Steinstücken

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Grenzverlauf Steinstücken

Steinstücken ist eine exterritoriale Kolonie im Potsdamer Stadtteil Babelsberg. Es wird begrenzt durch die Stahnsdorfer Straße, Rote-Kreuz-Straße, Steinstraße, der Straße An der Parforceheide und der Parforceheide selbst. Das Gebiet gehört zum Berliner Stadtbezirk Steglitz-Zehlendorf, genauer gesagt zum Ortsteil Wannsee. In dem 1.000 mal 300 Meter großem Gebiet, daß entspricht 0,12 Quadratkilometer, wohnen etwa 300 Bürger (Stand: 2012).

Geschichte

Im Jahr 1787 erwarben Einwohner des Dorfes Stolpe das Gebiet des heutigen Steinstücken. Am Beginn des 19. Jahrhunderts wurde intensiv Ackerbau betrieben. 1887 kaufte ein reicher Kohlhaasenbrücker Bauer mit Namen Bernhard Beyer den größten Teil von Steinstücken auf und schuf eine kleine Landhauskolonie. Als das Dorf Stolpe im Jahr 1898 Teil des Ortes Wannsee wurde und 1920 ein Teil Berlins, betraf dies auch Steinstücken. Doch der Grenzverlauf blieb dabei jeweils unberührt. Im Laufe der Zeit dehnte sich der Nachbarort Nowawes, wie Babelsberg früher hieß, nach Osten aus und umschloß die kleine Kolonie.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Siegermächte ihre Sektoren abgesteckt und besetzt hatten, gehörte Steinstücken als Teil Zehlendorfs zum US-amerikanischen Sektor. Da Babelsberg, welches Steinstücken komplett umschloß, zur sowjetischen Zone gehörte, waren Probleme unausweichlich. Am 18. Oktober 1951 "besetzten" Polizisten der DDR die Enklave. Nach Protesten der US-Behörden zogen die Polizisten wieder ab. Auf Grund der sich verschärfenden Beziehungen zwischen Ost und West erhöhten die Behörden der DDR die Sicherheit an ihren Grenzen. Dies bedeutete, daß rund um Steinstücken erste Grenzsicherungsanlagen errichtet wurden. Die Einwohner durften Steinstücken nur noch in Richtung Berlin verlassen. Dazu wurde ein etwa ein Kilometer langer Waldweg befestigt, der streng kontrolliert wurde. Mit der endgültigen Grenzsicherung durch den Bau der Berliner Mauer 1961 wurde auch Steinstücken, nach einiger Verzögerung, mit einer gesonderte Mauer umschlossen. Im Dezember 1971 einigten sich die Verantwortlichen in der DDR und in Berlin (West) über ein gesondertes Abkommen im Rahmen des Viermächteabkommens der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges vom 3. September 1971. Für entsprechende Gegenleistungen trat die DDR einen 20 Meter breiten und rund einen Kilometer langen Gebietsstreifen an Berlin (West) ab. Auf diesen Streifen wurde eine Straße asphaltierte, die den Namen Bernhard Beyer bekam, dem Begfründer der Kolonie Steinstücken. Diese Straße wurde beidseitig von einer Mauer flankiert, die der Grenzsicherung dienste.

Quellen