Wilhelm von Türk

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Wilhelm von Türk (* 8.1.1774, in Meiningen; † 30.7.1846, in Klein Glienicke), mit vollem Namen Wilhelm Karl Christian von Türk, war ein Jurist und Pädagoge.

Geschichte

Karl Christian Wilhelm von Türk wurde am 8. Januar 1774 als jüngster Sohn des Kammerpräsidenten und Obermarschalls des Herzogs von Sachsen-Meiningen geboren.

Türk war selbst Waise und durch eine Krankheit halbseitig taub und blind. Schon mit 22 Jahren war er Rat in einer Justizkanzlei. Zuständig für Schulangelegenheiten im Herzogtum Mecklenburg, besuchte er verschiedene Bürgerschulen, auch die von Pestalozzi in der Schweiz. Türk gründete dort eine Erziehungsanstalt, in der Männer und Frauen zu Lehrern ausgebildet wurden.

Im Jahr 1817 – nach den Befreiungskriegen – kam er als Königlich-Preußischer Regierungs- und Schulrat nach Potsdam. Türk schrieb ein Rechenbuch für Landschulen und stiftete das Honorar für die Schullehrerwitwenkasse. Er trennte sich von seiner Gemäldesammlung und gründete im Jahr 1820 von dem Erlös eine Versorgungsanstalt für verwaiste Kinder, dem späteren „Potsdamer Civil-Waisenhaus“ auch „Türkhof“ genannt. 1829 ließ er eine „Suppenverteilungsanstalt“ einrichten. Zu seinem Unterricht gehörte auch Turnen und Schwimmen. An der Havel, am Ende der späteren Türkstraße ließ er die erste Schwimmanstalt errichten und unterrichtete selbst im Schwimmen.

In den Jahren 1839 und 1840 überredete Türk die Königin Elisabeth, die Gattin von Friedrich Wilhelm IV., 2.000 Taler für die Gründung eines Mädchenwaisenhauses zu stiften. Er nannte es „Elisabeth-Stift“ – womit regelmäßige Zuwendungen gesichert waren. Türk gründete in Potsdam ein Schullehrerseminar, für dessen Leitung er den Pädagogen Karl Friedrich Klöden einsetzte.

Türk starb am 30. Juli 1846 in Klein Glienicke und wurde dort auf dem Friedhof beigesetzt.

Weblinks