Villa Gutmann: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Gutmann-Villa''', die auch unter den Namen ''Hubertushof'' bekannt ist, steht in der [[Nauener Vorstadt]] von [[Potsdam]], in der [[Bertinistraße]] Nummer 16a. Sie gehörte Herbert Gutmann, der Sohn des Gründers der Dresdner Bank.
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Die '''Villa Gutmann''', auch „Gutmann-Villa“ oder „Herbertshof“ genannt, steht in der [[Nauener Vorstadt]] von [[Potsdam]], in der [[Bertinistraße]] 16 und 16a. Sie gehörte [[Herbert Gutmann]], dem Sohn des Gründers der Dresdner Bank, und steht heute unter Denkmalschutz.
  
 
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
  
Herbert Gutmann kaufte die Villa 1913 zunächst als Sommersitz und ließ sich später dort nieder. Es erfolgten zahlreiche Veränderungen und Umbauten. So wurde im Jahr 1926 speziell für den Besuch des schwedischen Königs Gustav V. das Esszimmer vergrößert. Eine Turnhalle wurde angebaut und eine eigene Gärtnerei versorgte Herbert Gutmann mit exotischen Früchten. Es gab ein Waschhaus mit separatem Ein- und Ausgang für schmutzige und saubere Wäsche. Den Kohlentransport zum Heizhaus der Gärtnerei besorgte eine Schmalspurlokomotive und ein unterirdischer Gang führte zum Bootshaus am Jungfernsee.
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Im Jahr 1913 ließ [[Herbert Gutmann]] die Villa im Landhausstil zunächst als Sommersitz bauen und ließ sich später dort nieder. In den Jahren von 1919 bis 1926 ließ er von [[Reinhold Mohr]] die Villa umbauen. So wurde im Jahr 1926 speziell für den Besuch des schwedischen Königs Gustav V. das Esszimmer vergrößert. Zudem wurden eine expressionistische Turnhalle sowie ein Festsaal im neobarocken Stil angebaut und eine eigene Gärtnerei versorgte Herbert Gutmann mit exotischen Früchten. Es gab ein Waschhaus mit separatem Ein- und Ausgang für schmutzige und saubere Wäsche. Den Kohlentransport zum Heizhaus der Gärtnerei besorgte eine Schmalspurlokomotive und ein unterirdischer Gang führte zum Bootshaus am [[Jungfernsee]].
  
Eine besondere Attraktion der Gutmann-Villa ist das so genannte Arabicum, einen im orientalischen Stil prachtvoll ausgestatteten Salon. Diffuser Lichteinfall, Orientteppiche und kunstvolle Holzvertäfelungen sorgten dort für eine märchenhafte Szenerie.
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Eine Besonderheit der Villa ist das sogenannte ''Arabicum'' – ein in Damaskus angefertigter und im orientalischen Stil (auch ''arabisches Rokoko'' oder ''türkischer Barock'' genannt) prachtvoll ausgestatteter Raum. Diffuser Lichteinfall, Orientteppiche und kunstvolle Holzvertäfelungen sorgten dort für eine märchenhafte Szenerie. Zudem gibt es auch ein chinesisches und ein japanisches Zimmer.
  
In der Bankenkrise 1931 geriet auch die Dresdner Bank in Schwierigkeiten, so dass Gutmann Teile seiner Kunstsammlung versteigern lassen musste und in das benachbarte Haus [[Villa Alexander]] einzog.
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Im Jahr 1936 emigrierte die jüdische Familie Gutmann nach England und die Villa wurde vom Staat übernommen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Villa als Lazarett (Augenklinik) genutzt. Nach dem Ende des Krieges wurden die Häuser in der Bertinistraße 16 und 16a zunächst als Kinderklinik und ab 1987 als Altenheim genutzt.
  
