Villa Fischbach

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Die Fischbach-Villa, Mitte 2006

Die Fischbach-Villa befindet sich in der Nauener Vorstadt von Potsdam, in der Puschkinallee&nbsp5. Sattes Grün, leuchtende Fassade und funkelndes Blattgold zeichnen das Bauwerk aus. Lebensgroße Frauenfiguren aus Zinkguss tragen die großzügige Loggia.

Auffällig ist der geschlossen wirkende Baukörper mit einem Mittelrisalit und flacher Dachneigung. Es ist die klassizistische Bauform – im Gegensatz zur italienischen Turmvilla mit ihren leicht wirkenden, asymetrisch angeordneten Baukörpern. Diese beiden Formen sind typisch für Potsdam. Erst zum Ausgang des 19. Jahrhunderts hielt der Stilmix Einzug – beispielsweise der normannische Burgenstil bei der Villa Alleestraße 6a, nicht weit von hier, am Haupteingang des Parks Neuer Garten gelegen.

Geschichte

Die Villa wurde in den Jahren 1872 und 1873 nach einem Entwurf des Architekten Reinhold Persius errichtet. Auftraggeber für die Villa war Hofklempnermeister E. Fischbach. Wie den Adel und die Beamten, so zog es auch wohlhabende Handwerksmeister ab Mitte des 19. Jahrhunderts in die Vorstädte. Unter ihnen der Innungszimmermeister E. Maurer (Puschkinallee 6), der Hoflieferant Carl Lehmann, (Puschkinallee 9) oder der Maurermeister Albert Lüdicke (Puschkinallee 10). Auch in der Friedrich-Ebert-Straße, dem Reiterweg und der Alleestraße wohnten Königliche Küchenmeister, Hofgärtner oder Hofmaurermeister. Sie waren die Spitzenverdiener unter den bis zu 15.000 Menschen, die in Potsdam vom königlichen Hof lebten.

Friedrich Wilhelm IV. sorgte auch für die standesgemäße Unterkunft der für ihn wichtigen Landeskinder, die Hoflieferant, Hofgärtner oder Hofhandwerker. Bauherren konnten bis etwa 1861 noch einen Zuschuss von 50 Prozent für die Verschönerung ihres Neubaus erhalten. Das galt insbesondere für Bauten an den Sichtachsen, wo der König auch persönlich auf die Gestaltung Einfluss nahm. So ist belegt, dass der Anbau des Turmes und einer Loggia an der von Ludwig Persius entworfenen Villa Tiedke (Eckhaus Jägerallee/Reiterweg) auf einen Entwurf Friedrich-Wilhelm IV. zurückgeht, dem „Schöngeist auf dem Thron“.

Die Villa beherbergte zu DDR-Zeiten den Kindergarten der sowjetischen Streitkräfte. Sie ist jetzt in Privatbesitz und vermietet.

Quellen

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