Wir bleiben alle!

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Unter dem Titel Wir bleiben alle! (kurz „WBA“ genannt) fand im Frühling 2009 eine Kampagne – mit Demonstrationen in Potsdam und darüberhinaus auch in Berlin und anderen Städten – statt, mit dessen Hilfe versucht wurde, Missstände in der Metropol-Region sowie auch in ganz Deutschland in die breite Öffentlichkeit zu tragen.

Geschichte

Die Kampagne „Wir bleiben alle!“ ist aus der „Freiraumbewegung“ im Jahr 2007 in Berlin entstanden, die ihren Ursprung in den Kämpfen um das besetzte Kopenhagener Jugendzentrum „Ungdomshuset“ hatte. Sie entstand aus dem Bedürfnis heraus, sich zu organisieren und sich zusammenzuschließen um den gegebenen politischen Entwicklungen etwas effektiv entgegensetzen zu können, bei welchen immer wieder Plätze und Räume für Jugendliche und die Finanz-schwachen in der Gesellschaft abgebaut und abgerissen werden. Dabei sollen Otto-Normal-Mieter von nebenan genauso angesprochen werden wie politische Gruppen oder Bürgerinitiativen.

Zugwagen der Demo „Lebensräume statt Preußenträume“, am 6. Juni 2009

Am 6. Juni 2009 fand die Demonstration „Lebensräume statt Preußenträume“, in Potsdam statt, bei der auf die Schließung mehrerer Jugendklubs aufmerksam gemacht und ein größeres Engagement der Stadtverwaltung für alternative Kultur- und Wohnprojekte gefordert wurde. An der Demo haben sich – nach Angaben der MAZ – rund 1.200 Demonstranten und (zu Beginn) 1.000 Polizeibeamte beteiligt, was – wegen der Staatsübermacht – für einige Verwirrungen und Misstrauen bei den Demonstranten sorgte, worauf auch die Veranstalter mit Warnungen und Verhaltenshinweisen – bei möglichen Übergriffen durch die Polizei-Übermacht – reagierten. Mit lauter Rock-Musik und deutschen Liedern – mit zum Teil anklagenden und provozierenden Texten – fuhren die Veranstalter in ihrem roten Führungswagen – und der daran angebrachten wehenden Protest-Fahnen – voraus, und gaben der Demo so ihren ganz eigenen jugendlichen und rebellischen Stil. Der Demonstrationszug startete am Hauptbahnhof, bewegte sich von dort über die Lange Brücke zur Schloßstraße, machte Halt am ehemaligen Spartacus und zog bis zum Abend durch die Innenstadt, wo am Platz der Einheit die Abschlusskundgebung stattfand.

Protest auf dem Leipziger Dreieck, am 17. Juni 2009

In zahlreichen Aufrufen hatten bereits zuvor Initiativen auf Pläne zum Wiederaufbau des Stadtschlosses und der Garnisonkirche verwiesen. Neben den millionenschweren Bauten hätten offenbar Veranstaltungsorte wie der Jugendklub Spartacus keine Möglichkeit in der Innenstadt zu bleiben. Mit den Jugendeinrichtungen verschwinde jedoch eine lebendige und alternative Kultur. Zudem wurde beklagt, dass es im Stadt-Zentrum kaum noch bezahlbaren Wohnraum gebe.

Etwa eineinhalb Wochen später, am 17. Juni, fand eine weitere Kundgebung – der „Bildungsstreik 2009“ – in Potsdam sowie auch bundesweit statt, welche in Potsdam am Bassinplatz begann, dann durch die Innenstadt, an den Ministerien – für „Wirtschaft, Mittelstand und Technologie des Landes Brandenburg“ (in der Friedrich-Engels-Straße, gegenüber vom Hauptbahnhof) sowie dem Ministerium in der Schopenhauerstraße – vorbei und zurück zum Bassinplatz führte. Bei jedem Halt, vor den Ministerien wurden Ansprachen über Lautsprecher gehalten und ebenfalls abwechselnd laute Musik gespielt. An der Demonstration hatten sich – nach Angaben des AStA – etwa 5.000 Aktivisten beteiligt, die sowohl aus Studenten, Schülern, einigen Professoren und Lehrern und aus sympathisierenden Bürgern bestanden. Das Polizeiaufgebot war dieses mal angemessen, so dass die Polizei lediglich für zivile Ordnung und den Schutz der Demonstraten (vor dem Straßenverkehr) gesorgt hat.

Quellen

Weblinks