Städtische Musikschule Johann Sebastian Bach

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Die Städtische Musikschule Johann Sebastian Bach Potsdam befindet sich in der Jägerstraße 3-4, mit einer Außenstelle in der Galileistraße 6. Die Musikschule ist Mitglied im Verband deutscher Musikschulen und anerkannte Musikschule im Land Brandenburg. Ihre Arbeitsfelder liegen in der musischen Bildung, der Elementaren Musikpädagogik sowie dem Instrumental- und Gesangsunterricht. Hierbei ist ein besonderer Schwerpunkt das Ensemblespiel mit Chören, Orchestern, Gesangsgruppen, Bands und vielen Formen der Kammermusik. Die Musikschule ist regelmäßig mit Auftritten ihrer Ensembles in der Potsdamer Öffentlichkeit präsent.

Gründung der Musikschule

Die Musikschule wurde 1952 als Volksmusikschule in der Tieckstraße gegründet, um die Begabtesten zur fördern und die Talente an die Musikhochschule zu delegieren. Die Forderung, so viel wie möglich junge Leute zu Musikern und Sängern zu machen, wurde im Laufe der DDR-Zeit sehr ernst genommen. 1963 gab es die staatliche Auflage, dass mindestens 50 Prozent aller Schüler ein Orchesterinstrument, 30 Prozent das Klavierspiel und 15 Prozent ein Volksinstrument (zum Beispiel Akkordeon) erlernen sollen.

Im Jahre 1975 wurde aus der Volksmusikschule schließlich die Bezirksmusikschule, die später den Namen „Gebrüder Benda“ erhielt. Sie galt als Leiteinrichtung für alle Musikschulen des damaligen Bezirkes Potsdam. Von da ab konnte man sich endlich in der Dortustraße räumlich vergrößern. Zeitweise hatte sie auch ihren Sitz im Gebäude des ehemaligen Rathauses von Neubabelsberg am Johann-Strauß-Platz 3 und 4 in Babelsberg. Seit 1990 ist die Einrichtung in kommunaler Trägerschaft. Das Gebäude in der Jägerstraße 3-4 ist seit dem 3. April 1995 Hauptsitz der Städtischen Musikschule und erhielt den Namen „Johann Sebastian Bach"

Geschichte des Gebäudes Jägerstraße 3-4

Die Mitteltür wurde 1932-33 eingebaut und ist heute die Eingangstür zur Musikschule, 2024

Die ehemalige Armen- und Freischule in der Jägerstraße 3-4 wurde 1837-1838 durch Karl Wilhelm Redtel unter Mitwirkung von Karl Friedrich Schinkel als klassizistischer dreigeschossiger Putzbau mit flachen Eckrisaliten erbaut. Dafür wurden zwei barocke Typenhäuser abgerissen.

1904 zog die Katholische Mädchen- und Knabenschule von der Straße Am Kanal 38 und 39 in das Gebäude in der Jägerstraße 3-4. Zum Rektor für beide Schulen wurde Hauptlehrer Franz Hartmann 1905 berufen. Die gemeinsame Schülerzahl betrug 426. Erst drei Jahre später genehmigte die Regierung die Zusammenlegung beider Schulen zu einem siebenstufigen System. 1917 wurden alle Potsdamer Gemeindeschulen zu achtstufigen Anstalten erweitert. Ab Ostern 1918 heißt die katholische Schule 9. Gemeindeschule.

1932 wurde Heinrich Döring zum Rektor berufen, er verstärkte die Bemühungen, die schlechte Infrastruktur der Schule zu verbessern. Der Umbau erfolgte 1933. Seit der Neueinweihung am 21. Oktober 1933 trug die Schule den Namen „Marienschule“. Doch während der Bauzeit hatten sich die politischen Verhältnisse radikal verändert. Im August 1939 wurde die katholische Schule in Potsdam verboten und aufgelöst. Die Schüler und Lehrer wurden auf andere Schulen verteilt. Eine Wiedereröffnung nach 1945 wurde kategorisch abgelehnt. Zu DDR-Zeiten befand sich im Gebäude eine Grundschule.

Weitere Bilder

Weblinks

Quellen

  • Albrecht Gülzow: „Potsdam, die Stadt"; Ausgabe 2/2008, S. 107; Nicolaische Verlagsbuchhandlung; ISBN978-3-89479-476-6
  • „Geschichte der katholischen Schulen in Potsdam und Babelsberg" – 200 Jahre: 1739 bis 1939; Michael Kindler und Manfred Gläser; Herausgeber Propsteigemeinde St. Peter und Paul, 2003
  • Artikel „2002 feiert die Städtische Musikschule Potsdam ihr 50-jähriges Bestehen“ in Neue Musikzeitung
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