Wilhelm von Preußen

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Kronprinz Wilhelm; 1914

Wilhelm von Preußen, vollständiger Name „Friedrich Wilhelm Viktor Ernst“, (* 6.5.1882 in Potsdam; † 20.7.1951 in Hechingen {Baden-Württemberg}) war Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen. Er stammt aus dem Hause Hohenzollern.


Geschichte

Kronprinz Wilhelm wurde am 6.Mai 1882 im Marmorpalais von Potsdam geboren. Er war der älteste Sohn von Kaiser Wilhelm II. und der Kaiserin Auguste Viktoria. Er hatte neben Eitel Friedrich noch vier weitere Brüder und eine Schwester. In den ersten Jahren kümmerte sich eine Gouvernante um den Prinzen. Doch als sein Urgroßvater, Kaiser Wilhelm I. und sein Großvater, Kaiser Friedrich III. innerhalb eines Jahres starben (Drei-Kaiser-Jahr) war Wilhelm plötzlich Kronprinz. Von nun an unterstand jegliche Erziehung dem Zwang, daß Wilhelm Kaiser wird. Das familiäre Verhältnis zum Vater wurde distanzierter. Die Erziehung und die Ausbildung übernahm ein Militärgouverneur. Mit zehn Jahren wurde er - der preußischen Tradition folgend - Leutnant im Ersten Garde-Regiment zu Fuß.

Mit vierzehn Jahren wurde Wilhelm an die Kadettenanstalt nach Plön (Schleswig-Holstein) geschickt. Hier wohnte er nicht in der Anstalt, sondern separat in einem kleinen Palais. Nach dem Abitur erfolgte eine neunwöchige Offiziersausbildung (üblich waren neun Monate). Von 1901 bis 1903 studierte er Staats- und Verwaltungsrechts in Bonn. Anschließend übernahm er das Kommando der Zweiten Kompanie des Ersten Garde-Regiments.

Wilhelm wohnte zunächst mit seinen Eltern im Marmorpalais. Im Winter zog er in das Kronprinzenpalais um. Als sein Vater Kaiser wurde, residierte die ganze Familie im Neuen Palais vom Park Sanssouci. Mitten im Krieg, von 1913 bis 1917, ließ der Kaiser dann für seinen Sohn das Schloß Cecilienhof im Neuen Garten erbauen. Hier lebte Wilhelms Familie, mit einigen Unterbrechungen, bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.

Kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurde der Kronprinz Oberkommandierender der 5. Armee. Zwei Jahre später befehligte er - bereits als General der Infanterie - die Heeresgruppe "Deutscher Kronprinz". Die Ereignisse der Novemberrevolution von 1918 zwangen Kaiser Wilhelm II. zur Abdankung als Kaiser und König. Er floh mit seiner Familie nach Doorn (Niederlande). Kurze Zeit später siedelte auch der Kronprinzen nach den Niederlande aus, auf die Insel Wieringen. Seine Frau Cecilie blieb dagegen in Berlin. Am 01. Januar 1919 verzichtete Wilhelm auf Thron und Titel.

Am 10. November 1923 kehrte Wilhelm nach Deutschland zurück. Er lebte zunächst in Oels (Schlesien) und seit 1926 im Schloß Cecilienhof. Im Jahr 1930 trat Wilhelm dem republiksfeindlich gesinnten, paramilitärischem Wehrverband "Stahlhelm" bei. Bei den Reichspräsidentenwahlen im Jahr 1932 verbot sein Vater eine eigene Kandidatur. Daraufhin unterstützte Wilhelm die Kandidatur Adolf Hitlers. So protestierte der ehemalige Kronprinz am 14. April 1932 beim Reichsinnenminister Wilhelm Groener gegen das Verbot der SA und SS. Im Januar 1933 setzte sich Wilhelm bei Hindenburg für die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler ein. Als Adolf Hitler die Wiedererrichtung einer Monarchie ablehte, zog sich Wilhelm aus der Öffentlichkeit zurück. Beim Einmarsch französischer Truppen in Östereich wurde Wilhelm gefangengenommen. Er kam nach Lindau in Kriegsgefangenschaft. Seit Oktober 1945 lebte er in Hechingen (Baden-Württemberg), wo er am 20.7.1951 verstarb.

Wilhelm war seit dem 6. Mai 1905 mit der Kronprinz Cecilie, Prinzessin von Mecklenburg-Schwerin, heiratet. Sie hatten vier Söhne und zwei Töchter. Doch die einst harmonische Ehe war durch den Krieg und die Trennung zerstört. Die Eheleute hatten sich entfremdet und Wilhelm hatte viele Liebschaften.

Weitere Bilder

Quellen

  • "Schloß Cecilienhof und das Kronprinzenpaar"; Günter Grützner & Manfred Ohlsen, Museums- und Galerie-Verlag Berlin, 1991