Villa Gutmann: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Gutmann-Villa''' in der [[Bertinistraße]] 16 a gehörte Herbert Gutmann. Dieser war der Sohn des [[Banker]]s [[Gutmann, Eugen|Eugen Gutmann]], der 1872 ein bestehendes Privatbankhaus in die Aktiengesellschaft Dresdner Bank umgewandelt und von einem Regionalinstitut zu einem Weltunternehmen entwickelt hatte.
 
Die '''Gutmann-Villa''' in der [[Bertinistraße]] 16 a gehörte Herbert Gutmann. Dieser war der Sohn des [[Banker]]s [[Gutmann, Eugen|Eugen Gutmann]], der 1872 ein bestehendes Privatbankhaus in die Aktiengesellschaft Dresdner Bank umgewandelt und von einem Regionalinstitut zu einem Weltunternehmen entwickelt hatte.
  

Version vom 15. Juli 2006, 15:08 Uhr

Gutmann-Villa
Gutmann-Villa2 Bertinistr. 16a.jpg

Die Gutmann-Villa in der Bertinistraße 16 a gehörte Herbert Gutmann. Dieser war der Sohn des Bankers Eugen Gutmann, der 1872 ein bestehendes Privatbankhaus in die Aktiengesellschaft Dresdner Bank umgewandelt und von einem Regionalinstitut zu einem Weltunternehmen entwickelt hatte.

Herbert Gutmann, kaufte die Gutmann-Villa 1913 zunächst als Sommersitz und ließ sich später ganz dort nieder. Es erfolgten zahlreiche Veränderungen und Umbauten. So wurde 1926 speziell für den Besuch des schwedischen Königs Gustav V. das Esszimmer vergrößert. Eine Turnhalle wurde angebaut und eine eigene Gärtnerei sorgte für exotische Früchte. Es gab ein Waschhaus mit separatem Ein- und Ausgang für schmutzige und saubere Wäsche. Den Kohlentransport zum Heizhaus der Gärtnerei besorgte eine Schmalspurlokomotive und ein unterirdischer Gang führte zum Bootshaus am Jungfernsee. Eine besondere Attraktion der Gutmann-Villa ist das so genannte Arabicum, einen im orientalischen Stil prachtvoll ausgestatteten Salon. Diffuser Lichteinfall, Orientteppiche kunstvolle Holzvertäfelungen sorgten für dort für eine märchenhafte Szenerie.

Herbert Gutmann, Direktor der Deutschen Orientbank, war ein hervorragendender Kenner der kleinasiatischen Kultur. Er war Mäzen und Kunstsammler. In der Bankenkrise 1931 geriet auch die Dresdner Bank in Schwierigkeiten, so dass Gutmann Teile seiner Kunstsammlung versteigern lassen musste und in das benachbarte Haus Villa Alexander einzog. 1936 emigrierte die jüdische Familie Gutmann nach England. 19939 wurde sie offizielle an den „Volksbund für das Deutschtum in Ausland eingetragen. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurden die Häuser Bertinistraße 16 und 16 a zunächst als Kinderklinik und ab 1987 als Altersheim genutzt. 1992 erfolgte die Rückübertragung an die Familie Gutmann.

Die Villa war zu diesem Zeitpunkt bereits in der Hand von Hausbesetzern. Erst 1999 erfolgte aufgrund einer gerichtlichen Anordnung die Räumung. Seitdem steht es leer. Obwohl das Gebäude von Fremdnutzung und Leerstand gezeichnet ist, ist das wertvolle Arabicum bis heute erhalten. Im Rahmen einer „Ersatzvornahme“ gibt die Stadt Potsdam jährlich 50.000 Euro für den Erhalt der Gutmann-Villa aus, den größten Teil davon für die Gebäudesicherung. Einen Teil davon müssten die Familie Gutmann bei einem Verkauf zurückzahlen.

Die Gutmann-Villa mit einem Grundstück von 11.500 Quadratmetern, 36 Zimmern mit 2.600 Quadratmeter Wohnfläche und 166 Quadratmetern Terassenfläche stand für 1,6 Millionen Euro zum Verkauf. Im Jahr 2005 verkaufte die Erbengemeinschaft für einen Preis von unter einer Millionen Euro an die Schauspielerin Nadja Uhl und ihren Lebensgefährten Kay-Patrick Bockhold sowie Hanin Elias und Olaf Elias.

Weblinks

Wikipedia: Herbert M. Gutmann (mit Literaturangaben)