Brockessches Haus

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Brockessches Haus
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BLDAM-Eintrag 09155213



Das Brockessche Haus – auch „Brockessches Palais“ genannt – befindet sich in der Innenstadt von Potsdam, in der Yorckstraße Nummer 18-20.

Geschichte

Das Brockessche Haus, um 1800

Das Gebäude wurde nach Entwürfen des Architekten Carl von Gontard im Jahr 1770 für den Glasschleifer Johann Christoph Brockes gebaut. Die palastartige Fassade verbirgt das dahinter liegende einfache Bürgerhaus. Auf dem Hof befanden sich Werkstätten der Glassschleiferei.

Friedrich II. umging mit der Förderung des Glasschleifers das Exportverbot für Böhmisches Glas, das geschliffen als Behang für große Kronleuchter genutzt werden sollte. Da diese für das Geltungsbedürfnis des Königs wichtig waren, wurde der einheimische Glasschleifer besonders gefördert.

Die Fassade, mit einer Straßenfront von 58 Metern, ist durch Risalite gegliedert. Insbesondere der von römischen Säulen getragene Mittelrisalit ist reich mit Stuck und Skulpturen verziert. Die Putten, auf dem Mittelteil des Gebäudes, weisen auf den Beruf des ehemaligen Eigentümers hin.

Im Jahr 1817 – nach dem Tod von Brockes im Jahre 1804 – ging das Gebäude in den Besitz der preußischen Oberrechnungskammer über, die von Berlin nach Potsdam umzog. Ab dem Jahr 1945 befand sich hier die zum Fernmeldebauamt gehörende Antragsstelle für Telefone der Deutschen Post.

Entwicklung nach der Wiedervereinigung

Nach 1990 stand das Gebäude rund zwei Jahrzehnte leer und befand sich im Besitz der Deutschen Telekom. In dieser Zeit wurden verschiedene Nutzungsmöglichkeiten, unter anderem als Hotel, Behörde oder Museumsstandort, diskutiert.

Um 2010 erwarb die Baywobau Baubetreuung GmbH die Immobilie. Nach einem Architektenwettbewerb wurde der Entwurf von Stefan Höhne umgesetzt. Ab 2014 erfolgten Entkernung und Sanierung; aufgrund schwieriger Baugrundverhältnisse waren umfangreiche Gründungsmaßnahmen erforderlich.

Unter Denkmalschutzauflagen entstanden im Altbau 18 Eigentumswohnungen. Ergänzt wurde die Anlage durch zwei flankierende, dreigeschossige Stadthäuser mit gegliederter Fassade, die sich mit ihren niedrigeren Traufen dem Palais deutlich unterordnen. Im Inneren des Blocks entstand zwischen den Seitenflügeln sowie durch die Durchwegung zur Plantage eine private grüne Freifläche. Insgesamt wurden 103 Wohnungen geschaffen, die ab 2016 bezugsfertig waren.


Weblinks

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