Im Jahr 1936 emigrierte die jüdische Familie Gutmann nach England. 1939 wurde sie offiziell an den „Volksbund für das Deutschtum“ im Ausland eingetragen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Villa als Lazarett (Augenklinik) genutzt. Nach dem Ende des Krieges wurden die Häuser in der Bertinistraße 16 und 16a zunächst als Kinderklinik und ab 1987 als Altersheim genutzt. Im Jahr 1992 erfolgte die Rückübertragung an die Familie Gutmann.
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Nach der [[Wende]] wurde das Gebäude im Jahr 1991 von Hausbesetzern eingenommen und im Jahr 1992 erfolgte die Rückübertragung an die Familie Gutmann. Erst im Jahr 1999 erfolgte aufgrund einer gerichtlichen Anordnung die Räumung und anschließender Leerstand. Obwohl das Gebäude von Fremdnutzung und Leerstand gezeichnet ist, ist das wertvolle Arabicum bis heute erhalten. Im Rahmen einer „Ersatzvornahme“ gibt die [[Stadt Potsdam]] jährlich 50.000 Euro für den Erhalt der Gutmann-Villa aus – den größten Teil davon für die Gebäudesicherung. Einen Teil davon müsste die Familie Gutmann bei einem Verkauf zurückzahlen.
  
Die Villa war zu diesem Zeitpunkt bereits in der Hand von Hausbesetzern. Erst 1999 erfolgte aufgrund einer gerichtlichen Anordnung die Räumung. Seitdem steht es leer. Obwohl das Gebäude von Fremdnutzung und Leerstand gezeichnet ist, ist das wertvolle Arabicum bis heute erhalten. Im Rahmen einer „Ersatzvornahme“ gibt die [[Stadt Potsdam]] jährlich 50.000 Euro für den Erhalt der Gutmann-Villa aus – den größten Teil davon für die Gebäudesicherung. Einen Teil davon müssten die Familie Gutmann bei einem Verkauf zurückzahlen.
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Ende Oktober 2005 wurde die Villa, mit einem Grundstück von 11.500 Quadratmetern und fast 80 Zimmern mit über 2.600 Quadratmeter Wohnfläche, für weniger als eine Million Euro von der Schauspielerin [[Nadja Uhl]] gemeinsam mit drei Freunden gekauft. Diese wollen aus der Villa ein Generationenhaus machen und das Gebäude dabei nach und nach „mit Liebe zum Detail“ renovieren. Im Jahr 2009 bekam somit das Arabicum ein neues Dach.
 
 
Die Gutmann-Villa mit einem Grundstück von 11.500 Quadratmetern, 36 Zimmern mit 2.600 Quadratmeter Wohnfläche und 166 Quadratmetern Terassenfläche stand für 1,6 Millionen Euro zum Verkauf. Im Jahr 2005 verkaufte die Erbengemeinschaft für einen Preis von unter einer Millionen Euro an die Schauspielerin Nadja Uhl und ihren Lebensgefährten Kay-Patrick Bockhold sowie Hanin Elias und Olaf Elias.
 
 
 
== Herbert Gutmann ==
 
 
 
Herbert Gutmann war der Sohn des Bankers Eugen Gutmann, der 1872 ein bestehendes Privatbankhaus in die Aktiengesellschaft Dresdner Bank umgewandelt und von einem Regionalinstitut zu einem Weltunternehmen entwickelt hatte.
 
 
 
Herbert Gutmann, Direktor der Deutschen Orientbank, war ein hervorragendender Kenner der kleinasiatischen Kultur. Er war Mäzen und Kunstsammler.
 
  
 
== Weitere Bilder ==
 
== Weitere Bilder ==
  
 
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Bild:Bertinistr._16;_Hubertushof;_2008.jpg|Die Villa, im Herbst&nbsp;2008
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== Weblinks ==
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== Literatur ==
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* „Herbert M. Gutmann und der Herbertshof in Potsdam“ – Buch von ''Vivian J. Rheinheimer''; erschienen 2005 bei ''Nicolai''; ISBN 3-89479-213-2 (ISBN-10) und ISBN 978-3-89479-213-8 (ISBN-13)
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== Quellen ==
  
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_M._Gutmann Herbert M. Gutmann] – Artikel bei der ''Wikipedia''
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* [http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/1101/lokales/0016/ Filmstar kauft 80-Zimmer-Villa] – Artikel bei der ''Berliner Zeitung'', vom 1.&nbsp;November 2005
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* [http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/0109/lokales/0011/ Winter vorm Traumschloss] – Artikel bei der ''Berliner Zeitung'', vom 9.&nbsp;Januar 2006
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* [http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11691202/60709/Ein-neues-Dach-schuetzt-das-angegriffene-Kunstwerk-in.html Regenjacke für das Arabicum] – Artikel bei der ''[[Märkische Allgemeine Zeitung|MAZ]]'', vom 24.&nbsp;Dezember 2009
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* [http://www.buch.de/buch/06163/029_herbert_m__gutmann_und_der_herbertshof_in_potsdam.html Herbert M. Gutmann und der Herbertshof in Potsdam] – Seite bei ''buch.de''; Stand: 1.&nbsp;Oktober 2010
  
