Feldschanze
Im Jahre 1811 fand auf dem Babelsberg eine militärische Felddienstübung statt. Als Abschluss sollte eine Feldschanze auf dem Babelsberg aufgeworfen werden. Die hier durch rigorosen Holzeinschlag in der Zeit der französischen Besatzung entstandene 'Blösze' (damaliger Begriff für abgeholzten Wald) bot eine günstige Position, um die Talsenke zwischen Griebnitzsee und Havelbucht an der Glienicker Brücke zu sichern.
Schanze von 1811

Das Trassieren und die Aufsicht dieses Schanzenbaus wurden dem 14-jährigen Prinzen Wilhelm, dem späteren Kaiser Wilhelm I. (1797-1888), übertragen. Zum Bau und besonders zur Lage dieser Schanze fehlen aber belastbare Angaben, denn alle Beschreibungen und grafische Darstellungen dazu stammen aus späteren Zeiten und auf keiner Karte vor 1860 war dieser Militärbau an der heutigen Stelle ausgewiesen.
Schanze von ~1855/ 1860



Den Nachfolgebau regte Wilhelm I. noch als Prinz von Preußen Mitte der 1850er Jahre an, um an den Beginn seiner militärischen Laufbahn zu erinnern. Aber die Schanze diente zunächst auch zu Artillerie-Übungen, weswegen öffentlich in der Gerichtszeitung von Malakoff-Turm geschrieben wurde, zu der das Schanzenbauwerk nicht ausgelegt war. Deswegen war 1860 eine Reparatur dringend geboten. Im Juni führte innerhalb einer Woche eine Einheit von 100 Garde-Pionieren (Schneider 1864) nicht nur die notwendigen Ausbesserungen durch, sondern gab dem Bauwerk mit Schanzwall und vorgelagertem Schanzgraben auch ein repräsentatives Aussehen, und armiert war es dann weiterhin. Es wurde zu Kaisers Zeiten auch intensiv gepflegt. Zur Erhöhung der erwünschten Verehrung von Wilhelm I. als Feldherr wurde sein damaliges Pferd Sadowa, dem ein wichtiger Beitrag zum Sieg bei Königgrätz zugestanden war, am Fuße der Schanze durch einen Gedenkstein gewürdigt. Nach 1918 verfiel die Schanze und wurde durch Baumaßnahmen der Errichtung von Gebäuden jetzigen Universität um 1970 teilweise zerstört. Aber die Schanzenkrone ist partiell erhalten. Zur Einbindung des heutigen Reliefs an die historische Schanze ist eine dreistämmige Eiche (Tripel) ein markantes Objekt, das auch schon auf dem Foto von Anfang des 20. Jahrhunderts zu erkennen ist.
Quellen
- Christl, A. & Eifler, J.-P. (2013): Der Wal auf dem Luisenplatz. - 108 Seiten, hier S. 81, Antiquariat Jörg-Peter Eifler.
- Paech, H.-J. (2016): Über eine Feldschanze und ihre Umgebung im Park Babelsberg. - Mitt. Verein Kultur und Geschichte Potsdam, Studiengemeinschaft Sanssouci e.V., 21. Jg., S.140-153.
- Meyer, Gustav: Plan vom königlichen Parke Babelsberg, aufgenommen 1845, ergänzt 1854 und 1863, gezeichnet von Franz Haeberlin.
- Schneider (1864): Die Territorien von Babelsberg. – Mitt. Verein Geschichte Potsdamy, 1864, I., Druckschrift XIX, 16 Seiten (google books S. 271-286) und Protokoll dieser 9.Versammlung, S. 35-41 (google books S. 175-181).
- Berliner Gerichts-Zeitung 26.Juni 1860, S. 3.