Jan-Bouman-Haus

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Jan-Bouman-Haus
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Wikidata-Eintrag Q1681517

Das Museum Jan Bouman Haus befindet sich in der Innenstadt von Potsdam, in der Mittelstraße 8 des Holländischen Viertels. Das Haus wurde nach dem königlich-preußischen Oberbaudirektor und Baumeister dieses Viertels Jan Bouman benannt. Es beherbergt ein Museum über die Geschichte des Viertels. Das restaurierte Ensemble zeigt, wie die Handwerker im 18. Jahrhundert arbeiteten und lebten.

Das Gebäude

Das Museum  befindet sich in der Mittelstraße 8 im Holländischen Viertel.  Dieses entstand zwischen 1732 und 1742. Es umfasst 134 Häuser in vier Karrees, die in Typenbauweise entstanden.  Eine der Erklärungen für die Entstehung des Viertels ist, dass Friedrich Wilhelm I. holländische Handwerker in Potsdam ansiedeln wollte.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kam es zu zwei Erweiterungen des Holländischen Viertels. Zum einen baute Jan Bouman nochmals Holländische Häuser an der Französischen Kirche. Zum anderen errichtete Carl von Gontard (1731-1791) Am Bassin eine Reihe größerer Holländischer Häuser.

Das Museum Jan Bouman Haus gehört zum ersten errichteten Karree. Es ist ein zweigeschossiges Giebelhaus mit drei Achsen und einem Satteldach. Der Giebel ist als Halsgiebel, mancherorts auch Glockengiebel genannt, gestaltet. Eine Besonderheit des Holländischen Viertels ist, dass die Vorderhäuser massiv aus Rathenower Backsteinen gemauert wurden. Sie tragen erheblich zum niederländischen Aussehen des Viertels bei. In der Mittelstraße findet sich Details der niederländischen Bautradition, wie die Stegfugen, die Blockzargenfenster mit kleinsprossigen Fensterflügel, die sich nach außen öffnen und die halben Fensterläden.

Zum Museum gehört neben dem Vorderhaus auch ein Hinterhaus aus Fachwerk, das durch einen Wirtschaftshof vom Vorderhaus getrennt ist, und ein Garten. Im Vorderhaus findet sich der sogenannte Erlanger Grundriss: zur Straßen liegt eine große Stube, zum Wirtschaftshof hin befinden sich die Küche und die Kammer. Im Erdgeschoss ist die Kammer als Opkammer ausgeführt, unter der sich ein Kriechkeller befindet. Der Grundriss wiederholt sich im Obergeschoss.

Die Bewohner

Im Holländischen Viertel sollten unter Friedrich Wilhelm I. holländische Handwerker angesiedelt werden. Friedrich II. vergab die in seiner Regierungszeit fertiggestellten Häuser vor allem an Hofkünstler.

Die ersten Bewohner der Mittelstraße 8 waren laut der „Specifikation der Holländischen Häuser am Nauenschen Thore” aus dem Jahr 1738 der niederländische Grenadier Johan Schrage mit seiner Familie. Ihre Spur verliert sich bereits im Jahr 1740, anschließend wechselten die Eigentümer häufig. Bereits frühzeitig lebten neben den Eigentümern auch Mieter im Haus. Zudem sind Schlafburschen bereits im 18. Jahrhundert nachweisbar. Durch Teilung der Räume und den Ausbau des Dachgeschosses entstanden mehrere Wohnungen bzw. einzelne Zimmer zur Vermietung. Auch die beiden Räume des Hinterhauses waren zu Wohnräumen für zwei Mietparteien ausgebaut. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Wohnverhältnisse sehr beengt. Laut dem Wohnungsanzeiger von 1907 lebten acht Mietparteien in den sieben Räumen des Hauses und nutzten gemeinsam drei Küchen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden das Dach und der Giebel beschädigt, sodass das Haus nur noch eingeschränkt nutzbar war. 1979 verstarb die letzte Besitzerin des Hauses. Zu Beginn der 1980er Jahre wurde es noch schwarz bewohnt. Durch den anschließenden Leerstand kam es zum weiteren Verfall des Gebäudes.

Das Museum

Bauuntersuchungen im Jahr 1986 ergaben einen hohen Anteil barocker Bausubstanz im Haus Mittelstraße 8. Daraufhin entstand die Idee, das Haus als begehbares Zeugnis niederländischen Bauens wiederherzustellen und der Öffentlichkeit als Stadtteilmuseum zugänglich zu machen. Mit der politischen Wende änderten sich die Voraussetzungen. Der am 15. Juni 1990 gegründete „Förderverein zur Pflege niederländischer Kultur in Potsdam e. V.” hatte sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, die niederländische Baukunst und Kultur zu fördern, sondern auch die Idee eines Museums umzusetzen. Mit der Unterstützung der Wüstenrot Stiftung wurde das Ensemble aus Vorderhaus, Hinterhaus und Garten saniert und wiederhergestellt.

Am 18. April 1997 wurde das Museum Jan Bouman Haus in Anwesenheit des niederländischen Botschafters eröffnet. Die ständige Ausstellung gibt Einblicke in die Geschichte des Holländischen Viertels und die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses. Im Laufe der Jahre gelang es dem Förderverein, die Herde in den Küchen des Hauses nach archäologischen Befunden neu zu errichten.

Die obere große Stube wird regelmäßig für temporäre Ausstellungen genutzt. Seit 2019 findet in der Regel im Frühjahr eine Kunstausstellung statt. Im Sommer und Herbst folgt eine kulturhistorische Ausstellung zu einem Thema aus dem Holländischen Viertel oder den Niederlanden. Ende November beschließt eine Ausstellung zum Sinterklaas das Jahr.

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