Sternwarte Babelsberg

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Das Refraktor-Gebäude,
Frühling 2009

Die ehemalige Sternwarte Babelsberg befindet sich im Potsdamer Stadtteil Babelsberg, in der Straße „An der Sternwarte“ 16. Sie wurde am Anfang des 20. Jahrhundert aufgebaut und ist heute ein Teil des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam.

Geschichte

Die kaiserliche Wissenschaftsverwaltung hatte sich entschlossen die astronomischen Forschungen von Berlin nach Nowawes zu verlegen. Das hatte seinen Grund: die hohe Staubkonzentration und Lichtstreuung in der Hauptstadt erschwerte die Beobachtungen. Die Sternwarte Babelsberg wurde daher im Jahr 1913 westlich der damaligen Villenkolonie Neubabelsberg eingerichtet. Dazu wurde der östlich der Allee nach Glienicke gelegene Teil des Babelsberger Parks erworben und dort auf einem Hügel der Komplex errichtet. Der damalige Parkeingang existiert noch heute.

Für über eine Million Goldmark entstand der Neubau. Rund eine halbe Million kostete die aus Berlin mitgebrachte Technik. Im Jahr 1915 wurde ein 65-Zentimeter-Refraktor von Carl Zeiss, mit einem Durchmesser von 65 Zentimeter, aufgebaut. Es war ein in Jena produziertes Großinstrument zur Himmelsbeobachtung. Im Jahr 1924 wurde die Sternwarte mit einem 120-Zentimeter-Durchmesser-Teleskop ausgerüstet, dem damals weltweit zweitgrößten Spiegelteleskop. Dieses Gerät wurde nach dem Zweiten Weltkrieg demontiert und ging als Reparationsleistung in die Sowjetunion, wo es auf der Krim aufgestellt wurde.

Der Forschungsstandort Babelsberg wird ohne Unterbrechung bis heute genutzt. Im Jahr 1966 wurde der Schwerpunkt der Forschungen auf die Relativitätstheorie von Albert Einstein gelegt. Dementsprechend wurde die Einrichtung in Institut für relativistische und extragalaktische Forschung umbenannt. Wenig später wurde daraus das Zentralinstitut für Astrophysik der Akademie der Wissenschaften der DDR. Seit 1992 ist es das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP). Dabei dient die Sternwarte nicht mehr der Beobachtung. In einem Großrechner werden Daten aufbereitet die von Großteleskopen in den USA, Chile und Teneriffa sowie von Satelliten kommen.

Forschung und Lehre

Neben der alltäglichen Forschung werden hier auch Vorlesungen gehalten, so beispielsweise die (fast) an jedem dritten Donnerstag im Monat stattfindende „Sternennacht am Donnerstag“, die allgemeinverständlich – auch für die interessierte Bevölkerung – von Professoren vorgetragen wird.

Weitere Bilder

Quellen