Konrad Wolf

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Konrad Wolf (rechts) auf der Feier zum 20. Jahrestag der Akademie der Künste, März 1970

Konrad Wolf (* 20. Oktober 1925 in Hechingen, Hohenzollernsche Lande; † 7. März 1982 in Berlin) war ein Filmregisseur und Präsident der Akademie der Künste der DDR.

Geschichte

Konrad Wolf wurde am 20. Oktober 1925 in Hechingen (südlich von Stuttgart) geboren. Sein Vater war der Schriftsteller und Arzt Friedrich Wolf. Nach der Machtergreifung der Faschisten im Jahr 1933 mußte die Familie Wolf, wegen ihrer jüdischen Herkunft und kommunistischen Überzeugung von Vater Friedrich emigrierten. Über verschiedene Länder ging es zunächst nach Frankreich und später in die Sowjetunion. Im Jahr 1936 nimmt die Familie Wolf die sowjetische Staatsbürgerschaft an. In Moskau besuchte Konrad Wolf erst die deutsche Karl-Liebknecht-Schule. Hier begann auch sein Kontakt zum Film – eine Nebenrolle in dem Film „Borzy" (Kämpfer) des Regisseurs Gustav von Wangenheim. Ab 1938 lernte Wolf dann auf einer russischen Schule. Im Jahr 1942 wurde er Soldat der Roten Armee. Er war als Dolmetscher und Übersetzer in der Politischen Abteilung der 47. Armee tätig. Mit seiner Einheit kämpfte er an der Oderfront sowie bei der Befreiung Berlins mit. Nach der Befreiung Bernaus war der sowjetische Leutnant Konrad Wolf zwei Tage lang Stadtkommandant von Bernau.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Wolf zunächst als Korrespondent der Berliner Zeitung, dann als Kulturreferent in der Informationsabteilung der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) Sachsen-Anhalt und später im Haus der Kultur der Sowjetunion in Berlin. In dieser Zeit besuchte Wolf nebenbei die Abendschule der SMAD in Berlin-Karlshorst und legte sein Abitur ab. Anschließend studierte er von 1949 bis 1955 an der Moskauer Filmhochschule Gerassimow-Institut für Kinematographie das Fach Regie. Noch während seines Studiums wurde Wolf Staatsbürger der DDR und trat in die SED ein. In den Jahren 1953 und 1954 arbeitete er bereits als Regie-Assistent unter anderen bei Kurt Maetzig. Nach seinem Studium arbeitete er bis zu seinem frühen Tod als Regisseur bei der DEFA. Hier drehte er hauptsächlich kritische Gegenwartsfilme und verarbeitete seine eigenen Kriegserlebnisse. Sein letztes Werk, der 6-teiligen Dokumentarfilm „Busch singt“, kann durch Wolf nicht mehr beendet werden. Dies übernehmen nach dem Tod Wolfs seine Mitarbeiter.

Konrad Wolf wurde im Jahr 1961 Mitglied der Akademie der Künste und vier Jahre später deren Präsident. Außerdem war er seit 1971 Mitglied der Kulturkommission beim Politbüro der SED und zehn Jahre später Mitglied des ZK der SED.

Konrad Wolf starb am 7. März 1982 in Berlin. Seine Urne wurde bei einem Staatsbegräbnis auf der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg beigesetzt.

Filme

  • 1954: Einmal ist keinmal
  • 1956: Lissy
  • 1956: Genesung
  • 1958: Sonnensucher
  • 1959: Sterne
  • 1960: Leute mit Flügeln
  • 1961: Professor Mamlock
  • 1964: Der geteilte Himmel
  • 1966: Der kleine Prinz
  • 1968: Ich war neunzehn
  • 1971: Goya – oder der arge Weg der Erkenntnis
  • 1974: Der nackte Mann auf dem Sportplatz
  • 1976: Mama, ich lebe
  • 1979: Solo Sunny
  • 1981/82: Busch singt (unvollendet)

Auszeichnungen

  • 1959: Nationalpreis der DDR II. Klasse
  • 1965: Erich-Weinert-Medaille
  • 1965: Vaterländischer Verdienstorden in Silber
  • 1968: Nationalpreis der DDR I. Klasse
  • 1969: Johannes-R.-Becher-Medaille in Gold
  • 1971: Nationalpreis der DDR I. Klasse
  • 1974: Karl-Marx-Orden
  • 1979: Nationalpreis der DDR I. Klasse
  • 2010: Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin

Außerdem erhielt er mehrere Medaillen und Hauptpreise bei internationalen Filmfestivalen und Kunstpreise verschiedener Organisationen. Konrad Wolf wurde ferner Ehrenbürger der Stadt Bernau und seit 1985 trägt die Hochschule für Film und Fernsehen im Potsdamer Stadtteil Babelsberg seinen Namen. Im Berliner Bezirk Lichtenberg wurde eine Straße nach ihm benannt.

Quellen

Konrad Wolf – Seite auf mybrandenburg.net

Konrad Wolf – Artikel in der Wikipedia