Wilhelm Dieckmann

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Wilhelm Dieckmann (* 17. 07. 1893 in Stotel/Niedersachsen; † 13. 09. 1944 in Berlin) war Offizier, Widerstandskämpfer im Zusammenhang mit dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 und Opfer des Faschismus

Geschichte

Wilhelm Dieckmann wurde in Stotel/Niedersachsen als Sohn eines Pfarrers geboren. Er genoß eine streng christliche Erziehung und studierte Theologie. Dennoch wurde er Offizier in Potsdam. Er arbeitete als Oberregierungsrat in der kriegsgeschichtlichen Abteilung des Reichsarchivs. Dadurch war es ihm möglich, militärhistorische Schriften zu verfassen. Seine Erkenntnisse und sein Erleben brachten Dieckmann in Widerspruch zur Politik des Hitlerfaschismuses. So wurde Dieckman Mitglied der Bekennenden Kirche und arbeitete in ihrem Sinne unter der Jugend Potsdams. Mit seiner politischen Einstellung stand Dieckmann dem opportunistischem Kreisauer Kreis des Grafen von Moltke nahe.

Als Offizier des Infanterieregiments Nr. 9 hatte Dieckmann Verbindungen zu Offizieren, die an dem Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 beteiligt waren. Sein Schwager Albrecht Mertz von Quirnheim, einer der engsten Mitverschworenen Claus Graf Schenk von Stauffenbergs, wohnte zeitweise bei ihm. In seiner Wohnung hatten Merz die Möglichkeit, sich mit anderen Mitverschwörern zu treffen. Ferner erhielt Merz wichtige Informationen aus der Sowjetunion. Diese kamen von dem Schwager, Generalmajor Dr. Otto Korfes, der sich in sowjetischer Kriegsgefangenschaft befand. Korfes berichtete über die Tätigkeit des Nationalkomitees "Freies Deutschland" und des Bundes Deutscher Offiziere.

Nach dem gescheiterten Attentat am 20. Juli 1944 wurde Dieckmann mit seiner gesamten Familie am 25.07.1944 verhaftet. Am 13.09.1944 ermordeten die Faschisten Wilhelm Dieckmann im Untersuchungsgefängnis in der Lehrter Straße in Berlin. Für die Öffentlichkeit wurde von Selbstmord berichtet.

Quellen

  • „Besonders jetzt tu deine Pflicht!“ – Kurze biografische Darstellungen über antifaschistische Widerstandskämpfer, die in der Stadt und im Kreis Potsdam lebten und wirkten; Herausgeber: Kreiskomitee Potsdam der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR, 1988; S. 19
  • „Potsdam und der 20. Juli 1944. Auf den Spuren des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus„, Begleitheft zur Ausstellung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes und des Potsdam-Museums, Ines Reich, Freiburg, 1994
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