Karl Liebknecht

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Karl Liebknecht um 1910

Karl Liebknecht (* 13.8.1871, in Leipzig; † 15.1.1919, in Berlin) war ein prominenter internationalistischer Sozialist und Antimilitarist. Er gehörte bis ins Jahr 1917 zu den radikalen Linken in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, bestimmte seit dem Jahr 1914 die Linie des Spartakusbundes mit und war Ende 1918 einer der Gründer der Kommunistischen Partei Deutschlands. Im Jahr 1919 wurde er zusammen mit Rosa Luxemburg ermordet.

Geschichte

Karl Liebknecht wurde am 13. August 1871 als Sohn des sozialdemokratischen Politikers Wilhelm Liebknecht geboren. Er studierte Jura sowie Nationalökonomie und hatte mit seinem Bruder Theodor eine eigene Anwaltskanzlei. Später wurde er anerkannter Führer des linken Flügels der 1891 wiedergegründeten Sozialdemokratie. Der enge Kampfgefährte von Rosa Luxemburg war Mitbegründer und Führer des Spartakusbundes sowie Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands.

Von 1901 bis 1916 kandidierte Karl Liebknecht als Reichstagsabgeordneter im sogenannten Kaiserwahlkreis. Umfangreich war die Arbeit in Potsdam. Sie war gekennzeichnet durch unzählige Partei- und Wahlkampfveranstaltungen. 23 dieser Veranstaltungen führten ihn nach Potsdam. Das erste Mal sprach Liebknecht am 15. Mai 1901 vor 400 Zuhörern im Viktoria-Garten-Restaurant in der Zeppelinstraße. An dieses Zusammentreffen erinnerte eine nun abgenommene Gedenktafel am Kino Charlott. Belegt ist ebenso eine Veranstaltung im Singer'schen Lokal in Nowawes vor 2.000 Zuhörern im Februar 1910. Zwei Jahre später konnte er schließlich gegen den konservativen Kandidaten die Stichwahl in dem Wahlkreis des Hochadels gewinnen.

Entgegen der geforderten Parteidisziplin der SPD stimmte der erbitterte Kriegsgegner im Reichstag gegen die Bewilligung der Kriegskredite. In der Hegelallee 38 (ehem. Parteilokal Glaser) erhielt er dafür die Zustimmung seiner Potsdamer Genossen. An dieses Ereignis erinnert noch heute eine Bronzetafel an der Hauswand dieses Gebäudes. Später verteidigte er dieses Vorgehen in der heutigen Theaterklause.

In den Revolutionstagen von 1919 wurde Karl Liebknecht von reaktionären Freikorpstruppen entführt und anschließend im Berliner Tiergarten zusammen mit Rosa Luxemburg, am 15. Januar 1919, ermordet.

Weitere Details

Sein Bruder Otto Liebknecht wohnte in Neubabelsberg, in der Domstraße 4. Die am Neuen Lustgarten befindlichen Mosaikwände tragen den Namen Liebknechts. Ebenso die Heimspielstätte des Drittligisten SV Babelsberg 03.

Der Vater des Nowaweser Kommunisten Albert Klink war ein Weggefährte Liebknechts.

Weblinks

Quellen

  • „Potsdamer Daten des 20. Jahrhunderts“– Autor: Kurt Baller; 2000.
  • „Potsdam und Umgebung“ – Autor: Christiane Theiselmann; Verlag: DuMont, Köln; 2. Auflage, 1996; ISBN 3770131290 (ISBN-10); ISBN 9783770131297 (ISBN-13)
  • „1000 Jahre Potsdam, Blätter aus der Stadtgeschichte, Teil II“; Herausgeber: Rat der Stadt Potsdam; 1989