Villa Stülpnagel: Unterschied zwischen den Versionen

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Die so genannte '''Stülpnagel-Villa''' ([[Am Neuen Garten 35]]) beherbergte die Kommandozentrale des KGB. Die spätklasszistische Villa wurde 1874-1857 errichtet und wechselte mehrfach den Besitzer. 1933 kaufte sie die Familie [[Stülpnagel, Ferdinand Wolf von|Ferdinand Wolf von Stülpnagel]] die Villa und ließ sie durch die Architekten [[Estorff & Winkler]] aufgestocken. Unter Druck musste die Frau des Hauses 1945 für 80.000 Reichsmark verkaufen.  
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Die '''Stülpnagel-Villa''' ([[Am Neuen Garten]] 35) - ein spätklasszistisches Bauwerk - wurde in den Jahren 1874-1875 durch den Architekten Ernst Julitz errichtet, der auch gleichzeitig der Bauherr war. Im Folgenden wechselte mehrfach den Besitzer. 1933 kaufte die Familie [[Stülpnagel, Ferdinand Wolf von|Ferdinand Wolf von Stülpnagel]] die Villa und ließ sie durch die Architekten Estorff & Winkler aufgestocken. Unter Druck musste Frau von Stülpnagel im Jahr 1945 das Haus für 80.000 Reichsmark verkaufen. Danach residierte hier die Kommandozentrale des KGB.
  
1997 bot die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft auf einer „Botschaftsbörse“ insgesamt 7, exklusive Villen zum Verkauf an, darunter den Sitz von Radio Moskau oder die [[französische Militärmission]] und [[britische Militärmission]], [[Seestraße 35]] und [[Seestraße 41]], aber auch die Stülpnagelvilla.  
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1997 bot die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft auf einer „Botschaftsbörse“ insgesamt sieben exklusive Villen zum Verkauf an. Darunter waren der ehemaligen Sitz von [[Radio Wolga]], die ehemalige [[französische Militärmission]] in der [[Seestraße 35 - 37]], die ehemalige [[britische Militärmission]] in der [[Seestraße 41]], aber auch die Stülpnagel-Villa.  
  
Für eine Million Mark kaufte der Enkel Stülpnagels die Villa nebst 2837 Quadratmeter Grundstück und ließ sie für eine weitere Million Mark durch die Potsdamer Firma Baudenkmalpflege [[Schulze, Roland|Roland Schulze]] sanieren. Wie bei allen Gebäuden hatte die Besatzungszeit schwere Schäden hinterlassen. Stuck und der Giebelaufsatz wurden entfernt, die Treppe abgerissen und Decken durchstoßen. Das schöne Mosaikparkett verschwand unter einer Schicht Estrich. Ein Glück, denn auf diese Weise wurde es konserviert.
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Für eine Million D-Mark kaufte der Enkel Stülpnagels die Villa nebst 2.837 Quadratmeter Grundstück und ließ sie für eine weitere Million D-Mark durch die Potsdamer Firma Baudenkmalpflege [[Schulze, Roland|Roland Schulze]] sanieren. Wie bei allen Gebäuden hatte die Besatzungszeit schwere Schäden hinterlassen: Stuck und der Giebelaufsatz waren entfernt worden, die Treppe abgerissen und Decken durchstoßen. Das schöne Mosaikparkett war unter einer Schicht Estrich verschwunden. Letzteres war jedoch ein Glücksfall, denn auf diese Weise wurde das Parkett konserviert.
  
Nach erfolgtem Umbau diente die Villa tatsächlich als Wohnsitz eines Botschafters. Von 1999 bis 2002 hatte hier der niederländische Gesandte [[Hond, Michiel den|Michiel den Hond]] seinen Privatwohnsitz
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Nach erfolgtem Umbau diente die Villa als Wohnsitz eines Botschafters. Von 1999 bis 2002 hatte hier der niederländische Gesandte Michiel den Hond seinen Privatwohnsitz.
  
  
[[Category:Villen und Bürgerhäuser]]
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[[Kategorie:Villen und Bürgerhäuser]]

Version vom 9. Februar 2009, 12:29 Uhr

Die Stülpnagel-Villa (Am Neuen Garten 35) - ein spätklasszistisches Bauwerk - wurde in den Jahren 1874-1875 durch den Architekten Ernst Julitz errichtet, der auch gleichzeitig der Bauherr war. Im Folgenden wechselte mehrfach den Besitzer. 1933 kaufte die Familie Ferdinand Wolf von Stülpnagel die Villa und ließ sie durch die Architekten Estorff & Winkler aufgestocken. Unter Druck musste Frau von Stülpnagel im Jahr 1945 das Haus für 80.000 Reichsmark verkaufen. Danach residierte hier die Kommandozentrale des KGB.

1997 bot die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft auf einer „Botschaftsbörse“ insgesamt sieben exklusive Villen zum Verkauf an. Darunter waren der ehemaligen Sitz von Radio Wolga, die ehemalige französische Militärmission in der Seestraße 35 - 37, die ehemalige britische Militärmission in der Seestraße 41, aber auch die Stülpnagel-Villa.

Für eine Million D-Mark kaufte der Enkel Stülpnagels die Villa nebst 2.837 Quadratmeter Grundstück und ließ sie für eine weitere Million D-Mark durch die Potsdamer Firma Baudenkmalpflege Roland Schulze sanieren. Wie bei allen Gebäuden hatte die Besatzungszeit schwere Schäden hinterlassen: Stuck und der Giebelaufsatz waren entfernt worden, die Treppe abgerissen und Decken durchstoßen. Das schöne Mosaikparkett war unter einer Schicht Estrich verschwunden. Letzteres war jedoch ein Glücksfall, denn auf diese Weise wurde das Parkett konserviert.

Nach erfolgtem Umbau diente die Villa als Wohnsitz eines Botschafters. Von 1999 bis 2002 hatte hier der niederländische Gesandte Michiel den Hond seinen Privatwohnsitz.