Schmuckpflasterung

Bodenbefestigungen sind in Potsdam an einigen Stellen durch Schmuckpflasterungen aufgewertet worden. Mit verschiedenfarbigen Gesteinsstücken sind dargestellt: geometrische Figuren wie Kreise, Rechtecke, mitunter musivische Schachbrettmuster, Sterne (4-Eck, 6-Eck, 8-Eck), aber auch figürliche Darstellungen wie Hasen, Delphine/ Drachen, Äskulapstab, Brandenburgadler, Fantasieblumen aber auch einfache Hausnummern und Jahreszahlen. Es dominieren im Schmuckpflaster Steinstückgrößen von etwa 3 cm, je filigraner die Darstellung sein soll, um so kleiner sind die Gesteinsstücken. Bei dekorativen Straßendecken wird auch auf Kleinpflastersteine zurückgegriffen. Die Ausdehnung der Pflasterflächen variiert von unter 1 m2 bis über 300 m2, im Hof des historischen Stadtschlosses sogar über 1000 m2.

An Gesteinen werden verwendet (etwa nach Häufigkeit angeordnet): Bernburger Rogenstein (Triasalter), Basalt (Tertiäralter), roter Porphyr oder Sandstein, weißer Marmor (vermutlich aus Carrara in Italien), heller Sandstein mit rötlichen Schlieren (Plötzkyer, oder geologisch Gommern-Quarzit, Karbonalter), Grauwacke (Karbonalter), Granit, basischer Magmatit, klastischer Kalkstein aus Rüdersdorf (Triasalter).
Die Schmuckpflaster finden sich vorwiegend auf Gehwegen und Hauseingängen, aber mitunter auch auf Flächen des rollenden Verkehrs und auf dem Hof des historischen Stadtschlosses (~1840 bis 1950). Besonders schöne Beispiele sind vom Areal des jetzigen Wissenschaftsparks Albert Einstein bekannt. Vor den ersten dort um 1878 gebauten Wohnhäuser werden Wendeflächen für Pferdefuhrwerke äußerst dekorativ gestaltet. Auch der Vorplatz der Heilandskirche vom Anfang der 1840er Jahre in Sacrow ist eindrucksvoll mit Mosaikpflaster gestaltet.
Geschichte

Das Legen von Schmuckpflaster ist in Potsdam erst seit der Regierungszeit Friedrich Wilhelm IV. wieder aktuell und zunächst auf seine königlichen Bauten und die seiner Brüder Karl in Klein-Glienicke und Wilhelm in Babelsberg beschränkt. Ausführende Künster, später Mosaizisten genannt, waren offensichtlich Italiener. Mit dem Aufschwung in der Gründerzeit können sich auch Privatpersonen vor ihren Häusern Schmuckpflasterungen legen lassen. In dieser Zeit gesellen sich deutsche Fachkräfte hinzu und 1889 wird die Mosaikanstalt Puhl & Wagner 1889 in Rixdorf gegründet, die noch nach dem Zweiten Weltkrieg aktiv ist. Seit 1989 besorgen Vater Michael Schröder aus Klein-Machnow und danach Sohn Andrej Schröder aus Stahnsdorf für die Restaurierung der historischen Schmuckpflaster in Potsdam. Bis in die jüngste Zeit wird zur Verschönerung des Außenanlagen Schmuckpflaster gelegt.
Quellen
- Flügge, A. (1991): Potsdam betreten – Potsdam heute. – Zeitschrift für Wissenschaft, Wirtschaft und kulturelles Leben. Jg. 1, Heft 2, S. 18-22.
- Paech, H.-J. (2021): Historischer Abriss der Pflasterung Potsdamer Straßen. – Mitt. Verein Kultur und Geschichte Potsdams, Studiengemeinschaft Sanssouci e.V., 26. Jg., S. 7-54.
- Schröder, M. H. (2009): Entwicklung von Schmuckfußböden… in der Parkarchitektur und im städtischen Bereich in Berlin und Potsdam. – Denkmalschutz und Denkmalpflege, S. 27-29.