Borkenküche
Die Borkenküche ist ein kleiner Rundbau im Neuen Garten in Potsdam, der 1796 im Auftrag Friedrich Wilhelms II. als Küchengebäude für die nahe gelegene, 1794 fertiggestellte Muschelgrotte errichtet wurde. Sie diente der Versorgung der am Jungfernsee gelegenen Gartenarchitekturen, die auch repräsentative Nutzungen einschlossen.
Im Zuge der Nutzung des Neuen Gartens als Freizeitpark der sowjetischen Truppen (1945–1953) blieb das Gebäude zunächst erhalten, wurde jedoch 1958 aufgrund fortgeschrittener Baufälligkeit abgetragen.
Charakteristisch für die Borkenküche war eine Verkleidung aus Eichenrinde, deren historische Herstellungstechniken aus dem 18. Jahrhundert nicht überliefert sind. Im Rahmen denkmalpflegerischer Untersuchungen und materialtechnischer Versuche wurden ab 2008 Verfahren zur Gewinnung, Verarbeitung und Anwendung von Eichenborke erprobt. Dabei zeigte sich, dass sich die Rinde nur während der Vegetationsphase im Frühjahr von geeigneten Eichen schälen lässt und im Trocknungsprozess zu erheblichen Formveränderungen und Fugenbildung neigt.
Die Materialversuche verdeutlichten zudem die Schwierigkeiten bei der Beschaffung geeigneter Eichenbestände sowie die Grenzen einer reversiblen und dauerhaft stabilen Verarbeitung des Materials im Außenbereich. Die Ergebnisse flossen in Überlegungen zur Rekonstruktion historischer Oberflächenverkleidungen ein.
Quellen
Eichenborken für die Eremitage und die Borkenküche im Neuen Garten, Pressemitteilung der SPSG vom 25.09.2012