Villa Wentzel-Heckmann

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Die Villa im Sommer 2007

Die Villa in der Virchowstraße 25 befindet sich in der Villenkolonie Neubabelsberg, im Potsdamer Stadtteil Babelsberg.


Geschichte

Die Villa wurde von den Architekten Kayser & von Großheim errichtet. Bauherrin war Elise Wentzel-Heckmann, die mehrere Parzellen in Neubabelsberg gekauft hatte und bebauen ließ. Das Haus Wentzel-Heckmann, Virchowstraße 25, wurde 1901 durch die Architekten Kayser und von Großheim errichtet. Sie entwarfen das spielerisch verwinkelte Landhaus für die Baurätin Elise Wentzel-Heckmann. Sie war die Tochter des Industriellen Carl Justus Heckmann und kinderlose Witwe des Königlichen Baurats Hermann Wentzel. Nach dem Tod ihres Vaters förderte Elise Wentzel-Heckmann die Preußische Akademie der Wissenschaften durch eine Stiftung, die bis heute aktiv ist.

Der gelernte Kupferschmied Carl Justus Heckmann besaß eine Fabrik für Brennerei- und Destillationsanlagen und entwickelte daraus ein führendes Industrieunternehmen. Seine Tochter Elise war mit dem Architekten Hermann Wentzel verheiratet. Er war einer der engsten Mitarbeiter von August Stüler, dem Baumeister der Orangerie und der Friedenskirche in Potsdam.

Die von Wentzel-Heckmann mit dem Bau beauftragten Architekten Heinrich Joseph Kayser und Karl von Großheim gründeten 1872 ihr gemeinsames Büro in Berlin und einer Niederlassung in Düsseldorf. Es wurde eines der führenden deutschen Architekturbüros des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Nach Plänen von Kayser & von Großheim entstanden Villen am Wannsee, großbürgerliche Mietshäuser in Berlin-Mitte und Charlottenburg sowie zwei Gebäude der Universität der Künste in Berlin.

Ein späterer Eigentümer des Hauses war der Filmpionier Gustav Althoff, der in den 1920er Jahren Mitbegründer der Althoff-Ambos-Film-AG war, die am Nordrand des ehemaligen Nowawes ihren Sitz hatte. Nach dem Jahr 1952 wohnte in dem Gebäude der Regisseur und erste Direktor der Hochschule für Film und Fernsehen, Kurt Maetzig. Die Hochschule hatte hier auch ihren Sitz.

Besonderheiten

Das Wentzel-Heckmannsche Anwesen war hochmodern ausgestattet. Es verfügte über eine Warmwasserheizung mit Lüftungsanlage und einer ökologischen Abwasserversickerung auf dem Grundstück. Im Keller befand sich ein Gasmotor mit einer Leistung von 20 PS für die Stromerzeugung sowie ein Akku mit 120 Zellen.

Quellen

  • „Neuendorf-Nowawes-Babelsberg – Stationen eines Stadtteils“ – Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000; ISBN 3-89570-653-1
  • „Stadtspaziergang Villenkolonie Neubabelsberg“ - Potsdam Intensiv Film, 1. Auflage, 2011
  • Infoblatt der Stadt Potsdam zum Tag des Offenen Denkmals 2017