Paul Neumann

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Paul Neumann (* 20. Juli 1865, in Nowawes; † 04. Juli 1923, in Nowawes) war ein Kommunalpolitiker, der sich in Nowawes sehr stark für die sozialen Belange der arbeitenden und handwerklich tätigen Schichten einsetzte. Er war zeitweilig Gemeindevorsteher von Nowawes.

Geschichte

Als Sohn eines Webers wurde Paul Neumann in der Kreuzstraße 4 von Nowawes geboren. Er wuchs hier in ärmlichen Verhältnissen auf. Von seinem Vater erlernte er das Weberhandwerk. Aber bereits in seiner Jugendzeit war er politische aufgeschlossen und orientierte sich an der Haltung seines Vaters. Um die Jahrhundertwende war er Angestellter bei der Tageszeitung „Vorwärts“ in Berlin und arbeitete viele Jahre ehrenamtlich in der Nowaweser Gemeindevertretung mit. Als Mitglied der SPD gehörte er auch der Fraktion der Sozialdemokraten im Kreistag an. Im Jahre 1917 wechselte er von der SPD in die USPD, da er mit der Haltung der Parteiführung zu Fragen des Krieges und zu den Belangen der arbeitenden Bevölkerung nicht mehr einverstanden war. Zu diesem Zeitpunkt wurde er hauptamtlicher Gemeindevorstand in Nowawes. Mit großer Entschiedenheit kümmerte er sich um die sozialen Belange seiner Mitbürger, in ganz besonderer Weise um die ärmeren Schichten der Bevölkerung. In den Tagen der Novemberrevolution 1918 gehörte er dem Arbeiter- und Soldatenrat von Nowawes an.

Auf der Sitzung des Arbeiter- und Soldatenrates am 9. November 1918 wurde der amtierende Gemeindevorsteher Ernst Winkelmann (1859-1937) seines Amtes enthoben. Bereits am 10. November 1918 stand Neumann an der Spitze der Gruppe, die im Rathaus von Nowawes die Verantwortung übernahm. Für drei Jahre, erst kommissarisch, dann auch mit der Ernennung zum Gemeindevorsteher, führte er die Gemeinde durch die schwierigen Jahre der Nachkriegszeit, Hungersnöte und inflationärem Verfall der Preise. Während der Tage des Kapp-Putsches organisierte er mit Gleichgesinnten, einen Massenstreik und Demonstrationen, wie sie an vielen anderen Orten in Deutschland stattfanden. Diese Wucht der Gegenreaktion führte schließlich zur Aufgabe der konservativen, bewaffneten Kräfte, die in der Weimarer Republik die demokratischen Verhältnisse beseitigen wollten. Er stand an der Spitze der USPD-Fraktion der Nowaweser Gemeindevertretung, war Mitglied des Kreistages und des Kreistagsausschusses. Bereits gesundheitlich angeschlagen übernahm dann 1921 sein Nachfolger Dr. Walter Rosenthal (*1885) das Amt des Gemeindevorstehers.

Paul Neumann verstarb am 4. Juli 1923 in Nowawes.

Nachwirken

Zu seiner Ehrung wurde nach 1945 in Babelsberg die Paul-Neumann-Straße nach ihm benannt.

Quellen

  • „Villen-Colonie Neubabelsberg – Historische, gesellschaftliche, kommunalpolitische und baugeschichtliche Entwicklung der Villen-Colonie Neubabelsberg und der „Film-Stadt“ Babelsberg, 1375 - 1945“ von Kurt Weiden – Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2016; ISBN 978-3-88372-119-4
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