Turmvilla

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typische Turmvilla, die Villa von Haacke, Januar 2001

Von ca. 1829 an bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, während der Regierungszeit Friedrich Wilhelm IV., entstanden in Potsdam viele Villen im italienischen Landhausstil, der zu dieser Zeit gerade in Mode gekommen war. Diese Turmvillen, die es in Potsdam in sehr großer Vielfalt gibt, sind nicht nur der ganze Stolz ihrer Besitzer, sondern verzaubern auch die Vorbeispazierenden. Der Architekt Ludwig Persius nannte den Stil „die heitere Bauweise der Italiener“.


Im 15. und 16. Jahrhundert wurde dieses Baukonzept unter anderem vom italienischen Architekten Andrea Palladio (1508-1580) entworfen. Der Hauptzweck bestand darin, einen Wohnplatz an einem möglichst günstigen Ort zu den eigenen Besitzungen zu wählen, am besten sogar mitten auf ihnen. Dadurch wurde es möglich die eigenen Felder und sonstigen Ländereien und die darauf arbeitenden Bediensteten besser zu überwachen und eventuelle Verbesserungen einleiten zu können. Die Türme der Herrenhäuser waren dafür sehr hilfreich und die zentrale Lage des Gebäudes erleichterte es den Bediensteten die Feldfrüchte zum Herrenhaus zu bringen. So bezeichnete der Begriff "Villa" im damaligen Italien nicht nur das Gebäude, sondern auch das Areal auf dem es stand.


Die Sehnsucht eine Villa zu besitzen erfasste in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts ganz Europa. Natürlich brauchte man auch damals das „nötige Kleingeld“ um sich diesen Traum zu erfüllen. In den charakteristischen Türmchen wurde allerdings nicht gewohnt. Die Zimmerchen dienten, wie schon bei ihren italienischen Vorbildern, als Aussichtspunkt.


Bei den Villen Potsdams führte oft der berühmte Baumeister Karl Friedrich Schinkel Regie, der den Baustil auf seiner ersten Italienreise (1803-1805) entdeckte. Während dieser Reise zeichnete er sehr viele der italienischen Villen, die ihn so bezauberten und inspirierten. Aber erst 1824 erhielt er die Gelegenheit seine Ideen umzusetzen.

Ludwig Persius, sein Nachfolger, schuf ebenfalls Villen im italienischen Stil im Landschaftspark. Ihm sind viele der Turmvillen in den Vororten zuzuschreiben, deren Grundriss meist T- oder L-förmig ist. Zu ihnen zählen die Villa Schöningen an der Glienicker Brücke oder die Villa Illaire in Park Sanssouci.

Um 1875 fand das Bauen der Turmvillen ein Ende. Plötzlich waren sie zu "italienisch", zu "klar". Die Reichen wollten etwas Zeitgemäßeres, Verschnörkelteres, im Stil des Neo-Barock.

Heutzutage werden die Turmvillen mit viel Liebe renoviert.

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