgegraben und auch einige Teile der ursprünglichen Burganlage aus dem 14. Jahrhundert freigelegt.

Die Errichtung eines notwendigen Schutzdaches wäre der Stadt aber zu teuer geworden, und wurde das freigelegte Loch bereits wieder am Ende des Sommers 2000 zugeschüttet. Als 2004 mit der Verlegung von Wasserleitungen auf dem ehemaligen Stadtschlossareal begonnen wurde, hat man den Alten Markt wieder auf frühere Höhe abgesenkt (etwa 46 cm tiefer) und mit einem Chinesischem Granitstein überpflastert. Während dieser Arbeiten wurde zur Verdeutlichung des geplanten Wiederaufbaues der halbe Grundriss des Stadtschlosses mit roten Holzwänden (diente auch als Sichtschutz) dargestellt. Weiterhin entstand eine neue Infobox, in welcher Bilder vom alten Stadtschloss und der alten Potsdamer Mitte, sowie die Architekturvorschläge für deren Wiederaufbau bis August 2006 ausgestellt wurden. Zum Tag der deutschen Einheit 2006 wurden die Arbeiten abgeschlossen werden, wobei die angrenzenden Gebäude auch neue Treppen erhielten und damit die Schinkel-Treppe an der Nikolaikirche entfernt wurde.

Der Brandenburger Landtag hat am 20. Mai 2005 beschlossen, einen neuen Landtag zu errichten, und hierzu das historische Potsdamer Stadtschloss bis 2011 zu bauen. Geplanter Baubeginn ist im Jahr 2008, wobei erhaltene alte Segmente wieder eingebaut werden sollen. Die Kosten für diesen Bau werden mit 80 Millionen Euro angegeben. Weitere 40 Millionen Euro werden für die Errichtung der historischen Fassade und ca. 32 Millionen Euro für den Umbau der gesamten Verkehrsführung über die Lange Brücke und dem Alten Markt benötigt, da auch eine neue Straßenbahnbrücke (damit die Straßenbahn das tieferliegende Stadtschlossareal erreichen kann) errichtet werden. Die Umsetzung des Projekts soll in einer Rahmen einer Öffentlich-Privaten Partnerschaft realisiert. Die Vorstellungen besagen, dass Errichtung und auch der Betrieb durch einen privaten Investor gewährleistet werden sollen und das Land Brandenburg das Stadtschloss für 30 vorerst Jahre mieten und anschließend kaufen wird.

Die vorgestellten Machbarkeitsstudien, darunter die des renomierten Architektenbüros Waechter und Waechter aus Darmstadt, empfehlen, das Stadtschloss auf dem ursprünglichen Grundriss zu errichten, jedoch nur die Nordfassade mit der historischen Fassade wieder zu errichten. Die Seitenflügel sollen dann fünf statt ursprünglich drei Etagen erhalten, und daher dort eine andere Fassade gebaut. Die Südliche Fassade soll moderner gestaltet werden, z.B. ohne die bekannte Auffahrt, auch damit in diesem Gebäudeteil der Plenarsaal Platz finden kann. Diese Waechter-Planung gewährleistet allerdings, dass der historische Innenhof errichtet werden kann und z.B. für zukünftige Feierlichkeiten zur Verfügung steht.

Durch die auf unterschiedlichen Vorstellungen zur baulichen Gestaltung basierende zweimalige Ablehnung der Planungen durch die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung ist der bisherige Zeitplan bereits erheblich in Verzug geraten.

Eine kürzlich durchgeführte Bürgerbefragung bei den Potsdamer Einwohnern, zum zukünftigen Standort des Landtagsneubaus ergab dann eine Mehrheit von 42,8 Prozent (3 Standorte waren zur Wahl, Speicherstadt, Statdschloss und ehemaliges Palais Barbarini) der abgegebenen Stimmen zu Gunsten des Standortes "Alter Markt". Auch der Bürgerverein ARGUS hatte zur Klärung der Gestaltungsfrage vom 15. Januar 2007 bis 22. Januar 2007 durch das forsa-Institut eine Telefonumfrage durchführen lassen, nach der sich eine Mehrheit von 59 % Prozent unter der angerufenen Potsdamer für den Wiederaufbau mit einer vollständig historischen Fassade aussprachen.

Am 31. Januar 2007 wurde mit 29 Ja und 16 Nein-Stimmen, bei drei Enthaltungen, durch die Stadtverordnetenversammlung die Aulegung des Bebauungsplanes beschlossen. Damit wurde der Weg für einen Beginn des Neubaus im Jahr 2008, allerdings nur in den Um- und Aufrissen des alten Stadtschlosses, freigemacht.


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