Unger-Haus: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Spornstraße_6.jpg|thumb|right|Spornstraße 6; 06.08.2007<br/>Foto: ''Der Babelsberger'']]Das Barockhaus in der Spornstraße Ecke [[Lindenstraße]] wurde 1773 unter dem Vormund des Stadtarchitekten [[Georg Christian Unger]] errichtet. Bis 2005 stand das Gebäude in der [[Innenstadt]] von [[Potsdam]] leer. Mauerbereiche verfielen und die Decke im ersten Obergeschoss bestand nur noch aus Rudimenten. Die Dachgeschossdecke existierte kaum noch. Nur die Kellerdecke war noch gut erhalten. Der Wiederaufbau erfolgte 2006. Über eine Million Euro wurde in die Rekonstruktion investiert.  
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[[Bild:Spornstraße 6; 2008.jpg|miniatur|Spornstraße 6; August 2007]]
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Das Barockhaus in der Spornstraße Ecke [[Lindenstraße]] wurde 1773 unter dem Vormund des Stadtarchitekten [[Georg Christian Unger]] errichtet. Bis 2005 stand das Gebäude in der [[Innenstadt]] von [[Potsdam]] leer. Mauerbereiche verfielen und die Decke im ersten Obergeschoss bestand nur noch aus Rudimenten. Die Dachgeschossdecke existierte kaum noch. Nur die Kellerdecke war noch gut erhalten. Der Wiederaufbau erfolgte 2006. Über eine Million Euro wurde in die Rekonstruktion investiert.  
  
 
Das Gebäude reflektiert den Einfluss der harmonisch-ästhetischen Lehre des Renaissancekünstlers Andrea Palladio. Das heute noch bedeutende Werk „i quattro libri dell’ architettura“ (Die vier Bücher zur Architektur, erschienen um 1570) war u.a. Basiswissen für die Gestaltung der Fassade. Unger hatte das Glück neben seinem Lehrer für Baukunst, Hieronimus Bon einem Theatermaler aus Bologna, auch [[Carl von Gontard|Carl Philipp Christian (von) Gontard]] (er erhält erst 1767 seinen Adelstitel), einen Kenner der italienischen Baukunst und Perspektivlehre zu haben.
 
Das Gebäude reflektiert den Einfluss der harmonisch-ästhetischen Lehre des Renaissancekünstlers Andrea Palladio. Das heute noch bedeutende Werk „i quattro libri dell’ architettura“ (Die vier Bücher zur Architektur, erschienen um 1570) war u.a. Basiswissen für die Gestaltung der Fassade. Unger hatte das Glück neben seinem Lehrer für Baukunst, Hieronimus Bon einem Theatermaler aus Bologna, auch [[Carl von Gontard|Carl Philipp Christian (von) Gontard]] (er erhält erst 1767 seinen Adelstitel), einen Kenner der italienischen Baukunst und Perspektivlehre zu haben.

Version vom 4. Dezember 2009, 15:54 Uhr

Datei:Spornstraße 6; 2008.jpg
Spornstraße 6; August 2007

Das Barockhaus in der Spornstraße Ecke Lindenstraße wurde 1773 unter dem Vormund des Stadtarchitekten Georg Christian Unger errichtet. Bis 2005 stand das Gebäude in der Innenstadt von Potsdam leer. Mauerbereiche verfielen und die Decke im ersten Obergeschoss bestand nur noch aus Rudimenten. Die Dachgeschossdecke existierte kaum noch. Nur die Kellerdecke war noch gut erhalten. Der Wiederaufbau erfolgte 2006. Über eine Million Euro wurde in die Rekonstruktion investiert.

Das Gebäude reflektiert den Einfluss der harmonisch-ästhetischen Lehre des Renaissancekünstlers Andrea Palladio. Das heute noch bedeutende Werk „i quattro libri dell’ architettura“ (Die vier Bücher zur Architektur, erschienen um 1570) war u.a. Basiswissen für die Gestaltung der Fassade. Unger hatte das Glück neben seinem Lehrer für Baukunst, Hieronimus Bon einem Theatermaler aus Bologna, auch Carl Philipp Christian (von) Gontard (er erhält erst 1767 seinen Adelstitel), einen Kenner der italienischen Baukunst und Perspektivlehre zu haben.

Die längsseitige Straßenfront enthält feinsinnige Akzente zur Betonung der Gebäudemitte und des Entrees. Die axialsymmetrische Anordnung der Fenster und Verdachungen auf Konsolen im 1. Obergeschoss, eicht den Blick des Betrachters auf der horizontalen Mittelinie des Gebäudes. Das filigran herausgearbeitete Oberlicht des Entrees justiert den Blick auf dem vertikalen Meridian, sodass sich die optische Gebäudemitte kurz oberhalb des Entrees einstellt. Das vorspringende Gesims bewirkt, dass das Satteldach von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachtet, teilweise oder völlig verdeckt wird. Damit wird eine mediterrane Wirkung erzielt und gleichzeitig auf den antik-künstlerischen Einfluss hingewiesen.

Auf der Hofseite, wurde eine die Fassade halbseitig überspannende, pyramidenartige Glaskonstruktion angefertigt. Damit entstehen in einzelnen Wohnräumen Fenster die sich über die gesamte Raumbreite erstrecken. Sie lassen viel Licht hinein und bieten den Bewohnern einen freien Ausblick in den begrünten Innenhof.

Bauherr: Terraplan Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH; Architekt: Architektengesellschaft Soltkahn mbH; Fertigstellung: November 2006