Villa Mühlberg: Unterschied zwischen den Versionen

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1945 ging das Gebäude in den Besitz der Stadt Potsdam über. Es wurde für den Sender Potsdam von Radio DDR 1 genutzt. Bis zum Ende der 1990er-Jahre [[Antenne Brandenburg]] mit rund 60 Mitarbeitern dort seinen Sitz.
 
1945 ging das Gebäude in den Besitz der Stadt Potsdam über. Es wurde für den Sender Potsdam von Radio DDR 1 genutzt. Bis zum Ende der 1990er-Jahre [[Antenne Brandenburg]] mit rund 60 Mitarbeitern dort seinen Sitz.
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[[Category:Straßen]]

Version vom 8. März 2006, 17:19 Uhr

Das Haus Puschkinallee 4 fällt ins Auge, ohne zu gefallen. Der einst reiche Stuck ist abgeschlagen und durch Rauhputz ersetzt. So ist Fantasie nötig. Stellen Sie sich eine reich verzierte Villa im Renaissance-Stil vor, mit einem großen, durch ein Oberlicht erhellten Eingangsbereich. Das bleiverglaste Fenster im Treppenhaus ist noch erhalten, es zeigt eine Stadtansicht mit Neptunbrunnen und Stadtschloss, im Keller lagert guter Wein. 1872 wurde die repräsentative Villa durch den Maurermeister Heinrich Zech errichtet – damals hatte der Berufsstand noch nicht die Planungshoheit. Auftraggeber war der Rentier Otto Mühlberg.

Um 1900 gehörte das Haus Baron von Oppenfeld, der beheizbare Gewächshäuser errichten ließ, um Palmen unterzustellen. Nach dem 1. Weltkrieg war es mit dieser Herrlichkeit vorbei. Für 1930 ist belegt, dass der damalige Besitzer Major a.D. Herwarth von Bittenfeld Räume an insgesamt fünf Parteien untervermietete und Nebengebäude als Garagen verpachtete.

1938 kaufte der Staat die Villa, ließ sie wieder herrichten und nutzte sie als Dienstsitz für den Präsidenten des Reichsrechnungshofes, Dr. Heinrich Müller. Müller war bereits 1921 in die NSDAP eingetreten und ein Fanatiker der letzten Stunde. Beim Einmarsch der Roten Armee in Potsdam tötete er drei seiner vier Kinder, seine Ehefrau und sich selbst. Die 19-jährige Tochter Helga war als Flak-Helferin eingesetzt und nicht im Haus.

1945 ging das Gebäude in den Besitz der Stadt Potsdam über. Es wurde für den Sender Potsdam von Radio DDR 1 genutzt. Bis zum Ende der 1990er-Jahre Antenne Brandenburg mit rund 60 Mitarbeitern dort seinen Sitz.