[[Kategorie:Villen und Bürgerhäuser]]
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[[Kategorie:Villen]]
 
[[Kategorie:Nauener Vorstadt]]
 
[[Kategorie:Nauener Vorstadt]]

Aktuelle Version vom 27. Juli 2012, 15:53 Uhr

Die Villa im Herbst 2008

Die Villa Gutmann, auch „Gutmann-Villa“ oder „Herbertshof“ genannt, steht in der Nauener Vorstadt von Potsdam, in der Bertinistraße 16 und 16a. Sie gehörte Herbert Gutmann, dem Sohn des Gründers der Dresdner Bank, und steht heute unter Denkmalschutz.

Geschichte

Im Jahr 1913 ließ Herbert Gutmann die Villa im Landhausstil zunächst als Sommersitz bauen und ließ sich später dort nieder. In den Jahren von 1919 bis 1926 ließ er von Reinhold Mohr die Villa umbauen. So wurde im Jahr 1926 speziell für den Besuch des schwedischen Königs Gustav V. das Esszimmer vergrößert. Zudem wurden eine expressionistische Turnhalle sowie ein Festsaal im neobarocken Stil angebaut und eine eigene Gärtnerei versorgte Herbert Gutmann mit exotischen Früchten. Es gab ein Waschhaus mit separatem Ein- und Ausgang für schmutzige und saubere Wäsche. Den Kohlentransport zum Heizhaus der Gärtnerei besorgte eine Schmalspurlokomotive und ein unterirdischer Gang führte zum Bootshaus am Jungfernsee.

Eine Besonderheit der Villa ist das sogenannte Arabicum – ein in Damaskus angefertigter und im orientalischen Stil (auch arabisches Rokoko oder türkischer Barock genannt) prachtvoll ausgestatteter Raum. Diffuser Lichteinfall, Orientteppiche und kunstvolle Holzvertäfelungen sorgten dort für eine märchenhafte Szenerie. Zudem gibt es auch ein chinesisches und ein japanisches Zimmer.

Im Jahr 1936 emigrierte die jüdische Familie Gutmann nach England und die Villa wurde vom Staat übernommen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Villa als Lazarett (Augenklinik) genutzt. Nach dem Ende des Krieges wurden die Häuser in der Bertinistraße 16 und 16a zunächst als Kinderklinik und ab 1987 als Altenheim genutzt.

Nach der Wende wurde das Gebäude im Jahr 1991 von Hausbesetzern eingenommen und im Jahr 1992 erfolgte die Rückübertragung an die Familie Gutmann. Erst im Jahr 1999 erfolgte aufgrund einer gerichtlichen Anordnung die Räumung und anschließender Leerstand. Obwohl das Gebäude von Fremdnutzung und Leerstand gezeichnet ist, ist das wertvolle Arabicum bis heute erhalten. Im Rahmen einer „Ersatzvornahme“ gibt die Stadt Potsdam jährlich 50.000 Euro für den Erhalt der Gutmann-Villa aus – den größten Teil davon für die Gebäudesicherung. Einen Teil davon müsste die Familie Gutmann bei einem Verkauf zurückzahlen.

Ende Oktober 2005 wurde die Villa, mit einem Grundstück von 11.500 Quadratmetern und fast 80 Zimmern mit über 2.600 Quadratmeter Wohnfläche, für weniger als eine Million Euro von der Schauspielerin Nadja Uhl gemeinsam mit drei Freunden gekauft. Diese wollen aus der Villa ein Generationenhaus machen und das Gebäude dabei nach und nach „mit Liebe zum Detail“ renovieren. Im Jahr 2009 bekam somit das Arabicum ein neues Dach.

Weitere Bilder

Literatur

  • „Herbert M. Gutmann und der Herbertshof in Potsdam“ – Buch von Vivian J. Rheinheimer; erschienen 2005 bei Nicolai; ISBN 3-89479-213-2 (ISBN-10) und ISBN 978-3-89479-213-8 (ISBN-13)

Quellen