Hinzenberg

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Als Hinzenberg wird ein dreieckiges Landstück in Form einer Halbinsel in der Innenstadt von Potsdam bezeichnet. Es liegt südlich des Lustgartens und der Eisenbahnline Magdeburg - Berlin, direkt an der Havel. Der geografische Name Hinzenberg für eine schmale Halbinsel erschien erstmalig 1839 auf einer Karte ohne Hinweis auf einen Berg.

Topografische Übersicht des Hinzenberg-Areals in seiner historischen Entwicklung

Geschichte

Das Hinzenberg-Areal liegt an der Havel im Ausgangsbereich der Alten Fahrt, wo die Fließgeschwindigkeit nachlässt und sich ein Anteil von mitgeführtem Sand absetzen konnte. Und in vor 1839 aufgenommenen Karten war das Gebiet noch überflutet. Die Schwemmsandablagerungen in älteren Zeiten sorgten zunächst in der Havel weiter flussabwärts für unschiffbare Bereiche, teilweise waren Inseln entstanden, die landwirtschaftlich genutzt wurden, worauf die Bezeichnungen ‚Hauswiesen‘ bzw. ‚Mittelwiesen‘ hindeuten. Der zunächst ziemlich engbegrenzte Hinzenberg vergrößerte sich nach und nach, einmal durch natürliche Anschwemmung, aber auch durch künstliche Aufschüttungen. Das Zuschütten einer kleinen Ausbuchtung war beim Bau der Eisenbahn nach Magdeburg schon im Jahre 1846 erforderlich gewesen. Beim Durchstich der Neuen Fahrt 1825 fand der Aushub hier Verwendung. Das Verkippen von Trümmerschutt im westlichen Teil auf etwa 9000 m2 nach 1945 bedeutete eine weitere Vergrößerung des Hinzenberg-Areals. Der Anbau an die zunächst eng begrenzte Halbinsel war ein langer Prozess, sodass das jetzt Hinzenberg bezeichnete Areal eine deutlich vergrößerte Fläche, aber ohne jegliche morphologische Erhebung, einnimmt.

Kleingärten und Angler-Verein

Im Jahr 1904 wurde auf dem brachliegenden Gelände als erste in Potsdam eine Kleingarten- und Laubenkolonie angelegt. Gründer dieser zunächst Schustergärten genannten, nur 3000 m2 umfassenden Gartenwelt war ein gewisser Schuhmachermeister namens Karl Voigt. Diese Gartenanlage erhielt später die Bezeichnung „Am Hinzenberg“, die bis heute Vereinsname geblieben ist.

Die Betreiber der dazugehörigen Gartengaststätte wählten dafür zwar unterschiedliche Namen, aber immer mit Bezug zum ‚Hinzenberg‘. Und die Uferstraße entlang der Havel heißt jetzt sogar offiziell ‚Am Hinzenberg‘.

Im Jahre 1956 konnten ganz im Westen des Hinzenberg-Areals Angler ihren Verein gründen, der seit 1991 ‚1. Potsdamer Anglerverein e.V. – Hinzenberg‘ heißt.

Namensherkunft

Für die Herkunft des Namens Hinze gibt es auch keine stichhaltigen Belege, möglicherweise stand ein Fischer dieses Namens Pate. Laut einer Überlieferung nutzte nämlich einer der im Umfeld angesiedelten Fischer das Landstück und trocknete auf einem heute nicht mehr existierenden Sandhügel (Berg) seine Netze. Dieser Fischer hieß Hinze. Und da Hinze diesen Berg nutzte, soll der Volksmund dem Ländchen diesen Namen gegeben haben.

Aber in damaligen Adressbüchern konnten dazu keine Hinweise auf einen Fischer Hinze gefunden werden, auch nicht für den kompletten Namen Hinzenberg, was den geographischen Bezug zu einem Berg im Namen gleich erklären würde.

Allerdings der Name erfreut sich trotz - oder vielleicht gerade wegen - des Fehlens des im Namen suggerierten Berges, insbesondere im erweiterten ‚Am‘ Hinzenberg, großer Akzeptanz.

Quellen

  • Mörtl, Wolfgang (2021): Bergführer Potsdam: Die schönsten Spaziergänge zu den 75 Gipfeln der Stadt. – Be.bra-Verlag, 192 Seiten, hier S. 66/ 67.
  • Neuester Plan von der königlichen Residenzstadt Potsdam, ausgearbeitet unter der Leitung von Dr. Heinrich Berghaus. Nach trigonometrischen Vermessungen, so wie geo- und hydrometrischen Aufnahmen, gez. August Petermann, 1845.
  • Neuester Plan von der Königlichen Residenzstadt Potsdam, ausgearbeitet unter der Leitung von Dr. Heinrich Berghaus. Nach trigonometrischen Vermessungen, so wie geo- und hydrometrischen Aufnahmen. 1850.
  • Warnecke, P. (2001): Laube, Liebe, Hoffnung: Kleingartengeschichte. 264 Seiten.
  • Brouillon-Karte von der Residenz Potsdam nebst den dazu gehörigen Vorstädten Gärten und Ländereien auf Verfügung eines Wohllöblichen Magistrats gemessen und gezeichnet in den Jahren 1837 bis 1839 durch Schneider 1839.
  • Webseite der Hinzenbergklause (zur Zeit offline)·      
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