Hermann-von-Helmholtz-Gymnasium

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Die Helmholtzschule, im Frühjahr 2009

Das Hermann-von-Helmholtz-Gymnasium, auch Helmholtzschule genannt, befindet sich in der Innenstadt von Potsdam und steht in der Kurfürstenstraße Nummer 53.

Geschichte

Gründung

Die Schule wurde im Oktober 1878 als Victoria-Gymnasium eingeweiht und war zunächst nach Kronprinzessin Victoria benannt worden, der Gattin von Friedrich III., dem 99-Tage-Kaiser. Victoria war Schirmherrin der Schule. Das Gebäude aus Backstein mit Gesims aus gelbem Sandstein weist Stilelemente der Spätgotik und der Renaissance auf. Entworfen wurde es vom Stadtbaurat Richard Vogdt. Gotisch sind zum Beispiel das als Gewölbe ausgeführte Foyer oder die Anordnung der Treppenhäuser in den Türmen. Die Aula besitzt jedoch klassische Züge.

Zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus

Das Victoria-Gymnasium war ein humanistisches Gymnasium, an dem bis 1933 auch Hebräisch unterrichtet wurde. Während dieser Zeit bewarben sich die Abiturienten der Schule vor allem für die höhere Beamten- und Militärlaufbahn. Die Schüler kamen von weither und wohnten in Potsdamer Pensionen. Schon am Anfang des 20. Jahrhunderts war das Viktoria-Gymnasium bekannt für die Vielfalt seiner Arbeitsgemeinschaften. Zur Zeit der Weimarer Republik gab es einen Schülerruderverein, einen Turnverein, ein Pfadfindercorps, einen Orchesterverein, einen Literaturverein, einen Schachklub und einen „technischen Verein“, dessen Mitglieder Flugzeugmodelle bastelten.

Zur Zeit der DDR

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Potsdam zur Sowjetischen Besatzungszone. Unter schwierigen Bedingungen wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Es fehlten viele Lehrer: einige sind im Krieg umgekommen, andere mussten wegen ihrer NS-Vergangenheit die Schule verlassen. Deshalb wurden in den Anfangsjahren der DDR so genannte „Neulehrer“ aus anderen Berufen eingestellt.

Aus den Gymnasien wurden „Erweiterte Oberschulen“. Das Viktoria-Gymnasium wurde 1946 in Helmholtzschule umbenannt. Der Physiker Hermann von Helmholtz ist der wohl berühmteste Schüler dieser Schule. Die Helmholtzschule (kommunale Abkürzung: „EOS 4“) war eine der besten Schulen der DDR. 72 Prozent aller Abiturienten des Jahrganges 1952/53 hatten die Note „gut“ oder „sehr gut“.

Nach der Wende

Die Helmholtzschule, wie sie heute (Anfang 2009) auch genannt wird, führte als Erweiterte Oberschule (EOS) nach der Wende die Abiturbildung fort und hatte Spezialklassen für Musik, alte und neue Fremdsprachen. Ab 1991 wurde aus der EOS wieder ein Gymnasium mit einem naturwissenschaftlichen Zweig, einem bilingualem Zweig in Englisch und einem musikorientierten Zweig. Im Jahr 1998 wird der Schule der Titel „Europaschule“ verliehen, im Jahr 2002 wird die Schule Mitglied im Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Excellence-Center an Schulen e. V. (MINT-EC) zur Förderung der Naturwissenschaften.

Die Abitur-Noten der Abgänger sind im landesweiten Durchschnitt weit vorne.

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